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Kommentare zum Zeitgeschehen - Archiv 

Hier können alle früheren Kommentare chronologisch verfolgt werden: 03/14 - 12/07

 

18.12.2014 - Immer wieder Montags

Diese neuen Montagsdemos nehmen Fahrt auf. Sogar Mutti hat davon schon Wind bekommen sich zu einer Kritik hinreißen lassen. Doch alles, was Regierung und Politik dem Treiben bisher entgegenzusetzen haben wird dem Problem nicht im Geringsten gerecht. Doch mich beschäftigt eine ganz andere Frage: Wieso Dresden? Ich war neulich in Bonn, da war jede zweite Frau auf der Straße verschleiert. Und ich hatte nicht das Gefühl, dass irgendjemand ein Problem damit hatte. Warum in Dresden, wo eine verschleierte Frau auf der Straße eine Ausnahme ist? In ganz Sachsen gibt es etwa 100.000 Ausländer (2,5%), davon etwa 10.000 aus islamischen Staaten, das sind ganze 0,25% der Bevölkerung. Und die jagen uns so eine Angst ein, dass schon doppelt so viele Menschen auf die Straße gehen?
Man muss zugeben, dass die deutsche Ausländerpolitik für viele Menschen ein Reizthema ist. Aber noch immer ist es ein Unterschied, ob ich gegen Ausländer selbst oder aber gegen diese Politik bin, der es vor allem an Transparenz mangelt. Die bisherigen Versuche, die Demonstranten in die ausländerfeindliche Ecke zu stellen, hat genau das bewirkt, was man vermeiden will: der Zulauf steigt. Andererseits unterstelle ich vielen “Mitläufern” der Demos, dass sie brave CDU-Wähler sind. Und das lässt nur einen Schluss zu: die Menschen lassen sich ohne Nachzudenken instrumentalisieren, eben leider auch von rechts. Denn gerade in Sachsen ist rechtes Gedankengut salonfähig. In einem Land, wo der Ministerpräsident das einzige tut, was er immer tut: schweigen, wo die Justiz mehr Nazigegner als Nazis verfolgt, da ist es leichtes Spiel für die Rechten. Nein, ich will nicht auch noch die Demonstranten in die rechte Ecke stellen, aber jeder, der sich informieren möchte, wird feststellen, dass die Rädelsführer und die Hintermänner von Pegida eben nicht bloß einfache, besorgte Bürger sind. Es sind leider auch Kriminelle, Lügner und Demagogen. Und wer für Meinungsfreiheit demonstriert, sich aber von den Anführern den Mund gegenüber den Medien verbieten lässt, zeigt sich als allzu willfähriges Werkzeug eines neuen Möchtegern-Führers.
  

08.12.2014 – Deutsch für Ausländer
Deutschpflicht für Ausländer – mit diesem Slogan versucht sich die CSU zu profilieren. Man will der AfD Paroli bieten, indem man mit deren Sprache spricht. Stammtischparolen, wenn es an eigenen Ideen mangelt? Interessant, dass Stanislaus von Sachsen, der große Schweiger, diesem Vorschlag etwas Positives abgewinnen kann. Ausländer sollen im Interesse einer besseren Integration auch zu Hause Deutsch sprechen. Klar, schließlich dürfen Deutsche im Ausland auch kein Deutsch sprechen! Stellt euch das mal vor, deutsche Auswanderer in Australien oder gar den USA sprechen dort deutsch, und versuchen gar deutsche Traditionen zu bewahren. Niemals! Und dann noch die nationalen Minderheiten. Ich glaube nicht, dass Herr Tillich noch ein Wort sorbisch kann, die Sprache seines Volkes, deren Kultur man künstlich am Leben hält. Und falls doch – bitte nur heimlich. Schließlich gab es ja schon Zeiten, wo andere Sprachen nicht geduldet wurden.  

Also wenn ihr mich fragt: bevor ein Ausländer hier rein darf, muss er seine Sprache, Kultur und Religion ablegen. Er muss versprechen, bairisch zu lernen, sonntags in die Kirche zu gehen, das Oktoberfest als größtes Spektakel für ausländische Besucher zu meiden (außer er zieht die Lederhose an) und CDU/CSU zu wählen.   

 

20.11.2014 – Ein Gespenst geht um
Es hat schon die Mehrzahl der Deutschen fest im Griff, das Gespenst, was sich so langsam in alle Hirne frisst: die Angst vor Ausländern. Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat ergeben, dass 44% der Deutschen eine negative Meinung zu Asylsuchenden haben. Dafür wünschen sich 11% einen „Führer mit starker Hand“ zurück. Was nicht verwundert ist natürlich die Tatsache, dass das vor allem auf NPD-Anhänger zutrifft. Aber kaum weniger von Chauvinismus und Verharmlosung der Nazizeit geprägt ist das Denken von AfD -Anhängern, sagt die Studie, allen Beteuerungen der Luckes, Petrys und Henkels zum Trotz.
Doch wovor haben die Deutschen eigentlich Angst? Dass Ihre Rente knapper wird? Irgendwann sind 90% aller deutschen sowieso Rentner. Wer wenn nicht junge Immigrantensoll dann für unsere Rente arbeiten? Dass deutsche Ingenieurkunst verloren geht? Dabei hat die Hälfte aller rumänischen Asylanten, vor denen Seehofer und Co. eindringlich gewarnt hat, einen Hochschulabschluss, deutlich mehr als bei CSU-Mitgliedern. Oder dass die netten Deutschen eins auf die Fresse kriegen?Nun, bisher waren es immer weißpolierte Glatzköpfe, die den Schwarzen eins auf die Fresse gaben. Seien wir doch mal ehrlich: wir wissen es nicht. Natürlich gibt es Kriminalität rund um die Asylantenheime. Aber liegt das daran, dass diese Menschen schlechter sind? Nein, es liegt daran dass unser Staat unfähig ist, mit der Problematik umzugehen. Wieso schickt man Kriminelle und Drogensüchtige nicht stehenden Fußes zurück? Da werden Menschen von unsrer Bürokratie des Landes verwiesen, die hier integriert sind, hier arbeiten, ja hier verheiratet sind - bloß weil sie vergessen haben einen Stempel zu erneuern, während Kriminelle mit Samthandschuhen angefasst werden. Warum demonstrieren wir gegen Ausländer statt gegen die Unfähigkeit der Regierung?

Wir haben Angst, weil jeder davon spricht. Wir haben Angst, weil diese mit Hilfe der Medien von denen geschürt wird, die ablenken wollen von den wirklichen Problemen. Lehrermangel, Pflegekräftemangel, Landärztemangel, Kindergärtnermangel, Kinderarmut, Altersarmut – Probleme, die ohne Zuwanderer nicht lösbar sein werden. Diese ungelösten Probleme sind es aber, die uns eigentlich Angst machen, und für die wir einen Schuldigen als Feindbild suchen, weil wir nicht fähig sind, die wahren Schuldigen zu erkennen, die Merkels und ihre Lobbyisten, die wir wählen.
Übrigens, obwohl der Ausländeranteil im Osten Deutschlands viel geringer ist als im Westen, sind hier sogar 52% ausländerfeindlich. Und das, obwohl die Ostdeutschen selber mal „Ausländer“ waren, die an die Tür des reichen Westens geklopft und als Wirtschaftsflüchtlinge wegen ein paar Mark Begrüßungsgeld mitsamt des ganzen Landes Asyl gesucht haben.

  

09.11.2014 – Der Abend als die Mauer fiel
Wir wollten es nicht glauben, diese unglaublichen Bilder aus Berlin, als die Mauer fiel an jenem Abend. Wer waren die Helden, die das erreicht haben? Unser Gorbi, in den wir alle Hoffnungen gesetzt hatten? Schabbi, der wohl etwas verwirrt war ob des Zettels, der ihm da gereicht wurde? Tatsache ist, dass mindestens seit dem 7.Oktober klar war, dass die Mehrzahl der DDR-Bürger ihrem Staat keine Zukunft mehr gab. Und dass sie keine Angst mehr hatten vor Stasi- und Partei-Schikanen. Nur die Blockflöten der Ost-CDU hatten wohl Muffengang. Als wir im damaligen VEB Numerik einen Streik vorbereiten wollten und glaubten, von denen Hilfe zu bekommen, saßen sie zitternd in ihrem Büro und haben uns abgewimmelt. Wenn einer also kein Verdienst um den Mauerfall hatte, waren das die CDU-Genossen. Kein Wunder, das oppositionelle Pfarrer lieber eine Ost-SPD gründeten. Und kein Wunder, dass Kohl handeln musste. Die Gefahr, dass im Osten eine starke SPD erste freie Wahlen gewinnen würde, war zu groß. So wurde die Einheit eine Notgeburt, von der sich die Ostländer wohl nie erholen werden. Und der "Einheitskanzler" war nur ein Zufall der Geschichte. Und sein Zögling Angela? Die saß an jenem Abend in der Sauna, während ein Herr Biermann schon im warmen Westen hockte. Nein, die haben nichts dazu beigetragen. Dafür wettern sie heute gemeinsam über die Linken. Zwei in sich selbst verliebte Dogmatiker, die nicht verstehen wollen, dass 25 Jahre später eine Partei sich vom SED-Unrecht distanziert, obwohl man doch immer so schön auf denen als „Nachfolger“ herumhacken konnte. Inzwischen haben sich die Linken etabliert, nicht weil ihre Wähler die DDR zurückhaben wollen. Nein, nachdem spätestens Kanzler Schröder den sozialen Anstrich der SPD aufgegeben hat, und die Grünen sich im Versuch in die bürgerliche Mitte zu rücken immer mehr verzetteln, muss man den Linken – egal wie man zu ihnen steht – zu Gute halten, dass sie als einzige noch für eine soziale Gesellschaft stehen. Was wäre Deutschland ohne eine Partei der Schwächeren in einer Gesellschaft, deren höchste Werte Macht, Geld und Konsum heißen?     

 

24.10.2014 – Die Freiheit der Anderen
Viele Diskussionen gab es in den letzten Tagen über Ausländer, Unrechtsstaat, Freiheit. Besonders betroffen hat mich die Geschichte von Sven Vogel und seiner Verlobten Natalya Baydina gemacht, die heute vor dem Traualtar stehen. Nicht wie geplant in Chemnitz, sondern in Hohenstein-Ernstthal. Seit 10 Jahren lebt die in der Ukraine geborene Natalya in Deutschland, hat hier Kommunikations- und Medienwissenschaft studiert und beim MDR gearbeitet, bis sie ihre Stelle verlor. Jetzt ist sie im neunten Monat schwanger. Doch die Ausländerbehörde der Stadt Chemnitz hat die junge Frau aufgefordert, ihren Aufenthaltstitel zurückzugeben und die Bundesrepublik binnen 20 Tagen zu verlassen. Sie hatte nicht gewusst, dass ihre bis 2016 geltende Aufenthaltsgenehmigung erlöscht, wenn sie arbeitslos wird, ein Umstand, der auch der Arbeitsagentur offenbar nicht geläufig war.
Besonders brisant: die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Ludwig (SPD) hatte Anfang 2013 in einer medienwirksamen Aktion „mehr Willkommenskultur“ für Ausländer zur Chefsache gemacht. Und der zuständige Bürgermeister Runkel, der den Linken nahe steht, beruft sich auf geltendes Recht und äußert sich zufrieden mit der Chemnitzer Willkommenskultur. Bundesdeutsche Politiker bemühen heute noch gern den Unrechtsstaat DDR, der seinen Bürgern die Freiheit verwehrte, für die wir 1989 auf die Straße gingen. Die Freiheit, zu leben wo und mit wem man will. Eine Freiheit, die der Rechtsstaat BRD nicht kennt.
Oder doch? Die beiden leben nun in Hohenstein-Ernstthal, wo sie vom Bürgermeister willkommen geheißen wurden.   

 

09.10.2014 – Lang lang ist’s her, das letzte Dächdlmächdl

Also middn Säggssch isses sone Sache. Sgibbd ja ne blos Leibzschor odor Dräsdnor Säggssch, sondorn ooch noch Ärzgebergsch, Fuuchdländsch, Lausizsch, un ieberhaubd, se reedn ieberall annersch. Unne Schrifdschbrache gibbds gahrne. Eechndlich schreim de Saggsn hochdeidsch, aber wie soll mor da forschdehn wies geschbrochn werd. Bei uns dorheeme (nu gannsde raadn wo das is) brauchd mor nur eenzwanzsch Buchschdabn: ABCDEFGHIJLMNORSUWXZÄ. Nu hammse wiedor de Wärder des Jahres gewähld, un schon schdreidn de Leide wie was heesd. Obs Arbern oder Ärborn heesd, is mir egal. Bei uns heesds weder so noch so sondern Ärdäbbln. Un Hiedrabräddl saachn mir ooch, ne blos in dor Lausiz. Un mir essn ooch Blinsen oder Gliddschor, aber am bessdn sin Gworggeilchn. Un wennde alle Bemm abgeschniddn hasd bleibds Rämfdl iebrich. Iebrichns hammse „Dächdlmächdl“ zum scheensdn Word gewähld, ach das warn noch Zeidn, middor Liebsdn im Forheisl. Un „forblemborn“  zum bedrohdesdn. Aber währnd die blos Zeid forblemborn hab ich ooch unser ganses Geld forblembord. Indor Indorned-Abschdimmung isses dann „Gelumbe“ gewordn was gewonn hadd. Un das is ä schwierisches Word, weil mors schwer orglärn gann. Nich blos das allde Gerimbel im Gellor is Gelumbe, sondorn im Bundesdaach siddsd ooch welchs. Ach, un wennses nich forschdandn ham, lassnse sichs mal von unsre Ginnor iebersäddsn, die babbeln Neihochdeidsch mit säggsschm Dialeggd. Die alldn Wärder genn die ooch ne mähr. Wennse Säggssch ne bald zum Flischdfach machn werds wo bald ausschdärm.   

 

07.10.2014 – 65 Jahre
Heute ist es wieder so weit, der 65. Geburtstag der Republik, die fast vergessen scheint. Ulbricht, Stoph, Honecker, Kohl, Schröder, Merkel – wer wird der nächste sein? 40 Jahre hat man in der Republik versucht, ein alternatives Gesellschaftskonzept zu etablieren, und ist dabei gescheitert. War die Republik in dieser Zeit ein Unrechtsstaat? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Das Recht machen immer die jeweils Herrschenden. Und Unrecht bedeutet, dieses Recht zu beugen. Aber heute sollte das nicht mehr wichtig sein. Wichtig ist, dass vor 25 Jahren eine Bewegung durch die Menschen in der Republik ging, die sich um geltendes Recht keine Gedanken mehr machte, sondern ein neues Recht einforderte: das Recht auf Freiheit. Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, aber auch Konsumfreiheit trieben die Menschen auf die Straßen. Am 7. Oktober 1989 stand ich mit meiner Tochter in der Gruppe derer, die an diesem Tag keine Jubelfeier mehr wollten, vor dem Luxorpalast. Die Luft knisterte, die Stimmung war gespenstisch. Was würde geschehen? Würde man schießen? Der Mut der Verzweiflung, der diese Menschen antrieb, sich gegen Recht und Ordnung zu stellen, kann heute von niemandem, der nicht dabei war, nachempfunden werden.
Und dann kam er, der dicke, große Mann, der genauso wenig begriffen hatte, wie es dazu kommen konnte. Heute werden seine geheimen Protokolle veröffentlicht, und man kann geteilter Meinung sein, welchen Sinn das hat. Wenn aber dadurch die Unfähigkeit dieses Mannes ans Tageslicht kommt, dem Volk auch nur die geringste Bedeutung beizumessen, in dem er z.B. über den Bürgerrechtler und späteren Bundestagspräsidenten sagt: „ Es ist doch dem Volkshochschulhirn von Thierse entsprungen, dass das auf den Straßen entschieden wurde!“, so spricht das Bände über das Demokratieverständnis der deutschen Kanzler seit Kohl. Jemandem, der das Volk derartig mit Füßen tritt, als „Kanzler der Einheit“ ein Monument setzen zu wollen, zeugt von Arroganz und Selbstüberschätzung – das gilt vor allem für seine heutigen Ziehkinder. Was hat er über die Merkel gesagt? „Die konnte nicht mal mit Messer und Gabel essen“. Doch er hat sie zur Kronprinzessin gemacht. Denn mit der Ära Kohl begann die Ära der Macht um jeden Preis. Nicht die fähigen, charismatischen, intelligenten Politiker in den eigenen Reihen wurden aufgebaut, sondern hoffährige, eingebildete, mittelmäßige. Die guten wurden weggelobt oder gezielten Kampagnen ausgesetzt, konnten sie doch gefährlich werden. Frau Merkel hat dies zur Vollendung gebracht. Und damit stehen die Nachwendekanzler ganz in der Tradition der Staatsratsvorsitzenden. Und misstrauisch beäugen die Merkels und Co. seitdem das Volk, ganz im Sinne von Honecker und Genossen. Doch spätestens am 80. Republikgeburtstag wird es Zeit, dass das Volk sich daran erinnert, was es bewegen kann.   

 

30.09.2014 – Uschis Blick gen Osten
Nicht dass mir Model Uschi sympathisch wäre. Aber jetzt auf ihr rumzuhacken wie das der Engel Gabriel tut ist ungerecht. Den desolaten Zustand des Bundeheeres haben wir vor allem den beiden Vorgängern de Misere und unser Gutti zu verdanken. Die hatten Drohnen im Bauch, da mussten die Mittel umgeschichtet werden. Statt unsere Jagdflieger, Transportmaschinen und Hubschrauber flugfähig zu halten, wollten sie die Superdrohne, die bis heute auch nicht fliegt. Komisch nur, das Ganze hat niemanden aufgeregt. Selbst als bekannt wurde, wie viel Steuergeld er verschwendet hat, hat der deutsche Michel Herrn de Misere noch zum zweitbeliebtesten Politiker gewählt!
Um ehrlich zu sein, dass die Technik in einem so schlechten Zustand ist, treibt mir auch heute keine Sorgenfalten ins Gesicht. Denn wozu brauchen wir den ganzen Schrott? Um im Namen der Nato ins Ausland zu fliegen? Und urplötzlich, weil der islamische Staat unsere abendländischen Werte in einer Art bedroht, die für uns völlig neu und unberechenbar ist, und weil an der Nato-Grenze im Osten Bürgerkrieg tobt, plötzlich merken wir, dass unsere Gewehre nicht schießen, die Panzer nur noch für den Familientag taugen und wir uns stattdessen um die 35-Stunden-Woche für Soldaten gekümmert haben. Und wie nicht anders zu erwarten: kaum sind zwei Wochen rum, in denen die Versäumnisse der letzten 15 Jahre ans Tageslicht gezerrt sind, ertönt der Schrei, auf den man warten durfte: der Schrei nach mehr Geld. Mehr Geld für die Verteidigung! Verteidigung von wem? Ach so, unser Heer kann sonst die Erwartungen der Nato nicht mehr erfüllen: Kampfjets nach Syrien, Bodentruppen in die Ukraine? Immer, wenn Deutschland begonnen hat, mehr Geld in die Aufrüstung zu stecken, kam Unheil heraus. Immer, wenn deutsche Soldaten in den Mittelpunkt des nationalen Interesses gerückt wurden, ging es um die Vorbereitung auf einen neuen  Krieg.  

 

13.09.2014 – Ausländermaut für Bayern
Da kocht der Seehofer, weil die CDU-Kollegen mauern bei der Maut. „Es ist beschlossen, basta!!!“ Komme was da wolle, diese unsägliche Maut muss kommen, schon um die dumpen Wähler in Bayern nicht zu vergrämen. Heute hat einer von denen in einem Forum geschrieben: „Deutschland braucht die Maut, die es in allen anderen Ländern Europas schon lange gibt!“ Und viele stimmen ein: „Der Deutsche wird im Ausland abgezockt, und die Ausländer dürfen unsere Straßenkaputt machen!“ Hallo Bayern?  Alle Länder in Europa?
Ich bin durch Dänemark, Schweden, Norwegen, die Niederlande, Belgien oder Polen gefahren und habe keinen Cent bezahlt, außer mal an einem Unterseetunnel in Norwegen. Frankreich, Italien? Ein paar ausgewählte Autobahnabschnitte. Was bleibt sind die Nachbarländer von Bayern: Österreich, Schweiz und Tschechien. Vermutlich reicht der Horizont der Bayern nicht weiter: Europa ist, wo man ihre seltsame Sprache noch einigermaßen versteht, und Mähren als deutsches Protektorat. Doch ich bin durch Tschechien gefahren und habe 22 Mal in Österreich Urlaub gemacht und keinen Cent bezahlt. Ja, wer es eilig hat und die Autobahn nutzen will zahlt ein Pickerl, für 8 Euro 50, oder schlimmstenfalls 33 Euro in der Schweiz. Abkassiert? In allen Ländern Europas? Ich glaube, die das behaupten sind noch nie weiter als mit dem Traktor von ihrem Hof in ihre niederbayerische Kreisstadt gekommen. Um es deutlich zu sagen: Deutschland wäre das erste Land der Welt, in dem eine generelle Straßennutzungsgebühr erhoben wird. Und wohlgemerkt: die anderen verkaufen ein Pickerl, Verwaltungsaufwand fast Null, Einnahme 98%, während unser Superstruktur- und Verkehrt-Minister von Gottes Gnaden über eine Gebühr diskutiert, die abhängig von Hubraum. Schadstoffausstoß, Fahrzeugalter sein soll, wo es Ausnahmeregelungen und Rückverrechnungen der Steuer geben soll, Verwaltungsaufwand vermutlich 98%, Einnahmen fast Null.
Liebe Bayern, bitte macht ein Referendum wie in Schottland und beschließt den Austritt aus der Bundesrepublik. Macht alle Grenzen dicht für Ausländer, egal ob Asylanten oder Autofahrer. Ich mache gern einen Bogen, und für euch beschließen wir eine Bayernmaut, die gilt nicht nur auf den Straßen, sondern auch auf Fuß- und Wanderwegen.   

 

09.09.2014 – Wunder der Statistik – kann mehr auch weniger sein?
Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit hat mal wieder die regionale Lohnentwicklung untersucht  (http://doku.iab.de/kurzber/2014/kb1714)
Die Ergebnisse sind nicht überraschend: in den Städten verdient man mehr als auf dem Land, im Süden sind die Löhne höher als im Norden, und im Westen höher als im Osten Deutschlands. Interessant sind nun aber die Schlussfolgerungen aus den vorliegenden Zahlen. Der einheitliche Tenor, den auch die Autorinnen vertreten, ist: Die Ostlöhne wachsen schneller als die im Westen, aber die Angleichung geht nur langsam voran. Doch woher kommt diese Erkenntnis? Nehmen wir die vier entscheidenden Zahlen her: 1993 betrug der durchschnittliche Nominallohn im Osten 1487€, im Westen 2138, also 651€ mehr. Nun kommt das Wachstum: Bis 2012 wuchs der Lohn im Osten um 44% auf 2139€, im Westen dagegen nur um 36% auf 2916€. Schnelleres Wachstum? Angleichung? So schnell kann Statistik in die Irreführen! Denn der Unterschied beträgt heute 777€, die im Westen mehr verdient werden als im Osten. Und während der Lohn im Osten nur um 652€ zugelegt hat, waren es im Westen 778€. Was heißt das aber? Von einer Angleichung kann keine Rede sein, im Gegenteil, die Schere wird immer größer! Geht die Steigerung mit 44% im Osten und 36% im Westen weiter, wird das Einkommen 2032 im Osten 3080, im Westen hingegen 3966€ betragen, also schon 886€ Differenz. So sieht sie aus, die von Politikern so gern zitierte Angleichung der Lebensverhältnisse. Vielleicht sollte Frau Merkel mal ihre Mathematik- Kenntnisse benutzen, dann käme sie nämlich darauf, dass der Lohnanstieg im Osten bei etwa 85% liegen müsste, damit es in ihrer siebenten Kanzlerschaft vielleicht zu einer Angleichung kommen könnte.    

 

05.09.2014 – Friedensstifter oder kühler Stratege
Herr Putin, einst von Mutti wegen seines souveränen Führungsstils bewundert, ist gar nicht mehr unser Freund. Der Kanonenpfarrer bezeichnete ihn in einer Rede zum Gedenken an den Überfall auf Polen vor 75 Jahren sogar mit scharfen Worten als Aggressor. Manchmal redet er so, als ob Deutschland sich zum Heilsbringer der Welt aufschwingen müsste, wie es gewisse Deutsche vor 75 Jahren auch meinten. Nun hat dieser Herr Putin erst mal versucht, Frieden zu stiften. Der wichtigste Punkt seines Plans: Rückzug der Kiewer Regierungstruppen. Eins ist wohl klar: Putin ist der einzige, der wirklich die Separatisten disziplinieren kann. Und es führt kein Weg an ihm vorbei, wenn man wirklich Frieden will. Doch machen wir uns nichts vor: in den Oblasten Lugansk und Donezk, auch als Donbas bekannt, besteht die Bevölkerung, wie auf der Krim, zu mehr als  2/3 aus Russen. Und in den benachbarten Bezirken Charkiv und Saporoshje sind es noch ca. 50%. Und diese sind eher der orthodoxen Moskauer Kirche zugewandt. Und Putin wird alles daransetzen, dieser Region, die er schon als Ostukraine zusammenfasst, und  die auch den wirtschaftlich stärksten Teil der Ukraine ausmacht, Autonomie von Kiew abzuringen. Ist dies erst einmal gelungen, steht einer zukünftigen Angliederung an Russland nichts mehr im Weg. Und einem Landzugang zur Krim. Doch welche Alternativen gibt es wirklich? Ohne Putins Vermittlung wird die Ukraine in einem blutigen Bürgerkrieg versinken, der nicht eher enden wird bis das gleiche Ergebnis erreicht ist. Nur militärisches Eingreifen der Nato könnte dies verhindern, doch wer wäre dann der Aggressor?  

 

01.09.2014 – Sachsen marschiert rechts
55% für CDU, AfD und NPD: der Anteil der Rechtswähler steigt. Obwohl Sachsen nur 3% Ausländeranteil hat (die Mehrzahl davon nette vietnamesische Imbissbudenbetreiber), sind die Menschen offen für Parolen, gegen (kaum vorhandene) Ausländer und gegen eine (viel Geld nach Sachsen pumpende) EU. Doch das ist nicht verwunderlich. In einem Land, in dem normale Nazi-Gegner verurteilt werden, Grenzkriminalität unter den Tisch gekehrt wird und die AfD in den Augen des Ministerpräsidenten eine „Modepartei“ ist, die „keinesfalls rechts von der CDU“ steht, muss man sich über nichts mehr wundern. Die Protestwähler jubeln über den Sieg einer Partei, deren Landesvorsitzende ihr Unternehmen in die Insolvenz geführt hat und nun gleiches mit Deutschland vorhat. Die Rentner wählen wie seit Kohl den Mann, der ihnen eine schöne Rente garantiert und durch Nichtstun für Stabilität sorgt. Und die zunehmende Zahl von Nichtwählern äußert damit ihr Einverständnis mit der herrschenden Kaste. Nur 19% der Sachsen haben der siegreichen CDU ihre Stimme gegeben. Angeblich gehen die Leute nicht zur Wahl, um die Regierung abzustrafen oder weil sie sich hilflos fühlen. Doch wieso gehen sie nicht zur Urne und helfen mit, eine Regierung, der sie nicht vertrauen, abzuwählen? Nein, Nichtwählen ist kein Protest, es ist wohl nur Bequemlichkeit. Letztlich hat sich die Mehrheit der Sachsen wieder einmal für Niedriglohn, Ärzte- und Lehrermangel, weitere Einsparungen bei der Polizei, Braunkohle, Bürgschaften für Pleite-Banken, überfüllte Kitas und marode Sport- und Freizeitstätten ausgesprochen. Wahlen in Deutschland waren schon immer ein besonderes Phänomen, aber in Sachsen zeigt sich die Unfähigkeit zur Demokratie am deutlichsten. Wir wollen wieder einen Keenich, oder wenigstens so was wie einen kleinen Hitler.
Nachtrag: dass es die NPD nun doch nicht geschafft hat, darf uns nicht beruhigen. Es waren nur 800 Stimmen, die fehlten.   

 

31.08.2014 – Krauss-Maffei bleibt immer Gewinner
Waffenembargo gegen Russland – und Stirnrunzeln bei den Bossen von Thyssen-Krupp, Rheinmetall und Kraus-Maffei. Und wie immer das Totschlagargument von 300000 gefährdeten Arbeitsplätzen! Doch nur kurze Zeit, denn nun geht es doch wieder seinen gewohnten Gang. Erst haben wir den Irakern Waffen geliefert, gegen die Kurden. Nun hat die IS diese Waffen erbeutet, und kämpft gegen die Kurden. Also wird der Feind zum Freund, und wir liefern nun zur Abwechslung den Kurden Waffen. Und falls diese mit unseren Waffen gegen unsere Waffen siegen, werden sie sich vielleicht gegen die Türkei wenden. Und wir? Klar, wir liefern dann den Türken Waffen, damit diese gegen unsere Waffen kämpfen können, die gegen unsere Waffen gekämpft haben. So sieht sie aus, die Wahrnehmung unserer Verantwortung. Am besten, wenn sich die „Terroristen“ im Nahen Osten gegenseitig die Köpfe blutig schießen. Das unermessliche Leid in der Zivilbevölkerung ist nur ein Kollateralschaden – Hauptsache Krauss-Maffei bleibt der Gewinner.    

 

06.08.2015 – Mutti ohne Plan, Pfarrer ohne Worte
Es sind zugegebenermaßen schwierige Themen: die bewaffneten Konflikte in der Ukraine und in Gaza. Während in der Ukraine alles klar ist: böser Putin, guter Westen, fehlen unseren Oberen angesichts des Krieges in Gaza die Worte. Kanonenpfarrer Gauck, der zuletzt so gern von deutscher Militärpräsenz in Krisenherden schwafelte, hat kein Wort des Mitleids mit den unschuldigen Opfern übrig. Noch im Mai sprach er sich bei einem Besuch von Peres für eine Zweistaatenlösung aus, eine der wenigen wirklich guten Eingebungen des ehemaligen Friedensaktivisten. Er versichert der jüdischen Gemeinde in Deutschland seine Solidarität, aber angesichts von 1800 toten palästinensischen Zivilisten ist das nicht genug. Mutti macht sich ganz rar, wahrscheinlich ist sie wieder beim Bergwandern ohne Handyempfang und Internet. Wenn Deutschland wirklich für eine friedliche Lösung der Konflikte wäre, würde man das Selbstbestimmungsrecht der Völker akzeptieren und sich dafür einsetzen, dass die kriegerischen Parteien eigene souveräne Staaten bilden könnten. Ein eigener Palästinenserstaat würde der Hamas den Wind aus den Segeln nehmen, genau wie eine prorussische ukrainische Teilrepublik den Rebellen von Donezk. Doch nun hat man ein Rüstungsembargo gegen Putin verhängt. Stattdessen geben wir der Ukraine Kredite, mit der sie Waffen bei uns kaufen kann. Schließlich ist man ja unserer Wirtschaft verpflichtet, was sind da ein paar Menschenleben. Wir haben schließlich unsere Verantwortung zumindest verbal verkündet. Das muss genug sein.   

  

02.08.2014 – Kampf mit ungleichen Mitteln
Der Name des Weitspringers Markus Rehm machte in den letzten Tagen Schlagzeilen. Normalerweise nimmt die breite Menge kaum Notiz, wenn ein Sportler deutscher Meister wird. Doch hier ist das anders, denn Rehm ist behindert und siegte mit einer Prothese. Dafür bekam er eine Goldmedaille, doch die Teilnahme an der Europameisterschaft wurde ihm verweigert. Ja was nun? DM ja, EM nein, der Umgang mit Behinderten im Sport ist katastrophal. Seit der vermeintliche Mörder Pistorius mit Prothesen bei Olympia sprintete, haben es die Verbände nicht geschafft, verbindliche Regeln aufzustellen. Wofür bitte bekommen die Funktionäre eigentlich Geld? Nun reden die einen von einer Chance der Inklusion, die anderen von Bevorteilung. Ausgiebige Analysen sollen nun Klarheit bringen. Worüber? Dass es der Orthopädietechnik heute möglich ist, Hilfsmittel herzustellen, die den natürlichen Gliedmaßen ebenbürtig sind? Aber um Gottes Willen nur ebenbürtig, nicht etwa besser, das wäre furchtbar!
Kein Mensch käme auf die Idee, einen Rollstuhlfahrer gegen einen „gesunden“ Sprinter antreten zu lassen. Zu offensichtlich ist hier, dass die Technik nicht mit normalen Beinen vergleichbar ist. Warum belässt man es nicht einfach dabei? Soll man in Zukunft jede Prothese einem „TÜV“ unterziehen, in dem zertifiziert wird, dass sie keinen Vorteil gegenüber einem Bein hat? Nur um einen Scheinerfolg der Inklusion zu feiern? Und was ist mit den anderen Behinderten, die dieses Glück nicht haben? Inklusion bedeutet, dass Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam trainieren und gemeinsam Wettkämpfe bestreiten dürfen. Die Paralympics gehören abgeschafft, alle Wettkämpfe finden parallel statt, Behinderte dürfen sich mit Nichtbehinderten freuen. Aber: jeder in seiner Disziplin. Es geht nicht an, natürliche Bewegungen mit denen von technischen Hilfsmitteln zu vermischen. Allein die Auswirkungen auf Chancengleichheit, die mögliche Welle von Anrufen der Sport- und Zivilgerichte wegen vermeintlicher Benachteiligungen gebieten das. Ich gratuliere Markus Rehm zu seiner großartigen Leistung, aber ich bedaure, dass er nicht mit anderen Behinderten gemeinsam in seiner Disziplin an nationalen oder internationalen Meisterschaften neben den Nichtbehinderten antreten kann.     

 

18.07.2014 – Freiheitskämpfer oder Mörder
Wieder ist ein malayisches Flugzeug mit fast 300 Menschen an Bord abgestürzt. Doch die Absturzstelle ist diesmal bekannt. Was nicht heißt, dass es einfach wird, die Umstände aufzuklären. Denn die sogenannte freie Volksrepublik Donezk wird alles tun, die Ermittlungen zu torpedieren. Gibt es doch eine Menge Indizien dafür, dass es Milizen des selbsternannten Friedenskämpfers Strelkov waren, die eine neu ins Waffenarsenal aufgenommene Boden-Luft-Rakete vom Typ BUK testen wollten. Noch ist nichts bewiesen, aber egal, es zeigt, wie nahe Freiheitskampf und Terrorismus liegen. Egal ob wir nach Gaza oder die Ukraine schauen. Aus der jeweils eigenen Sicht fühlt sich jede Partei im Recht. Und wir müssen akzeptieren, dass aus Sicht eines neutralen Beobachters dies meist auch richtig ist. Israel verteidigt seine Souveränität, die Palästinenser kämpfen gegen die Vertreibung aus ihrer Heimat, die ukrainischen Russen fühlen sich zu Russland hingezogen, andere zur westlichen Demokratie. Keine Partei hat ein absolutes Recht gepachtet, über andere zu bestimmen. Doch wie auch immer, egal ob Pfarrer Gauck Panzer hinschickt, oder militante Gruppen die Dinge mit Waffengewalt klären wollen: immer sterben auch Menschen, die mit den Konfliktparteien nichts zu tun haben. Und sollten die Freiheitskämpfer von Putins Gnaden aus Donezk für den Abschuss eines ausländischen Zivilflugzeugs verantwortlich sein, oder aber die ukrainische Armee einer neuen Regierung von Obamas Gnaden, gehören sie vor ein internationales Gericht und müssen als Mörder verurteilt werden. Aus Kämpfern für eine gerechte Sache sind Terroristen geworden, die keine Gnade verdienen. 

 

26.06.2014 – Ein Pfarrer, ein Linker und die Nazis

Was haben diese Leute gemein? Nun, der SPD-Fraktionschef Oppermann hat vorm Bundestag einem Linken, der einen Pfarrer kritisiert hat, Nazistrategie unterstellt. Dumm nur, dass es sich bei dem Pfarrer um unseren Bundespräsidenten Gauck handelt. In einem Interview mit dem DLF hatte sich unser Kanonenpfarrer zum wiederholten Male für den Einsatz militärischer Mittel ausgesprochen. Wörtlich sagte er (ich zitiere das ausdrücklich, um nicht einer falschen Auslegung bezichtigt zu werden): „In diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen“. Herr Gauck weiß also, wer unschuldig ist. Nehmen wir den Irak: Sind es die Sunniten oder Schiiten? Auf welcher Seite bitte sollen wir die Waffen ergreifen, Herr Pfarrer? Tatsache ist doch, dass es egal ist, weil immer, wenn zu den Waffen gegriffen wird, Unschuldige getroffen werden. Hat das dieser Pfarrer bis heute nicht begriffen? Und hat man ihm nicht gesagt, was seine Aufgabe ist? Er möge Deutschland repräsentieren, und dazu Moral, Frieden und Freiheit vertreten. Es steht ihm als nicht vom Volke gewählt nicht zu, sich in die Außenpolitik einzumischen! Und nun hat doch ein Linkspolitiker es gewagt, ihn als „Kriegstreiber“ zu bezeichnen und ausgesprochen, was viele Menschen bewegt, Menschen, die keineswegs alles Linke sind, sondern Menschen mit Moral und Wertvorstellungen, wie man sie von einem Pfarrer erwarten würde, Menschen, die nicht wollen, dass ihre Kinder in den Krieg geschickt werden. Und all denen hat nun Herr Oppermann Nazistrategie unterstellt. Tausende, wenn nicht Millionen Bürger wurden von diesem Herrn Volksvertreter in eine Ecke mit den Nazis gestellt und somit persönlich beleidigt und angegriffen. Nur dem Fußball ist es zu verdanken, dass es so wenige gemerkt haben. 

 

18.06.2014 – Selfie mit Mutti

Ich bezweifle, dass Mutti weiß, was ein Selfie ist, aber sie hat es getan. Sie hat sich mit Müller und Co. in der Kabine nach dem Duschen ablichten lassen. Denn der Zufall wollte es, dass ein kleiner Staatsbesuch bei Frau Rousseff  zum Thema Spionage der NSA ausgerechnet an jenem Tag geplant war, da Deutschlands Kicker ihr erstes Spiel machten. Dank dieser glücklichen Fügung musste Fußballfan Merkel natürlich den Regierungsjet nehmen,  der immer noch nicht von BER starten konnte. Nun hat sich schon die Misere angekündigt: Innenminister de Maiziere, der enger mit dem NSA kooperieren möchte, will es ihr beim nächsten Spiel gleich tun. Schließlich ist er ja der höchste Hüter des Sports, da ist ja Fußball eine Dienstreise wert. Wahrscheinlich wird er mit den Spielern duschen. Nur Kanonenpfarrer Gauck hat sich noch nicht geäußert. Aber da er ja sowieso der Meinung ist, Deutschland müsse sich in der Welt Respekt mit der Waffe sichern, ist ihm Respekt beim Ballspiel wohl eher was für den Kindergarten.
Trotzdem fällt auf, dass es nicht nur die tollen Spielerfrauen sind, sondern auch die weibliche Politelite, die Fußball über alles stellt. Während in Chemnitz OB Frau Ludwig ein neues Fußballstadion bauen lässt, während das Sportforum,  die Radrennbahn, die Eisschnelllaufbahn und die Schwimmhallen wegen Baufälligkeit heute oder morgen geschlossen werden müssen, düst Mutti mal nach Brasilien für ein Quickie – pardon Selfie -  mit den Superstars, zu denen sie sich bestimmt auch schon zählt.
Und wo war sie in Sotschi? Ach ja, da gab es ja Menschenrechte. Da wurden Menschen aus ihren Hütten vertrieben. Und da regiert der Beelzebub. Unsere Sportler zählten da mal einfach nichts, verdienen die doch auch nur einen Pappenstiel im Vergleich zu den Superkickern. Es interessiert doch keine Sau wenn sich Mutti mit Carina Vogt ablichten lässt. Wie anders in Brasilien! Menschenrechte? Vernichtung des Regenwaldes? Die Blatter – Mafia? Doch keine Themen für Mutti, wenn sie sich Millionen Deutschen, jeder ein Bier in der Hand, auf dem Bildschirm präsentieren kann, die Arme fast auf Achselhöhe erhoben!  

 

02.06.2014 – Zeichen und Knüppel
Gestern hat der SPD-Politiker Patrick Dahlemann aus Torgelow den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis erhalten. Mit 10000 Euro wird seine Zivilcourage und sein Mut gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet. Letzte Woche wurde der MdL der Linken Neubert von einem gewissen Richter Ponsold in Dresden zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt, das gleiche Urteil hatte vorher schon den Abgeordneten der Grünen Lichdi getroffen. Sie hatten an einer friedlichen Blockade eines von der Polizei geschützten Naziaufmarschs teilgenommen. Wohlgemerkt, auf Bundesebene wird diskutiert, die NPD als verfassungsfeindlich zu verbieten. In Sachsen erhält sie Polizeischutz, und mehr Stimmen bei Europa- und Kommunalwahlen wie in jedem anderen Bundesland. Nirgendwo ist die NPD so stark wie hier, und darf sich so sicher fühlen.
Nun hat Dresdens OB, Frau Orosz (CDU), dazu aufgerufen, bei einem genehmigten Neonaziaufmarsch ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Sie hat sozusagen zu kriminellem Handeln aus Sicht der Dresdner Richter aufgefordert. Ich wünsche mir, dass sich Frau Orosz persönlich an der Seite ihre Parteifreundes Tillich an einer friedlichen Blockade beteiligt, von der Polizei den Knüppel zu spüren bekommt, arretiert und verurteilt wird.  Vielleicht vergeht unserem Ministerpräsidenten dann mal sein ewiges Grinsen.    

 

10.05.2014 - Sachsen liegt rechts 

„Linke Gewalt stark gestiegen“ lautet eine Schlagzeile nach der Präsentation des Verfassungsschutzberichts 2013 in Sachsen. Doch wer nun meint, von den Linken ginge eine übermäßige Gefahr aus, muss etwas mehr lesen als nur Überschriften , denn die sind trügerisch, werfen aber ein bezeichnendes Bild auf die Haltung der Staatsregierung zum Extremismus. 582 Straftaten (2012: 396) der linksextremen Szene stehen immer noch 1635 (2012: 1602) der Rechtsextremisten gegenüber, das ist das 3fache. Auch die Personenzahl spricht Bände: 2500 bekannten rechten stehen 750 linke Extremisten gegenüber. Doch das wird nur im nNebensatz erwähnt. Schaut man sich nun die Hintergründe an, stellt man mit Eerschrecken fest: Viele mutige Bürger, darunter sogar Abgeordnete, werden hier linksextrem kriminalisiert. Denn es gibt einen guten Grund, der die Zunahme „linkerGewalt“ erklärt: Während Naziaufmärsche zunehmend unter Polizeischutz gestellt werden, werden zumeist friedliche Gegendemonstranten, die bei Sitzblockaden Rückgrat zeigen, von der Polizei angegriffen. Wie in Plauen am ersten Mai, als die Polizei sogar eine Kirche stürmte, in die sich Gegendemonstranten geflüchtet hatten. Die Anklagen gegen Nazigegner wie die Abgeordneten Andre Hahn, Johannes Lichdi oder Jugendpfarrer König werfen ein bezeichnendes Licht darauf, wie in Sachsen mit der neuen braunen Gefahr umgegangen wird. Da ist es wenig tröstlich, wenn Minister Ulbig am Ende verkündet, dass Rechtsextremismus  immer noch das größte Problem darstellt. Wenn die Justiz eines Staates die Nazis schützt und Gegendemonstranten kriminalisiert, wenn die Pannenserie gegen die NSU schon organisiert zu sein scheint, wenn mehrere Experten ihre Mitarbeit im NSU-Ausschuss verweigern, weil es der sächsischen Staatsregierung an „Engagementfür die Aufklärung gegen rechts“  mangele, dann stimmt das mehr als bedenklich. 

 

25.03.2014 – Eine Hecke gegen die Nachhaltigkeit

Zwischen Burgstädt und Lunzenau wird durch den Nabu gemeinsam mit einem Landbesitzer eine Feldhecke angelegt, wie sie früher üblich waren, als Rückzugsgebiet für bedrohte Tiere wie Feldhasen und Neuntöter. Doch den CDU-Politikern Thomas Schmidt (MdL) und Peter Jahr (EU-Abgeordneter) ist das Gestrüpp ein Dorn im Auge. Angesichts des Hungers in der Welt sei es nicht akzeptabel, wertvolles Ackerland für etwas herzugeben, was bloß den Traktoren im Weg steht. Das Wissen über nachhaltige Landwirtschaft und Naturschutz ist im Osten noch kaum angekommen, hier, wo das Erbe der LPGen die Landwirtschaft dominiert. Als wir vor 15 Jahren “an den Feldrand” gezogen sind, teilten sich 4 Landwirte die Flächen, und ein großer Teil war nur Grünland für ein paar Kühe.Es gab einen Hermelinbau, einen Dachsbau am Waldrand, und 4 oder 5 Feldhasen flitzten über die Wiesen. Dann kamen die Flächen wieder zum Agrargroßbetrieb, alles wurde umgepflügt, und seitdem wechseln sich von Jahr zu Jahr Raps, Mais, Getreide ab, soweit das Auge reicht. Riesentraktoren verteilen Dünger und spritzen Gift. Die Tiere sind verschwunden. Und der Boden erodiert, jedes Frühjahr spült die Schneeschmelze oder Starkregen braunen Schlamm in unsere Gärten. Wo ist hier Nachhaltigkeit? Raps gegen den Hunger der armen Welt? Doch eher für den Hunger der Autos in der reichen Welt! Mais für Nachhaltigkeit? Doch eher als Viehfutter für Kühe, die keine grünen Weiden mehr sehen. Klar dass diese Politiker auf die Tränendrüsen drücken und Nachhaltigkeit heucheln: Der eine ist Chef einer Agrargenossenschaft, der andere Besitzer eines 400ha-Betriebs. Sie müssen wirtschaftlich denken. Und mit Energiepflanzen kann man mehr verdienen als mit Brotgetreide.  Denn es sind natürlich nicht ein paar Hecken, die für den Hunger verantwortlich sind, sondern die Ausbeutung der Menschen und der Natur im Namen der Wirtschaftlichkeit.  

 

 09.03.2014 – Kampf um die Krim, ein Tatarenstück
Was ist eigentlich Völkerrecht? Das Recht eines Volkes, für sich selbst zu sprechen? Oder das Recht der Politiker, die Meinung des Volkes zu ignorieren und statt seiner zu sprechen? Spätestens seit Napoleon sprechen wir vom Völkerrecht, entweder um Kriege zu verdammen, wenn wir andere im Unrecht wähnen, meist aber um Kriege zu rechtfertigen, wenn wir uns im Recht glauben. Und was ist ein Volk? Ist es eine Gemeinschaft, die eine Sprache spricht und eine Kultur hat? Oder ist es eine Bevölkerung eines Staates, die von den Politikern „vertreten“ wird? Und was ist die Ukraine? Ein Staat? Ein Volk? „Ukraine“ bedeutet Grenzmark, es war die östliche Bastion der Slawen gegen die Steppenvölker. Dann wurde in Kiew von Wikingern der Grundstein des Russischen Staates gelegt. Unter slawischer Führung verlagerte er sich nach Moskau, die Ukraine kam zu Litauen-Polen. Es gab nie wirklich einen ukrainischen Staat, erst 1917 gründete sich eine ukrainische Volksrepublik, die 1920 von der Sowjetunion annektiert wurde. Seit deren Zerfall erst wurde die Ukraine formal unabhängig, blieb aber eng mit Russland verbunden, da ein Großteil der Bevölkerung Russen sind. Und die Krim? Die Krim war Tatarenland. Als Khanat gehörte sie zum Osmanischen Reich. 1783 erklärte Katharina die Große die Krim „von nun an und auf alle Zeiten“ zu einem Teil Russlands. In der Sowjetunion hatte die Krim, die nun vorwiegend von Russen bewohnt wurde, Autonomiestatus. Doch 1954 schlug Chruschtschow, ein Nachfolger Stalins und Ukrainer, die Krim der Ukraine zu, in einem verwaltungspolitischen Akt, wie wir heute die Kreisgebietsreform haben. Eigentlich ein Unfall, wie die Krim zur Ukraine kam und mit dieser selbständig wurde. Solange die Ukraine Russland-freundlich blieb, war das den Krimrussen egal. Doch nun haben wir den Salat. Die Ukraine will nach Westen, die Krimrussen (natürlich) nicht. Und was sagt das Völkerrecht dazu?  Der Westen sagt: Die Krim muss mit! Der Osten sagt: Die Krim bleibt da! Merkt ihr was? Immer wenn ein Volk in den Westen will, das Mutterland es aber nicht lässt, finden wir den Bürgerkrieg gerecht, und unterstützen die Abtrünnigen im Namen des Völkerrechts, siehe Kosovo. Doch wenn mal ein Volk nicht in den Westen will, finden die Politiker dies rechtswidrig. Unsere gute Mutti hat klare Worte gefunden: Ein Volksentscheid der Krimbewohner verstößt gegen das Völkerrecht! Und wenn die das nicht begreifen schmollt sie und geht nicht zum G8-Gipfel. Verständlich! Denn ein demokratischer Staat, der selber Volksentscheide nicht zulässt, weil die Regierung offenbar Angst vor ihrem Volke hat, kann es nicht gutheißen, wenn ein Volk selber entscheiden will. Denn die strategische Bedeutung der Krim für Russland war uns und den USA schon immer ein Dorn im Auge, und das – nur das – ist „völkerrechtlich“ relevant.

 

17.02.2014 – Von Eliten und den kleinen Jungs
Also dieser Etatü oder wie der heißt ist schon ein schräger Vogel. Da bestellt der sich Jungensbilder in Kanada, als ob es das nicht auch hier gäbe (denn ob unsere Polizei das herausgefunden hätte, wer weiß). Jedenfalls hat die in Kanada das herausgefunden und unsere Ermittlungsbehörde informiert. Und ein Chefermittler hat den Innenminister informiert, denn der Name taucht als MDB auf. Der saubere Herr Minister nun plaudert das mal so beiläufig aus, oder besser: als bayerischer Gutmensch steckt er es den bösen Genossen. Was hat ihn wohl dabei geritten? Der Tatbestand ist klar: Verrat von Dienstgeheimnissen, und nun muss er das Handtuch nehmen. Der Etatü legt sein Mandat nieder, und der Rest ist Sache der Staatsanwaltschaft. Ende Gelände, und man könnte sich wieder ans Regieren machen. Aber doch nicht in Deutschland!
Jetzt muss man doch erst mal allen Dreck aufwühlen und übereinander herziehen. Wer ist der Verräter? Wer hat wem was und warum muss der und warum die anderen nicht auch und der Böse ist doch nicht böse sondern die anderen. So schäumt der bayerische Barde Seehofer. Der Verrat war ja politisch korrekt, sind sich alle einig. Und der Minister bekommt einen neuen Spitzenjob, denn dieses loyale Verhalten (Herr Friedrich hat eine Straftat in Kauf genommen um einen Gegner zu schützen!) muss doch belohnt werden.
Und der Edathy? Raus aus dem Bundestag, raus aus der Partei – richtig so! Er beteuert Unschuld, wie man das eben so macht, die Ermittler finden nur Datenmüll, sind nackte Jungs schon Pornographie? Sein Lappie, mit dem er sich bei den langweiligen Bundestagsdebatten die Zeit vertrieben hat (irgend was nützliches muss man ja für die mehr als 7000 Euro machen) ist ihm nun noch gestohlen worden – zu dumm wenn man nicht weiß wie man da die Festplatte ausbaut.
Doch Seehofer hat andere im Visier, die Genossen – welch verdorbener Verein, so keift er herum! Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass es mich nicht wundern würde, wenn eines Tages herauskäme, dass dieser Bessermensch kleine Jungen verführt hat?

 

11.02.2014 – Spiele und ein Bomben-Pfarrer
Die Putin-Spiele sind in vollem Gange. Und dank eines hartnäckigen Journalisten wissen wir endlich, dass das NOK 30 Medaillen erwartet. Es wollte diese Zahl nicht veröffentlichen, denn egal wie viele es am Ende sein mögen, jeder Sportler wird das Beste gegeben haben. Die Vorgabe ist eine Verrechnungseinheit für die Geldverteilung, man kann daran nicht die Leistung der Einzelnen messen. Aber worüber soll die Journaille am Ende schreiben, wenn es wieder mal nicht so gut gegangen ist? Der politische Affront ist bis dahin vergessen.
Bomber - Gauck hat dem Zar die kalte Schulter gezeigt. Oder den Sportlern?  Statt seine Botschaft dem friedlichen Wettstreit zu widmen schlägt er andere Töne an. Deutschland soll mehr Präsenz zeigen in der Weltpolitik, so seine Forderung. Wir sollen statt Zurückhaltung in Krisengebieten mehr Stärke zeigen, auch mit Waffengewalt, wenn diese aus ethischen Gründen geboten wäre, so seine Worte auf der (Un)Sicherheitskonferenz von München. Kann man Waffengewalt jemals ethisch begründen? Wer bestimmt, was ethisch ist? Der Menschenrechtler –wie er sich selbst sieht – Gauck, der am liebsten in Syrien einmarschieren würde? Oder Putin, der Zar, der das Riesenreich zusammenhalten muss?  Oder Obama, Xi Jinping? Der Pfarrer Gauck glaubt sicher, dass sein Gott die Wahrheit über Gut und Böse kennt. Doch die Kriegsparteien in Syrien glauben das auch. Wieviel besser als ein Kampf mit Waffen ist da der sportliche Wettstreit. Doch der wird vom neuen Bomber der Nation ignoriert. Vielleicht wollte er Putin brüskieren, vielleicht auch die korrupten Funktionäre im IOC, aber am meisten trifft es wohl die Sportler, die für ihr Land einmarschiert sind.

 

15.01.2014 – PISA und die Hochbegabten

Meine 10jährige Enkelin bekommt ständig Hausaufgaben:  "Ausarbeitung eines Vortrages über...".  Erst war es über eingelesenes Buch - gut, dann der Fuchs - auch gut, doch jetzt ist  das Thema „der Islam“. Die Aufgabe: ein siebenminütiger Vortrag mit Materialsammlung.  

Um sie etwas einzustimmen, habe ich ihr erzählt, was ich so über den Islam weiß, ohne auf Kriege oder Terror einzugehen. Nach etwa 2 Minuten war ich mit meinem Latein am Ende. Weitere 3 Minuten habe ich gebraucht, um mit ihr Schreibweise und Aussprache des Wortes Prophet zu üben. Bei Schiit habe ich dann gedacht: wer denkt sich eigentlich so etwas aus? Anstatt in der Grundschule Grundwissen wie Schreiben, Rechnen und Lesen zu vermitteln und zu vertiefen, dazu noch etwas über ihre Umwelt zu lernen, werden die Kinder mit derartigen Hausaufgaben und Themen maßlos überfordert. Denkt man im Kultusministerium, dass es in Sachsen nur Hochbegabte gibt?

Grundsätzlich sind doch solche Aufgaben nicht ohne Hilfe der Eltern lösbar. Die Benotung eines Vortrages eines 10jährigen Kindes bedeutet eine Benotung, wie gut oder schlecht die Hilfestellung durch die Eltern war. Damit zeigt sich auch eine Misere des deutschen Bildungssystems:  die Benachteiligung von Kindern aus sozial schwachem Umfeld.
Nun kann man sicher an einfachen Themen das Herangehen an einen Vortrag üben, wenn das gemeinsam während des Unterrichts gemacht wird. Natürlich weiß ein 10jähriges Kind meist schon, dass es im Internet so etwas wie Wikipedia gibt. Aber müssen es Themen wie Islam oder der Urknall sein? Nach dem Lesen der ersten zwei von 20 Seiten weint das Kind. Die Folge: die Eltern (oder Großeltern) müssen die Aufgabe der Lehrer übernehmen.  Letztlich arbeiten sie den Vortrag aus und versuchen dem Kind wenigstens zu erklären was es da vorlesen soll. Was bitte soll das? So etwas gehört vielleicht in die Klasse 8!
Auf meine Anfrage beim Kultusministerium erhielt ich folgende Antwort:

"Das Thema Hausaufgaben ist in der Schulordnung Grundschulen im § 17 geregelt.
Hausaufgaben sind so vorzubereiten und zu stellen, dass die Schüler sie ohne außerschulische Hilfe in angemessener Zeit bewältigen können." Damit ist man fertig. 

Ich wundere mich nicht mehr, dass Deutschland bei PISA so schlecht dasteht.

  

31.12.2013 – Ein Blick zurück ist ein Blick nach vorn

Vor 450 Jahren sah es im Erzgebirge traurig aus. Der Silberwahn, der immer mehr Gruben und in deren Gefolge Hüttenwerke hervorbrachte, hatte die Berge kahl gemacht. Buchen, Tannen, Ahorn und Ulmen waren aus den wenigen verbliebenen Wäldern verschwunden. 1560 zog der Kurfürst August die Notbremse und erließ eine „Holzordnung“.

Vor 300 Jahren postuliert der sächsische Oberberghauptmann Carl von Carlowitz das erste Nachhaltigkeitsprinzip: „Du sollst nur so viel Holz schlagen wie auch nachwachsen kann.“

Noch einmal, in den 80er Jahren, war es traurig bestellt: Die Schwefeldämpfe aus den böhmischen Braunkohlekraftwerken ließen den Wald großflächig absterben, übrig blieben gespenstische Telegrafenstangenplantagen. Das Erzgebirge hat sich seit dem erholt.  Heute nun habe ich folgendes Statement gelesen:

„Der ethische Grundsatz der Nachhaltigkeit lautet: Jede Generation muss ihre Aufgaben lösen und darf sie nicht den kommenden Generationen aufbürden. Dagegen verstößt, wer eine Wirtschafts- und Sozialpolitik auf Pump macht und künftigen Generationen steigende Staatsschulden hinterlässt. Das gleiche gilt, wenn Investitionen für die wirtschaftliche Zukunft vernachlässigt werden und stattdessen schneller und kurzfristiger Konsum in den Vordergrund rückt.“ Das könnte aus den Statuten der Grünen oder der UNESCO sein. Ist es aber nicht. Es ist aus der Feder unserer Mutti (oder ihrem Schreiber-Büro), nachzulesen hier:

http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Themen/Nachhaltigkeitsstrategie/1-die-nationale-nachhaltigkeitsstrategie/_node.html

Doch Papier ist geduldig. Die Realität sieht anders aus. Betrugen die Staatsschulden 2005 noch etwa 1445 Milliarden Euro, sind sie in den 8 Jahren Kanzlerschaft auf 2128 Milliarden angewachsen. Das ist eine Last für viele, viele künftige Generationen. Doch wen kümmert es,  wenn die Regierigen gegen ihre eigenen ethischen Grundsätze verstoßen? In diesem Sinne: vergesst die Ansprachen, die auch nur auf Papier geschrieben sind. Messt Sie an Ihren Taten in einem hoffentlich besseren 2014.

 

18.11.2013 – Bischöflicher Ablasshandel

Der Limburger Protzbischof  hat sich gegen die Zahlung von 20000 Euro von einer Verurteilung wegen Meineids freigekauft. Früher haben die Bischöfe Ablasszettel verkauft, um Sünder vor der Hölle zu bewahren, nun ist die Kirche soweit, dass ihre eifrigsten Hirten sich selber freikaufen müssen. Auch nachdem Franziskus ihn ins Kloster verbannt hat zeigt Tebartz-van Elst wenig Einsicht. Statt ein Zeichen für Demut zu setzen und der Armut zu begegnen sucht er sich ein warmes bayerisches Barockensemble, seinem Palast angemessen, um sich selbst zu betrauern. Dabei ließ er verlauten, er sei zur Versöhnung bereit. Versöhnung mit wem? Mit den vielen, die seinetwegen der Kirche den Rücken kehren? Hat er vergessen, dass Arroganz und Prunksucht bereits einmal die Kirche gespalten haben?  Wäre es nicht an ihm gewesen, um Vergebung zu bitten? Wenn einst das Jüngste Gericht zusammenkommt zeigt es hoffentlich weniger Nachsicht wie die Hamburger Richter 

 

 03.11.2013 – Rathaus auf Sparkurs

Schließung zweier Freibäder und des Wildgatters, Reduzierung der Kita-Angebote und der öffentlichen Spielplätze, Einsparung von SchulsekretärInnen,  Erhöhung der Sportstättengebühr und Auflösung der Ortschaftsräte: so die Quintessenz einer Studie Nürnberger Unternehmensberater zu Sparpotenzialen der Stadt Chemnitz. 1,5 Millionen könnten so jährlich gespart werden. Besonders originell: die eingesparten Spielplätze könnten als Bauland verkauft werden. Doch die Stadträte, die diese Studie initiiert hatten, sind empört, und die Bürger sind schockiert. Nicht nur, dass die meisten dieser Vorschläge seit Jahren immer wieder diskutiert werden, sondern auch weil die Nürnberger dafür 300000 Euro kassiert haben, obwohl jeder halbwegs kompetente Rathausmitarbeiter bei Blick in die Bücher selber darauf kommen könnte. Dabei war das angebliche Ziel der vom Rathaus vergebenen Studie herauszufinden, wie das Rathaus selbst durch schlankere und effizientere Strukturen seine Verwaltungskosten senken könne. Ob die Herren Berater dazu etwas in Erfahrung gebracht haben ist aus dem, was an die Öffentlichkeit drang, nicht zu entnehmen. Wie wenig sich die Nürnberger aber mit der Situation vor Ort auseinandergesetzt haben zeigt, dass sie an den 20 oder mehr Millionen für einen auf die Viertklassigkeit zustrebenden Fußball offenbar nichts auszusetzen hatten. Am besten wäre es, nach den Ortschaftsräten schafft sich das Rathaus selbst ab und privatisiert die Verwaltung, nicht ohne vorher noch eine Studie in Auftrag gegeben zu haben: Wie kann die Stadt Chemnitz, der von Jahr zu Jahr mehr Einwohner davonlaufen, dafür sorgen, dass ihre Stadt wieder attraktiver wird? Ich glaube, ich weiß schon zu welchen Resultaten die Nürnberger Berater kommen würden.

 

16.10.2013 – Unser Dank den edlen Spendern

Die CDU durfte sich über die Kleinigkeit von 690.000 € freuen. Familie Quandt hat dieses Handgeld, das gerade mal 0,002% ihres Vermögens ausmacht, gegen eine Spendenbescheinigung fürs Finanzamt überwiesen. Familie Quandt ist Hauptaktionär von BMW und tut das nach eigenem Bekunden öfters. Letzteres soll Beleg dafür sein dass man natürlich keine Gegenleistung dafür erwarte. Um jeden Verdacht zu zerstreuen hat man die Spende erst nach der Wahl gezahlt, nicht ohne aber die Partei schon vor Monaten darüber informiert zu haben. Nach dem Motto: sei schön brav! Und prompt hat der dicke Alti von Mutti den Tipp bekommen, in Brüssel doch mal auf die Bremse zu treten. Da ging es darum, über den schon ausgearbeiteten Beschluss abzustimmen, dass ab 2020 der CO2-Ausstoß von Autos auf  95g/km beschränkt wird, Flottendurchschnitt, versteht sich. Doch weder der 1er noch der elektrische i3 lassen dies realistisch erscheinen, angesichts der großen Palette an „Premium“-Fahrzeugen. Unsere beste Automobilindustrie der Welt müsste zur Erreichung dieses Ziels mächtig klotzen, um ihrem Ruf als Innovationsführer gerecht zu werden, und das würde große Summen an Investitionen kosten. Also blockiert unsere große Umweltretterin, die sich schon auf Grönland ablichten ließ, dieses Ziel. Natürlich mit dem beliebtesten Totschlag- Argument der letzten 8 Regierungsjahre, dem Damoklesschwert der Arbeitsplatzvernichtung. Dabei ist Innovation Deutschlands einzige Waffe gegen China, wo die Wirtschaft brummt, aber die Kinder im Smog krank werden. Wie viel Arbeitsplätze könnten geschaffen werden, wenn wir mehr in Umwelttechnologien und Forschung investieren würden! Aber was geht die Murkel die Schaffung neuer Arbeitsplätze an, wenn sie schon dafür gefeiert wird, wenn sie die bisherigen so halbwegs erhalten kann? Zumindest glauben das die Leute… Und wer soll das bezahlen? Familie Quandt? Da spendet die doch lieber mal umgerechnet auf das Niveau des deutschen Durchschnittsbürgers 50ct, da spart man `ne Menge Ausgaben und hat schnell ein Mehrfaches wieder auf dem Konto.   

 

 11.10.2013 – Die Mutti – Hypnose

Laut ARD Deutschlandtrend haben sich die meisten Deutschen verwählt. Offenbar haben sie vor der Wahl vergessen, sich über die Wahlprogramme und Ziele im Falle eines Wahlsieges zu informieren. Oder aber die PISA-Studie für Erwachsene hat recht: die Mehrheit der Deutschen kann Wahlprogramme weder lesen noch verstehen. Denn angeblich sind 92% der Deutschen für Schuldenabbau, bei der SPD auf Priorität 2 im Wahlprogramm. 88% wollen die Energiepreise senken, was eine Änderung des EEG-Gesetzes bedeutet, Forderung der SPD. 85% wollen Mindestlohn und 58% eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, beides von allen linken Parteien gewollt, nur nicht von der CDU. Immerhin 49% sind für die Abschaffung des Betreuungsgeldes, eine CDU-Erfindung. Die gleiche Zahl ist zwar auch für Ausländermaut, aber die ist ja rechtlich nicht durchsetzbar, sondern nur ein PR-Gag der Ultraschwarzen. Also eigentlich ist die Mehrheit der Deutschen gegen Sozialabbau, gegen Energielobby, gegen schwarze Familienpolitik, gegen die Verschärfung der Gegensätze zwischen Arm und Reich. Angesichts dieser Zahlen frage ich mich nun: Hey Leute, warum habt ihr nicht das gewählt was ihr wollt? Mir fällt dazu nur eines ein: Von den charismatisch zur Raute gefalteten Händen der Mutti geht eine hypnotische Wirkung aus,  die jeden, der dazu diese Worte „Ich wünsche mir ein Deutschland“ gehört hat, verzauberte.  Wie sonst kann jemand, der in 8 Jahren so wenig erreicht hat, der jeden Erfolg als seinen persönlichen verbucht und für jeden Misserfolg einen Schuldigen gefunden hat, der so viel geredet und sowenig gesagt hat, so über alle Maßen beliebt sein? Und nun, nach dem Erwachen, wünschen sich alle am liebsten eine SPD-Regierung, aber mit der Übermutti als Kanzlerin.

 

02.10.2013 – Die goldene Mitte

Deutschlands Rentner haben Billiglohn statt Mindestlohn, Ärzte- und Lehrermangel gewählt. Da weiß man was man hat, bloß keine Experimente! Also ist sicher, an der Spitze unseres Landes wird weiter gemurkselt. Die Schlagzeilen überschlagen sich. Schäuble plant Reichensteuer, Seehofer verspricht: mit mir nicht. Peer tritt ab, Trittin auch. Neue Spitzen sucht das Land. Rot will nicht mit schwarz, oder doch? Man will erst verhandeln und dann die Mitglieder fragen. Grün lehnt schwarz nicht ab, und umgekehrt. Nur den Wechsel, den man versprochen hat, den will man nicht. Da ist immer noch von SED-Erbe die Rede, obwohl diese Partei vor 24 Jahren mit ihrem Staat untergegangen ist. Rot–Grün hat den Blick nach vorn verloren, ist in der Vergangenheit gefangen. Damit bleibt ein Wechsel wohl für immer ein Wunschtraum. Sie wollen nun auch Parteien der Mitte werden, sagen sie. Denn die Mitte bekommt die meisten Stimmen, egal mit welchem Programm. Aber warum brauchen wir noch mehr bunt angestrichene Parteien der Mitte? Wollen wir österreichische Verhältnisse,wo die verfilzte Mitte seit Jahrzehnten stagniert und die Nationalpopulisten immer stärker werden? Und irgendwann kommt dann ein neuer Messias zu uns… Morgen trinken wir darauf.  

 

22.09.2013 – Schland o Schland

Und nun? Nichts Genaues weiß man nicht. Noch könnte die Alternative für das Deutschland der Deutschen alles platzen lassen. Obwohl Mutti gewonnen hat, hat sie nicht gesiegt. Vermutlich hat sie die Stimmen der ehemals-gelb-Wähler bekommen, die denen nun fehlen. Die Linken haben zwar verloren, aber sie sind die Nummer drei geworden, also eher ein Sieg. Die Grünen haben verloren und das auch nicht schöngeredet, das ehrt sie. Und sie werden auch mit Mutti sprechen, die ist ja auch bisschen Öko. Und Peer? Der hat ja versprochen, die politische Wende herbeizuführen. Vielleicht könnte er das auch, aber da müsste er mit Herrn Gysi mal ein Bier trinken gehen. Das hat er aber vor der Wahl ausgeschlossen. Wobei die Genossen endlich akzeptieren müssen, dass mit dieser Ausschlussansage eine Politikwende immer unwahrscheinlicher wird, auch in Zukunft. Er könnte auch mit Mutti kopulier.. pardon koalieren, aber das hat er ja vor der Wahl ausgeschlossen. Also hat er heute klargestellt: Wenn die Union die absolute Mehrheit erreicht, steht er für eine große Koalition nicht zur Verfügung. Aha! Und – was wahrscheinlich ist – was wenn nicht? Dann muss er zwischen Satan und dem Teufel wählen! Vermutlich wird dann die Millionärssteuer die alles entscheidende Frage

 

02.09.2013 – Das Lächeln der Kandidaten

Inzwischen haben die Wahlkämpfer ja an jeder Laterne einen oder auch zwei Kandidaten aufgehängt. Also habe ich mal versucht, die Plakate beim Vorbeifahren zu lesen, so gut es ging, um zu sehen wie die Parteien aus unseren Steuergeldern Werbung für ihre Ziele machen. Bei uns im Dorf hängt zunächst gar niemand, die paar Stimmen der Landeier fallen wohl nicht ins Gewicht. Aber gleich am Stadteingangsschild geht es los. Ein Gesicht lächelt mich an: „Detlef Müller SPD“ lese ich. Irgendwo in der Ecke noch was Kleingedrucktes, aber da müsste ich anhalten. Das nächste Gesicht: „Frank Heinrich Stimmt CDU“ kann ich entziffern. Irgendwelche Sachaussagen: Fehlanzeige. Klar, sind ja auch nur Händchenheber. Die Aussagen machen allein die Chefs! Nicht besser das nächste Lächeln: „Michael Leutert Die Linke“. Haben die uns wirklich nicht mehr zusagen? Ich bin enttäuscht. Ab und zu taucht ein grünes Plakat auf. Immerhin: „Für Faire Löhne Mindestens Und Du?“ steht da. Das ist doch mal ne Ansage. Und noch was wie „Was der Bauer nicht kennt …“, der Rest verschwindet im Vorbeifahren. Ich lese wohl zu langsam, oder fahre ich zu schnell?  Recht selten sind gelbe Plakate. „Für freie Arztwahl statt Bürgerversicherung FDP“ lese ich, ohne den Zusammenhang zu verstehen. Und dann: „Keine höheren Steuern FDP“. Hab ich was übersehen? Stand da noch „Für Reiche“? Doch schon kommen wieder die Gesichter von Müller, Heinrich, Hinz und Kunz. Dann biege ich auf die Stadtautobahn ein. Und reibe mir die Augen. „Maria statt Scharia“ steht da, „ Einfach Deutsch“, „ Asylflut stoppen“  oder „Energieabzocke stoppen“.Und schließlich „D-Mark statt Pleite-Euro“. Die Plakate sehen geil aus. Auf rotem Grund prangt „NPD“. Die haben ja wirklich mit meinem Geld was zustandegebracht. Wie einfallslos dagegen unsere Spitzenparteien! Aber die kann ich ja dafür im Fernsehen bewundern. Nach der gestrigen Show war ich mir aber nicht sicher: Soll ich Steinbrück wählen oder doch die Merkel? Oder aber den Raab?

 

16.08.2013 – Auf Stimmenfang mit meinem Geld

Gestern hingen die ersten Wahlplakate an den Laternen. Es waren 2 Parteien, die um die frühe Gunst der Wähler buhlten: die Marxisten-Leninisten und die NPD. Zwei Parteien, die vom Verfassungsschutz beobachtet und finanziert werden. Denn scheinheilig ist unser Staat, was die sogenannten Extremisten angeht. Wir beobachten sie durch eine Behörde, die mit der Beobachtung ihre Daseinsberechtigung nachweist, und dafür sorgt, dass über V-Männer die Szene am Leben erhalten wird. Wir unternehmen halbherzig Versuche, die NPD zu verbieten, und gleichzeitig zahlen wir staatliche Zuwendungen. Heute fuhr auch noch gemächlich ein großer Lautsprecherwagen der NPD vor mir her. Und ich habe gedacht: Den hast Du bezahlt!
Ob du willst oder nicht, die bekommen einfach deine Steuergelder, um hier für sich Werbung zu machen. Denn es genügen 0,5% Stimmen, um an der Parteienfinanzierung teilzuhaben. Die Wahl als Geschäftsmodell. Da bin ich doch glatt dafür, dass auf der nächsten Steuererklärung ein Kästchen zum Ankreuzen ist: welcher Partei wollen Sie ihren Anteil zur Parteienfinanzierung zukommen lassen?   

 

05.08.2013 – Zufriedene Leute  

Im Gegensatz zu den dauernd nörgelnden Deutschen zählen die Dänen zu den zufriedensten Leuten in Europa. Und nach unserem Urlaub dort kann ich das verstehen. Die Menschen sind entspannt. Unsere Ferienhaussiedlung war je zur Hälfte von Dänen und Deutschen bewohnt. Während die deutschen Urlauber bereits am Morgen staubaufwirbelnd ihre Autos in Bewegung setzten, um ein Ziel anzusteuern, an dem es etwas zu erleben gab, saßen die Dänen  auf der Terrasse beim Frühstück und lasen Zeitung. Und während wir unseren Hund wegen des strengsten Hundegesetzes Europas brav an der Leine hatten, sprangen die dänischen Hunde von der Terrasse auf den Weg, um unsere Bekanntschaft zu machen. „Deutsch?“ fragt dann der Mann, „Hund nichts gelernt“ und er lacht. Basti hat sich eine Platzwunde am Kopfgeholt, wir müssen zum Arzt. Ein Mann im Wartezimmer, wir können gleich in ein Behandlungszimmer. Eine Schwester kommt, nach nicht mal 10 Minuten der Arzt. Es muss genäht werden. Jetzt müssen wir auch noch ins Krankenhaus, denke ich. Und dann muss Basti da bleiben, um den Verdacht einer Gehirnerschütterung auszuschließen. Aber nein! Der Arzt sucht eine Weile, macht einen Scherz weil die Schwester immer alles wegräumt und er nichts findet, dann findet er ein steriles Nähset und macht die zwei Stiche. So einfach kann das gehen.  Am besten war das Autofahren. Man cruist mit 80 so dahin, und es gibt keinen Stress. Keine wilden Überholer, keine notorischen Spurwechsler, man ist total relaxt. Und man verbraucht plötzlichnur noch 65% gegenüber zu hause. Dass das Benzin 1,70 kostet, Diesel nicht viel weniger – wen stört´s? Man fährt preiswerter als in Deutschland, und als ich ab Flensburg wieder den Wahnsinn auf deutschen Autobahnen hatte, habe ich mit Wehmut daran gedacht, wie die Idee von Herrn Gabriel zum Tempolimit von den eigenen Genossen zerissen wurde! Wieso können in Deutschland die Politiker keine vernünftigen Ideen umsetzen, und wieso können die meisten Deutschen solche Ideen nicht akzeptieren? Da wollte mich wieder jemand für den ADAC werben. Wie ist es mit dem Tempolimit, frage ich. Um Gottes Willen, da sind wir natürlich dagegen! Okay, sage ich, dann seid ihr nicht mein Verein!

 

12.07.2013 – Die nächste Welle kommt bestimmt

Die Flut ist weggetrocknet. Die Spendenaktionen sind beendet. Die Politik hat nichts aus den Fluten gelernt, und leider auch viele Menschen nicht. Solange Hochwasserschutz dem Kleinklein kommunaler Instanzen übertragen wird, denen weiter nichts wie noch höhere Mauern einfällt, werden die Folgen immer dramatischer werden. Höhere Mauern bedeuten nur, die Flut dem Nachbar zuzuschieben, von Ort zu Ort, und dann von Land zu Land. Wir brauchen endlich wissenschaftliche Modelle über Flutungsflächen, wo das Wasser sich ausbreiten kann, und zwar länderübergreifend von der Quelle bis zur Mündung. Es müssen Hochwassergefährdungszonen ausgewiesen werden, in denen nicht gebaut werden darf. Eine Hochwasserpflichtversicherung muss eingeführt werden, mit Prämien nach Risikoklassen. Das wäre ein Anreiz, vielleicht endlich solche Gebiete zu meiden und umzusiedeln. Der einzelne mag noch mit einer Mauer geschützt werden, aber umso größer wird die Gefahr der Verwüstung flussabwärts. Solchen Flutwellen muss schon im Entstehen Einhalt geboten werden, und dazu Geld in die Hand zu nehmen ist am Ende viel billiger als zerstörtes 3 mal wieder aufzubauen. Für soviel Unverstand habe ich kein Verständnis mehr, und keine Spende.  

 

05.06.2013 – Die Maiziere muss ein Ende haben

Vor 13 Jahren begann die Misere, als unter dem roten Radfahr-Minister Scharping erstmals über die Anschaffung von Drohnen nachgedacht wurde. Und quasi gleichzeitig wurde die luftverkehrsrechtliche Zulassung von Experten im Verteidigungsministerium als „größte Hürde“ bezeichnet, was mehrfach wiederholt wurde. 2007 beschloss die Große Koalition eine Testdrohne für 431 Millionen Euro in Auftrag zu geben. Die schwarzen Minister Jung und unser Gutti machten munter weiter, und eine Zulassung war nicht in Sicht. Nun, mit den üblichen Kostenerhöhungen, sind 550 Millionen verpulvert. Ohne Zulassung wohlgemerkt. Die Technik dafür könnte nochmal 500 bis 800 Millionen kosten. Endlich zieht der Minister die Reißleine, nicht ohne die Wichtigkeit des Projekts Drohne zu betonen. Obwohl im Ministerium seit über einem Jahr die Probleme bekannt waren habe er nichts gewusst. Dabei heißt er gar nicht Hase. Und Mutti steht wie immer hinter ihm, wie schon hinter Gutti und Wulffi. In anderen Ländern werden Steuerverschwender angeklagt. Was hätte man alles sinnvolles machen können!

 

02.05.2013 – Die Vetter von Dingsda

Alle sind empört. Natürlich zu Recht. Wie sich die Abgeordneten der bayerischen Christlichen Selbstbedienungs-Union (CSU) ihr Mandat als Familienunternehmen bezahlen lassen, indem sie ihre Ehefrauen, die aus traditioneller Überzeugung bestimmt treusorgende Hausfrauen und Mütter sind – bei sich arbeiten lassen und ausbeuten, wenn sie für kleine Hilfsdienste im Büro (vielleicht Putzen) bis zu 5000 Euro aus dem Steuersäckel locker machen, geht auf keine allgäuer Kuhhaut. Hauptsache, man ist gegen den Mindestlohn für Putzfrauen, man kann ja marktüblich entlohnen, das heißt bei Politikern eben fürstlich. Auch Frau Leutberger-Schnarrenhäuser oder so, die FDP-Powerfrau, hat sich entsetzt gezeigt! Und zwar just in jenem Moment, als bekannt wurde, dass ihr Parteifreund Niebel in sein Ministerium mindestens 40 Parteimitglieder eingestellt hat. Aber natürlich waren das keine Vettern! Es waren die fachlich kompetentesten Bewerber. Wahrscheinlich alles Teppichhändler.

 

25.04.2013 – Von Gutmenschen und guten Werken

Er war nicht der erste, aber der populärste Gutmensch der jüngeren Geschichte: Christian Wulff. Er hat den Saubermann gespielt und die Selbstbedienung der Politiker (vor allem von der Opposition) angeprangert, dann ist er selber gestolpert. Nun wird wieder einer gewulfft: Uli H - Moralapostel,Nothelfer, Spitzenmanager. Obwohl seine Fans immer noch von der „Unschuldsvermutung“ ausgehen, hat er selber Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zugegeben. Und wie all die anderen Gutmenschen vor ihm kann er nicht wahrhaben, dass er damit ein Kapitalverbrecher, ein Krimineller ist.  Er und seinesgleichen meinen immer noch, dass ihr Tun lediglich ein Fehler war, für den man sich entschuldigt und gut. Doch dafür gibt es Recht und Gesetz: wer Fehler macht, die eine schwere Rechtsverletzung darstellen, muss dafür bestraft werden. Das gilt für Otto Normalverbraucher, und es muss um so härter bei unseren gesellschaftlichen Vorbildern gelten. Dass dem oft nicht so ist, hat dazu geführt, dass ausgerechnet der „kleine“ Mann, der in so einem Fall nicht auf Milde hoffen darf, geneigt ist diesen Gutmenschen zu vergeben. Es ist schlecht bestellt um die Moral der Deutschen. Das zeigt nicht zuletzt der Fall des bayerischen CSU-Fraktionsvorsitzenden Schmid, der ja kein Einzelfall ist, sondern symptomatisch für unsere Spitzenpolitiker. In eigens geschaffenen Büros beschäftigen sie gute Bekannte, Verwandte oder gar die eigene Ehefrau. Und während Bürokräfte ansonsten nicht gerade üppig entlohnt werden, bezahlen diese selber nobel entlohnten Saubermänner ihren Ehefrauen Spitzengehälter.  Nix mit 400 Euro oder so! Wie das geht? Neben einem Ehevertrag schließt man mit seiner Frau noch einen Werksvertrag. Dieser regelt eine Vergütung, die fällig wird, wenn die Frau für ihren Mann ein gutes Werk tut. Genau so,  wie eine Prostituierte eben Anspruch auf Bezahlung hat.

 

20.04.2013 - Meine Oma und der Fortschritt

Meine Oma hat jetzt superschnelles Internet. Neulich kamen die Handwerker und haben in ihrer Wohnung eine Giganet-Anschlussdose gesetzt. Ich muss zugeben, meine Oma ist 88, sieht und hört nicht mehr so gut, und ich bin nicht sicher ob sie verstanden hat, wie dieser technische Fortschritt jetzt ihr Leben revolutionieren kann.  MeineOma wohnt seit 30 Jahren in der Großplatte. Damals hatte die Stadt ihr Häuschen einfach abgerissen, weil es dem Straßenbau im Wege war.  3000 DDR-Mark hat sie dafür bekommen. Dasheißt, bekommen hat sie nichts, weil das Häuschen einer Erbengemeinschaft gehörte, wovon ein Teil im Westen wohnte, weshalb das Geld auf ein Sperrkonto kam, dessen Gebühren den Betrag aufgebraucht haben.  Aber damals hätte sie sich ja auch nicht träumen lassen, mal Giganet zu haben.  Naja, die Emaille-Badewanne ist nach 30 Jahren etwas rostbraun. Und die mitvermietete Einbauküche aus Sprelacart sieht inzwischen auch nicht mehr sogut aus.
Wärmedämmung ? Da hat der Vermieter wohl noch nichts von gehört. Manchmal pfeift der Wind aus den Steckdosen, weil irgendwelche Kabel in denGroßplattenfugen verlegt sind. Die Fenster nannte man damals Holz-Verbundglas-Isolierfenster oder so. Ja, sie sind noch ganz gut. Eingeklebte Schaumstoffstreifen und 2 zusätzliche Riegel aus dem Baumarkt sorgen für Dichtheit. Über Weihnachten war einer der beiden 30 Jahre alten Aufzüge defekt, es dauerte 4 Wochen, bis man das passende Ersatzteil fand. Zum Glück hielt der andere Aufzug durch, natürlich musste man bei 140 Wohneinheiten schon mal etwas Geduld mitbringen.
Die Balkonbrüstungen und Fassaden haben seit der Fertigstellung auch keine Anstriche gesehen, es sei denn die Mieter haben Eigeninitiative ergriffen.  Manchmal fragt sie, ob ich nicht auf dem Wohnungsamt mal fragen könne wann mit einem Anstrich zu rechnen sei. Das Giganet kam einfach so. Klar, der Vermieter ist ein kühler Rechner: Wie lange wird es meine Oma noch machen? Und dann kann man endlich Studenten anlocken.
Übrigens wohnt meine Oma am Harthwald, das Haus der GGG war bei seiner Fertigstellung vor 30 Jahren mal als „altersgerecht“  deklariert worden.  Aber „Alter“ ist ja ein relativer Begriff.

 

30.03.2013 – Quo vadis Hochschullandschaft

Eigentlich wollte ich mal wieder über Bundes- oder Europapolitik schreiben, etwa über neue Ideen zur Eurorettung, die Herr Dijsselbloem angesprochen hat, aber Sachsens CDU- Sparschweine geben einfachkeine Ruhe. Jetzt soll es nach dem Willen von Wissenschafts-Verweserin Frau von Schorlemer der Außenstelle Reichenbach der Westsächsischen Hochschule Zwickauan den Kragen gehen. Die betreibt dort das Institut für Textil- und Lederforschung sowie die international renommierte Fakultät Architektur. Man erwarte deutliche Einsparungen an Personal- und Verwaltungskosten. Die Kosten allein für die Liegenschaft würden komplett entfallen, so eine Ministeriumssprecherin. He tickt ihr noch? Das Institut soll nach Zwickau umgesiedelt werden, allein 8 Millionen soll das kosten, ohne die Kosten für ein noch nicht ausgesuchtes Gebäude! Und die wegfallende Liegenschaft ist ein landeseigenes Bauhaus-Denkmal, das für 8 Millionen saniert wurde. Eine Nachnutzung gibt es derzeit nicht. Ja, löst sich denn das in Luft auf? Nein, aber das Ministerium ist es in seiner Bilanz los. Kann sich ja dann eine andere Landesbehörde auf Kosten der Steuerzahler rumärgern.
Klar, die Architekturfakultät soll aufgelöst werden. Abgewickelt, wie es nach der Wende so schön hieß. Jetzt wickeln wir uns selber ab. Denn die Reichenbacher waren zu innovativ, ihr Ruf war zu gut, so dass sich angehende Architekten lieber in der vogtländischen Provinz statt in Leipzig oder gar Dresden einschrieben. Wo soll das hinführen wenn der Wettbewerb die Hauptstadt in den Schatten stellt? Das kann die Landesherrlichkeit nicht dulden. Leute, die CDU hat das Land nicht vom König geerbt! Wählt die rückwärts gewandten endlich ab!

 

26.03.2013 – Kohlenmief statt frischer Wind

Nach Fukushima waren sich die Deutschen einig: wir brauchen eine neue Energiepolitik. Was denn auch zur „Energiewende“ führte: Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien. Inzwischen ist der Otto Normalverbraucher ziemlich angefressen, weil die Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden,während sich die Energiemultis dumm und dämlich verdienen. Nun tritt Sachsenauf die Bremse. Die Länder sollen selber über den Bau von Windkraftanlagen entscheiden. Denn Sachsen will seine Landschaft und die Menschen vor Windrädern schützen. Minister Morlock argumentiert tatsächlich damit, dass es in anderen Bundesländern bereits genug Windkraftanlagen gäbe, die für die Ziele der Energiewende völlig ausreichend seien, und Sachsen deshalb seine Ziele reduzieren müsse. Natürlich sehen Windparks auf dem Erzgebirgskamm nicht schön aus, also baut sie lieber im Thüringer Wald oder in der Heide! Statt dessen will Sachsen zurück zur guten alten Braunkohle. Wie viel schöner sieht doch so ein richtiger 100 ha großer Tagebau aus, mit seinen gigantischen Schaufelradbaggern. Und wie würzig ist der Geruch, wenn die gute alte Braunkohle verbrannt wird und hellbraune Nebel über das Land ziehen. Es ist noch nicht so lange her, da hat die Braunkohle dazu geführt, dass der Erzgebirgskamm fast entwaldet war, ein gespenstischer Telegrafenstangenwald. Sieht so die Zukunft aus? Inzwischen werden elegante und effektive Rotorlösungen entwickelt,die sich harmonisch in die Architektur einfügen und selbst auf städtischen Hochhausdächern errichtet werden können. Statt düstere Kohlevisionen hätte ich mir einen Warp-Tower auf dem Landtag gewünscht, als Symbol für Sachsens Innovationsfreude. Statt  dessen dürfenwir uns auf weitere, auf Kosten des Steuerzahlers (nicht der Energiekonzerne!) renaturierte  Baggerseen freuen.

 

19.03.2013 – Sachsen bleibt sitzen

Viele Länder, deren Bildungssystem als vorbildlich gilt, kennen keine Wiederholungen. Auch andere Länder wie Österreich wollen nun nachziehen, und in mehreren deutschen Ländern ist ebenfalls die Diskussion entbrannt: welchen Sinn hat das Sitzenbleiben? Dabei sind sich bei einem Aspekt alle einig: Sitzenbleiben kostet Geld. Dieses Geld sinnvoll in die Förderung leistungsschwacher Schüler zu investieren wäre besser, sagen die Gegner. Sitzenbleiben erhöhe die Chancen, den Abschluss zu erreichen, argumentieren die Befürworter. Doch wie es der Name sagt: Sitzenbleiber sind meist Zurückgelassene. Man entledigt sich derer, für die mehr Aufwand nötig ist. Denn wenn ein Kind leistungsschwach ist, ändert auch das Sitzenbleiben daran nichts. Meist bleibtes trotz des Sitzenbleibens hinter den Leistungen anderer zurück. Denn Sitzenbleiben ersetzt keine Förderung. Welchen Sinn macht es aber, erst sitzenbleiben zu lassen und dann zu fördern? Ist es nicht besser, gar nicht erst zu warten, bis das Kind im Brunnen ist? Diese Dinge erfordern ein gründliches Umdenken. Sachsen jedenfalls ist dazu leider nicht bereit. Und vielleicht ist das gut so, denn bei unserer einsparwütigen Regierung käme das eingesparte Sitzenbleiber-Geld bestimmt nicht einer zusätzlichen Förderung zugute, sondern würde einfach eingespart.

 

01.03.2013 – Zehn kleine Schwarzafrikanerlein

Otto Preußler ist tot. Angeblich hat er den Änderungen an seinen Büchern zugestimmt, aber vielleicht war ihm das auch zu viel. Denn nachdem unsere hübsche Miss Schröder erklärt hat, dass sie ihrer Tochter „Die kleine Hexe“ nicht vorlesen könne, überprüfen deutsche Buchverlage Klassiker der Weltliteratur, vor allem Jugendbücher, auf politisch korrekte Schreibweise. „Neger“ geht gar nicht, aber auch „Chinesen“ oder „Türken“ sollen laut Verleger Willberg ersetzt werden. Vermutlich ist dieser Verleger selber der Meinung,dass Türke irgendein Synonym für minderwertige Menschen sei, obwohl es doch nur Menschen einer bestimmten Herkunft bezeichnet. So werden Vorurteile erst erzeugt, statt sie zu verhindern. Warum das alles? Weil eine Mutter ihren Kindern erklären müsse was diese Worte bedeuten. Oh wie furchtbar. Oder Kinder könnten diese Worte ungefiltert in ihren Wortschatz übernehmen.  Besser, wenn sie in Zukunft bei der Begegnungmit einem Angolaner auf der Straße fragen: „O Mami, ist das ein Schornsteinfeger?“ Aus Astrid Lindgrens „Negerkönig“ wird nun ein Südseekönig, weil wir unseren Kindern die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ersparen wollen. Lieber lesen wir heute die „Olchis“ vor, in denen es so ziemlich auf jeder Seite heißt „Fliegenschiss und Olchifurz“. Da müssen wir nichts erklären.

Wenn dann noch Klett Cotta in einem Anfall von Sprachmodernisierungswahn den treuen Diener Samweis zu Frodo „Boss“ statt „HerrFrodo“ sagen lässt, um dieses geniale Schlachtenepos authentischer, in unsere Zeit passend zu machen, setzt mein Kulturverstand aus. Jedes Buch gehört in den Kontext seiner Zeit. George Orwell lässt grüßen.

 

16.02.2013 – Stadt der vergammelnden Moderne

(fp). „Der Zustand der einst 45.000 Zuschauer fassenden Arena verschlechtert sich zusehends. Nach den Besuchertraversen sind auch der Marathonturm und die dazu gehörigen Arkaden wegen Baumängeln gesperrt worden. Großereignisse wie der Leichtathletik-Länderkampf DDR gegen USA 1982 mit jeweils 45.000 Zuschauern an beiden Wettkampftagen klingen heute wie ein sportliches Märchen. Das Hauptstadion…, in dem dieses und viele weitere Spektakel über die Bühne gingen, gleicht inzwischen einer Ruine.“
Die Rede in diesem Zitat aus der „Freien Presse“ ist vom Sportforum Chemnitz, ein ehemals imposanter Sportstättenkomplex. Der Marathonturm ist denkmalgeschützt. Doch die Stadt der Moderne lässt das Hauptstadion mehr und mehr verfallen, was um so unverständlicher ist als die ehemalige Großkampfbahn ja durchaus als Zeitzeuge der Moderne – mit der sich Chemnitz so gern identifiziert – gelten muss. Die Stadt hat kein Konzept und kein Geld. Denn sie muss ja ein neues Fußballstadion für mehr als 20 Millionen bauen, immerhin ist der Fußball drittklassig. Ein Witz, dass ausgerechnet FDP-Oberbürgermeisterkandidat Weis nun scharfe Kritik übt, obwohl sich der flachköpfige FDP-Fraktionsvorsitzender Meyer nach dem Beschluss für das neue Stadion auf dem Rathausbalkon im CFC-Trikot wie ein Held feiern ließ, statt ein Konzept einzubringen bei dem der Fußball und das marode Stadion hätten profitieren können. Aber solch plumpe Manöver sind ja heute normal. Man kann nur für die Chemnitzer hoffen, dass sie bei der nächsten Wahl nicht wieder darauf hereinfallen.

 

13.02.2013 –Deutschland mag doch keine Kinder

Laut einer Meinungsumfrage ist die Bundesrepublik das kinderunfreundlichste Land Europas. Während in Dänemark 90% der Befragten ihr Land als kinderfreundlich einschätzen, tun das nur 15% der Deutschen. Ist das nicht krass?  Eigentlich ein Grund, dass die völlig überforderte Familienministerin Schröder ihren Hut nimmt. Denn was diese Frau bisher an Konzeptlosigkeit und Missachtung vor allem der ärmeren Familien gezeigt hat ist kaum noch zu überbieten. Auch die Richter, die mit ihren Entscheidungen zum Unterhalt völlig daneben liegen tragen dazu bei. Ich kenne mehrere alleinerziehende Mütter, die so gut wie keine Unterhaltsleistungen erhalten, sondern Sozialleistungen in Anspruch nehmen müssen obwohl sie berufstätig sind! Nicht zuletzt sind es viele Unternehmen,deren Management zunehmend aus Yuppis, Unternehmensberatern und Ex-Juristenbesteht, die einzig damit beschäftigt sind irgendwo die letzten 7 Euro 50 einzusparen und denen Familie ein Fremdwort ist. Ich kenne Mütter, denen das Weihnachtsgeld gestrichen wurde, weil sie ein krankes Kind pflegen mussten. Von Flexibilisierung der Arbeit ganz abgesehen, die sich lediglich wenige große Unternehmen tatsächlich leisten. Auch hier wäre die Politik gefordert, um die Rahmenbedingungen zu schaffen. Eines wundert mich daher gewaltig: Wieso wählen die meisten Deutschen immer wieder die gleichen, die dafür die Verantwortungtragen?

 

22.01.2013 – Wählt die Kandidaten der nationalen Front

So hieß es immer in der DDR, wenn irgendwelche Wahlen bevorstanden. Das war auch kein Problem, denn andere Kandidaten gab es gar nicht. Einziges Manko: man konnte nur alle im Block wählen, eine einzelne Partei konnte man nicht ankreuzen. Denn der Führungsanspruch war festgemeißelt. Heute nun hat der Bürger die Qual der Wahl. Er muss sich entscheiden. Und er darf sich entscheiden, er kann jenen, mit denen er unzufrieden ist, einen Denkzettel verpassen. So die Theorie. Und der Deutsche ist unzufrieden, wenn es um „unsere“ Politik geht. Sagt er wenigstens. Doch was macht der gemeine Niedersachse, wenn es darum geht, es „denen da oben“, die doch eh machen was sie wollen, zu zeigen? Er wählt die Nationale Front! Freiwillig! Ist das nun Dummheit oder Einfältigkeit, wenn eingefleischte CDU-Wähler ihre Stimme der FDPgeben damit die nicht rausfliegt? Und nun haben wir den Schlamassel. Eine Stimme hat Rot-Grün mehr als Schwarz-Gelb. Und wieder ist vorprogrammiert, dass es nicht darum geht, das Land vorwärts zu bringen und dem Volke zu dienen,sondern die eine Stimme zu sichern und damit die Macht. Wieder kann kein Abgeordneter nach seinem Gewissen im Sinne des Volkswillens abstimmen, denn das könnte die Macht ins Wanken bringen. Und das gleiche ist für ganz Deutschland vorrprogrammiert. Wenn die Parteien schlau wären, würden sie sagen: Gut, der Bürger will es so – also bilden wir eine Regierung der Nationalen Front, in der alle Blockparteien mitarbeiten. Dann wäre die Macht gesichert, und man könnte sich der Volkswohl widmen.

 

09.01.2013 – Deutschland braucht doch keine Kinder

Die Richter in Dresden haben – wie die in Düsseldorf – den Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige auf pauschal 1000 Euro erhöht, unabhängig vom Einkommen. Der Kindesunterhalt hingegen ist gleich geblieben, nämlich einkommensabhängig. Kinder von Geringverdienenden benötigen also weniger als Kinder reicher Eltern. Doch immerhin, einem 6jährigen Kind stehen mindestens 364 Euro zu, einem 12jährigen gar 426, falls das Einkommen geringer als 1500 Euro ist. Also machen wir mal ein Beispiel. Ein Vater einer getrennt lebenden Familie hat 2 Kinder, 9 und 13 Jahre. Macht in der Mathematik eines Richters 1000 + 364 + 426 < 1500. Oder anders: bei einem Verdienst von 2100 Euro bleibt ein verfügbares Einkommen von etwa 1400 Euro. 1000 Euro stehen dem Unterhaltsschuldner zu, damit kann nun bestenfalls für ein Kind Unterhalt gezahlt werden. Für die Mütter (oder Väter), bei denen 2 Kinder leben sind damit oft unverschuldet Armut und Existenzangst an der Tagesordnung, Kinderarmutist vorprogrammiert. Dass die Richter in Dresden dabei ihren Kollegen in NRW folgen zeigt, wie abgehoben diese Menschen schon sind. Denn es scheint in diesen Kreisen nicht bekannt zu sein, dass die Einkommen in NRW um 30% über denen in Sachsen liegen, was gerade dann, wenn es um die verbleibenden dreihundert Euro für ein Kind geht, entscheidend ist. Aber rechnen konnten Juristen ja noch nie, deshalb werden sie auch gern als Geschäftsführer bestellt. Und wenn unser Ministerpräsident Sachsen zu Tode spart und sich mit den niedrigen Einkommen als Standortvorteil brüstet, wenn einer Familienministerin in Berlin weiter nichts einfällt als denen Geschenke zumachen, die es sich sowieso leisten können, muss man sich nicht wundern, wenn immer mehr junge Menschen zu dem Schluss kommen: Kinder kann ich mir nicht leisten.

 

16.12.2012 – Deutschland – das bin ich!

8 Minuten Applaus nach einer Rede, die so viel Tiefgang hatte wie ein Floß bei Ebbe.

„Es sind turbulente Zeiten. Und manchmal befinden wir uns sogar in schwerer, stürmischer See“ – so lautete ihr wie immer klares, analytisches Statement, eines Physikers würdig. Und ein Wahlergebnis von 97,94 Prozent – da denkt man doch glattweg an die guten Zeiten der Nationalen Front! Dafür hat man auch das Auszählverfahren von der DDR übernommen: Stimmenthaltungen wurden als ungültig gewertet, damit sie nicht mitzählen. Und das ganze ohne Stasi. Das Rezept ist ganz einfach: Lobe keinen deiner Kollegen, mache dich über deine Partner lustig, mache die Ideen deiner Gegner zu deinen eigenen, mobbe alle weg, die eine eigene Meinung haben und umgib dich mit Dummdödeln. Es soll keine(n) neben mir geben, und schon halten dich alle für Gottes Segen. Das ist das Prinzip unserer aller Mutti, unseres lieben Murkels. Sogar deine Gegner verstummen und sind von der strahlenden Aura geblendet, finden keine Worte. Ohne dass man erst eine Nationale Front ins Leben rufen muss springen sie alle auf den Zug auf, die überflüssige FDP, die sich selber suchende SPD und die zur Partei der bürgerlichen Mitte mutierten Grünen. Allenfalls wechseln sie mal das Zugpersonal aus, aber der Zug rast immer schneller in den immer tieferen Tunnel, um Dürrenmatt zu bemühen. Und manchmal denke ich, die Merkel ist von der Margot geschickt, als Honeckers letzte Rache.

 

04.12.2012 – Die da oben werden es schon richten

Mit diesen Worten gab Ministerpräsident Tillich seinerE nttäuschung darüber Ausdruck, dass es schwierig war, 200 Freiwillige zu finden, die am „Bürgerkompass Sachsen“ teilnehmen wollten. Ausgerechnet die Bertelsmann – Stiftung wollte für mehr Demokratie in Sachsen sorgen, und so hat man 140000Euro in die Hand genommen, um 200 Bürger einen Tag lang diskutieren zu lassen, wo uns der Schuh am meisten drückt. Denn das scheinen „die da oben“ wohl nicht zu wissen. Und deshalb hat der große blasse Schweiger Tillich in den nunmehr fast 5 Regierungsjahren nichts auf den Weg gebracht. In ein paar Jahren wird man sagen: Tillich? Wer war das? Und nur wenige werden sich erinnern: Ratdes Kreises Kamenz in der DDR, erfolgloser Unternehmer, als Politiker dann an der Verschiebung der Sachsen LB beteiligt und dafür vom Bock zum Gärtner gemacht, 25 Millionen Sozialkürzungen durchgepeitscht und einen Bildungsminister gefeuert, der auf eigene Verantwortung mehr Lehrer einstellen wollte.

Aber bald sind ja Wahlen, und da machen wir mal Demokratie. Die Ergebnisse der Diskussion waren übrigens eine totale Überraschung: kleinere Schulklassen, besser bezahlte Lehrer, mehr Polizeipräsenz und Mindestlöhne. Davon hatten wir bisher keine Ahnung! Und der ahnungslose Schweiger, der bisher auf Sparprogramme in den Schulen, Schließung von Polizeidienststellen  und Niedriglöhne gesetzt hat, wird sich bis zur Wahl bestimmt was einfallen lassen, etwas zum Vergessen wie seine ganze Politik. Nein Herr Tillich, wir glauben nicht daran, dass Sie es richten werden, wir glauben dass Ihnen der Bürgerwille am Arsch vorbei geht. 

 

28.11.2012 – Deutsche  Mütter vor der Qual der Wahl

Selber putzen oder putzen lassen? Diese schwierige Frage wird demnächst vielleicht viele junge Mütter beschäftigen, denn der Kurs der deutschen Familienpolitik gleicht der Slalomfahrt eines Betrunkenen. Seitdem unser Murkel dafür gesorgt hat, dass die letzte deutsche Ministerin, die offensichtlich einem Ressort vorstand, von dem sie etwas zu verstehen schien, das Amt wechseln musste, ist die Familienpolitik endlich so geradlinig wie die gesamte Bundespolitik. Schließlich steht ja nun eine junge, hübsche, intelligente Powerfrau mit Familie am Steuer. Geradlinig hält diese auf jeden Abgrund zu und wundert sich, dass sie keine Freunde hat, weil diese lieber das Schiff verlassen. Erst verspricht sie den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab Sommer 2013. Davon rückt sie bis heute nicht ab, auch wenn längst klar ist, dass viele Kommunen vor allem im Westen die Infrastrukturdafür nicht haben werden. Dafür führen wir gegen massiven Widerstand mal schnell ein Betreuungsgeld ein, für die Mütter, die doch lieber zu Hause bleiben wollen. Vielleicht merken wir dann ja nicht, dass das Versprechen mit den Kindergärten eine Nullnummer war. Aber so einseitige Geschenke kurz vor der Wahl könnten vielleicht eine große Wählerschaft verprellen. Wie gut, dass es da noch andere Jungpolitikerinnen gibt, die dem Kristinchen eine Vorlage liefern: Mütter, die zu Hause bleiben, müssen ja auch Putzen, wie furchtbar. Doch Rettung naht für die, die keine Waschfrauenhände mögen: ein Gutschein für einePutzhilfe, falls man es sich doch anders überlegt und auf das Betreuungsgeld verzichtet. Vorausgesetzt, es gibt einen Kita-Platz.   

 

07.11.2012 - Der leise Herrscher der Welt
In 26 von 51 Bundesstaaten der USA hat Obama gesiegt. Besonders die Industriestaaten im Norden und Westen haben bestätigt, dass Obamas Wirtschafts-und Sozialpolitik besser war als ihr Ruf. Dabei hat man Obama angekreidet, dasser die Hegemonie der USA verspielt habe. Und tatsächlich, während alle seine Vorgänger irgendwo in der Welt einen Krieg angezettelt haben, ist unter Obama außer dem Verbleib in Afghanistan im Rahmen der NATO kein neuer Einmarsch amerikanischerTruppen passiert. Zusammen mit Hillary Clinton hat er die Außenpolitik der USA endlich von Säbelrasseln zu Diplomatie geführt. Was heißt der Wahlsieg Obamas nun für Deutschland? Zunächst gar nichts, denn unser Murkel hätte sich mit Romney ebenso arrangiert, auch wenn Romney vielleicht gefragt hätte: wer is tMerkel? Eines aber gibt Anlass zur Hoffnung: währen der zweiten Amtszeit des Demokraten Clinton wurde Kohl von Schröder abgelöst. Während der zweiten Amtszeit des Republikaners Bush wurde Schröder von Merkel abgelöst. Setzt diese Serie sich in der zweiten Amtszeit des Demokraten Obama fort?

 

31.10.2012 – Ein Schelm wer Arges dabei denkt

Wegen Rückgangs der Einwohnerzahl soll Chemnitz bei den nächsten Wahlen 2014 einen Wahlkreis weniger bekommen. Statt bisher 4 sollen es dann – so der Wille der Staatsregierung in Dresden – nur noch 3 sein. Damit entfallen auf Chemnitz dann nur noch 3 Direktmandate für den Landtag. Nun muss man wissen, dass seit 2004 in Chemnitz 3 Wahlkreise immer an die CDU gingen, der vierte aber an die Linken. Nach monatelangem Kopfzerbrechen hat die Kommission endlich ein Konzept vorgelegt. Der linke Wahlkreis 4 wird abgeschafft. Mitten durch ein gewachsenes Wohngebiet, zu DDR-Zeiten als Heckert-Gebiet bekannt, wird eine Trennlinie gezogen. Damit geht man ganz sicher, dass nicht alle linken Stimmen in einen der verbliebenen Wahlkreise einfließen, sondern aufgeteilt werden. Man möchte eben auf Nummer sicher gehen.

 

25.10.2012 – Immer weniger sparen mehr

Volksbefrager haben gemeinsam mit einer Bank gerade heraus gefunden, dass die durchschnittliche Spareinlage in Deutschland von etwa 18300 in 2010 auf 19000 in 2011 gestiegen ist. Es wird also mehr gespart. Am meisten übrigens in Hessen, fast doppelt so viel. Wo lag doch gleich Frankfurt? Am wenigsten – dreimal dürft ihr raten – na klar: die Ostländer teilen sich die letzten Plätze. Klar, bei 25% unter deutschem Lohnniveau, aber das hatten wir schon. Aber das ist nicht das schockierende, denn das überrascht uns nicht. Dass aber 2010 immerhin 16% der Bevölkerung nichts sparen konnten und dieser Anteil jetzt 25% beträgt, ist die eigentliche Botschaft dieser Statistik. Das heißt, es sparen weniger Menschen, aber dafür immer mehr. Leider fehlt in der Auswertung die einzig schlüssige Erklärung dafür, denn natürlich will man uns weißmachen, dass es „den Deutschen“ gut geht. Doch schauen wir uns das mal näher an: Wenn von Tausend Menschen einer 18,5 Millionen auf der Kante hat und der Rest nur 500, dann ist der Durchschnitt etwa 19000. Alles klar? Der Millionär hatte letztes Jahr nur 17,8 Millionen – was soll‘s? Dem Rest ging es genau so dreckig wie dieses Jahr. Wenn diese Statistik uns überhaupt etwas sagt, dann das: wenige Reiche in Deutschland werden immer reicher, und viele weniger Bemittelte werden immer ärmer. Armes Deutschland!

 

10.10.2012 – In Würde morden

Richter Stump vom OLG Hessen hat es uns nun klar gemacht: Auch verurteilte Mörder und Kindsentführer haben Würde. Denn nur wer Würde hat, dem kann diese auch verletzt werden. Und dies sei der Fall gewesen, als Polizisten dem Mörder Gäfgen ein paar Schmerzen androhten, um ein vermeintlich in Lebensgefahr befindliches Kind zu retten. In letzter Instanz muss nun der Staat den Mörder dafür entschädigen. Keine Rede von den Schmerzen, die das Kind und seine Familie ertragen musste. Hier reichen keine Millionen, um den Schmerz zu entschädigen. Die Familie von Metzger zeigt wahre Würde. Ein guter Richter hätte dies abgewogen und wäre zu dem Ergebnis gekommen, dass die Würdeverletzung der Opfer um ein vielfaches schwerer wiegt als die des Täters. Auch wenn das für mich bisher kein Thema war – angesichts solcher unmenschlicher Urteile frage ich mich, ob in diesen Fällen die Todesstrafe nicht die bessere Alternative wäre. Der Mörder durfte sich im Gefängnis juristisch weiterbilden und sogar das Staatsexamen ablegen. Sein Wissen nutzt er nun, um die Familie des Opfers weiter zu demütigen. Nur der Tod hätte hier wohl für Gerechtigkeit gesorgt und die Familie davor bewahrt, dass sie sich mit ihren Steuergeldern noch an dieser makabren Spende für den Täter beteiligen muss.

 

05.10.2012 – Billige Krankheiten aus Fernost
Mehr als 11000 Kinder in Ostdeutschland sind an Brechdurchfall erkrankt, ausgelöst durch Noroviren. Und nun sind die Schuldigen gefunden, und alle atmen auf. Die Chinesen waren’s! Die haben an einen Händler tiefgefrorene Erdbeeren verkauft, und der hat sie an Sodexho geliefert. Und die haben vergessen, den Tiefkühlmatsch vor dem Servieren auch noch zu kochen. Klar, was da übrigbleibt, hat mit Erdbeeren nicht mehr viel zu tun. Aber es ist billig. Sehr billig wahrscheinlich. Denn wir müssen sparen, und da müssen die Schulen eben die billigsten Caterer nehmen. Und der muss natürlich am billigsten einkaufen. Und Kinder können sich nicht wehren. Doch, sie können das Essen verweigern. Unser Großer berichtet oft von kaltem oder „hartgekochtem“ Essen der Firma Karstens Gastro-Service. Also geht er lieber an die Dönerbude.  Und in der Schule werden Projekte über gesunde Ernährung gemacht, denn das Kultusministerium hat ja eine Verantwortung! Wie wär’s, damit bei der Schülerspeisung anzufangen? Den Eltern kann man jedenfallsnur einen geschlossenen Boykott der Anbieter ans Herz legen, damit die Behörden endlich von ihrem Billigwahn abkommen.

 

28.09.2012 – Quo vadis, Sachsen

Sachsen darf sich rühmen, im Dynamikranking der Initiative neue soziale Marktwirtschaft  auf dem Rang 2 aller Bundesländer zu stehen (www.bundeslaenderranking.de). Das heißt, Sachsen ist für die Wirtschaft eine Top-Adresse. Fragt man nach den Ursachen für diese vorbildliche Entwicklung, muss man nicht lange suchen. Auf den Internetseiten der „Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH“ liest sich das so: „Dank flexibler Tarifmodelle, einem moderaten Lohnniveau (25,6 % unter dt.Durchschnitt) und hoher Arbeitsproduktivität ist Sachsen aus Kostengesichtspunkten in jedem Fall erste Wahl.“ Mit anderen Worten: Sachsen ist ein Billiglohnland. Und tatsächlich: das Durchschnittsbruttoeinkommen ist in Sachsen mit 34000€ das zweitniedrigste in Deutschland. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist das Lohnniveau noch etwas geringer. In Bayern ist das Einkommen mit fast 52000€ um 50% höher, und selbst im „ärmsten“ westdeutschen Bundesland Schleswig-Holstein verdient man noch 23% mehr als in Sachsen. Doch was bedeutet das? Noch profitiert Sachsen von den in der DDR gut ausgebildeten, aber bescheidenen Ingenieuren, Wissenschaftlern und anderen Fachleuten. Aber immer mehr junge Leute haben keinen Bock mehr, Billigheimer zu spielen. Lehrerstellen bleiben unbesetzt, weil der Nachwuchs abwinkt. Arztpraxenmüssen schließen. Einzig (meist zweitklassige) Manager kommen noch nach Sachsen. Verzweifelt versucht Sachsen dem Mangel an Fachkräften zu begegnen. Ärzte werden aus Tschechien angelockt – aber das Gros an ausländischen Experten macht einen Bogen um Sachsen. Deshalb scheint die Frage berechtigt: Quo vadis, wohin gehst du, Sachsen?

 

12.09.2012 – Rüstung vor Bildung
In Zeiten des Kalten Krieges ging das Gespenst des Kommunismus um. Kein Wunder, dass die Verteidigung zu den wichtigsten Staatsaufgaben gehörte und Unmengen Mittel schluckte. Noch 1990 betrug der Verteidigungsetat der BRD umgerechnet 29 Milliarden Euro. Nun, die Zeiten sind Gott (?) sei Dank vorbei.  Inzwischen wurde die Wehrpflicht abgeschafft, und vor wem müssen wir uns noch fürchten? Auch wenn die Islamisten heute verstärkt ihre Religion mit militärischen und terroristischen Mitteln verbreiten wollen, wie einst die Christen zu Zeiten der Kreuzzüge, ist die Gefahr eines direkten Angriffs auf Deutschland eher gering. Sollte man meinen. Doch offenbar sieht das unsere Regierung anders! Wie in den Jahren zuvor liegt der Verteidigungshaushalt hinter den Sozialausgaben, gemeinsam mit der Schuldentilgung, auf Rang 2 der Ausgabenposten. 33 Milliarden Euro sind für 2013 geplant, damit nimmt Deutschland hinter Ländern wie den USA, China, Russland einen Spitzenplatz in der Welt ein. Wir rüsten auf, doch gegen wen? Im Vergleich geben die Niederlande ganze 7 Mrd., Schweden und Norwegen 4, Dänemark und die Schweiz 3, und unsere Nachbarn in Österreich gar nur 2 Mrd.  aus. Komisch, dass diese Länder in fast allen Statistiken zu Bildung, Gesundheit, und vor allem Lebensqualität vor Deutschland rangieren. Gibt es da einen Zusammenhang? Würden wir unsere Verteidigungsausgaben an das Niveau dieser Länder anpassen, hätten wir plötzlich 30 Milliarden Euro übrig und könnten z.B. die Ausgaben für Bildung und Forschung, Gesundheit, Wirtschaft und Technologie verdoppeln. Oder wir könnten in nie dagewesenen Dimensionen sparen (32 Milliarden sind an Neuverschuldung geplant!) und unsere Schulden abbauen. Oder wir könnten es den Griechen schenken, ohne davon etwas zu merken.  

Übrigens: bei der Rede zur Vorstellung des Haushalts hat der Herr Finanzminister, den ich ganz besonders liebe, den Satz fallen lassen: "Der Gegensatz von Arm und Reich ist ein Hirn- gespinst".  Wo hat der Mann nur diese Klarsicht her? 

 

04. 09. 2012 – Arm, ärmer, Arschkarte

Eines der wenigen noch glaubwürdigen Mitglieder der Politikergilde,die gute Ursel, hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen. Schon in weniger als 20 Jahren wird jeder zweite Neurentner zum Sozialfall. Schuld ist die noch von Rot-Grün (!!!) beschlossene Absenkung des Renten-niveaus bis 2030. Nach jetzt vorliegenden Berechnungen wird dann ein Arbeitnehmer, der 35 Jahre ein Durchschnittseinkommen von 2500€ hatte, noch ganze 688€ Rente erhalten, dem derzeitigen offiziellem Existenzminimum. Bei 1900€ sind es gar nur 523€. Und wie viele verdienen gar nur 1200€ brutto? Das hat man schon gar nicht mehr ausgerechnet (gibt's wohl nur im Osten), geschätzt dürften um die 400€ rauskommen. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel? Doch ihr Ruf nach Korrekturen verhallt in ablehnendem Gemurmel der Volksparteien-Vertreter. Denn was ist die Alternative? Rentenbeiträge rauf statt runter? So was sagt man nicht, wenn Wahlen bevorstehen. Eine steuerfinanzierte Grundrente?  Oh je, das wäre ja Kommunismus. Und überhaupt, man sagt es ja schon seit Jahren: selber vorsorgen heißt das Zauberwort. Dumm nur, dass ausgerechnet die, die es im Alter trifft, auch heute meist schon so arm sind, dass für Vorsorge nichts übrig bleibt. Egal, man lässt die Ursel allein im Regen stehen. Denn welcher Politiker muss sich schon Sorgen um seine Rente machen? Und 2030 ist ja noch so weit… Einzige Hoffnung: Unser Murkel plant auch für die nächsten 20 Jahre die Kanzlerwürde. Dann sollte sie heute schon Interesse an der Wählermehrheit von morgen heucheln.    

 

28.08.2012 – Chemnitzer Bierförderung

Die Stadt Chemnitz leistet sich ein kommunales Unternehmen, welches den Namen „Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH“ (CWE) trägt. Was diese Leute konkret machen und wofür sie bezahlt werden ist den steuerzahlenden Bürgern nicht so ganz geläufig. Welche Rolle sie spielten, als die IAV, die 30 Millionen investieren wollte, vom Stadtrat verprellt wurde, ist auch nicht überliefert. Eigentlich ist nur eines bekannt: Dieser Verein richtet jedes Jahr das Chemnitzer Stadtfest aus. Na ja, sicher könnten das auch andere tun, denn ob mit einem Fest die Chemnitzer Wirtschaft gefördert wird ist auch nicht bewiesen. Zumal die Chemnitzer im Gegensatz zu Dresden oder Zwickau, die für ihr Stadtfest auch in Chemnitz Werbung machten, weder in Dresden noch in Zwickau Werbung machten. Eines aber ist gewiss: das Chemnitzer Braugewerbe wird beim Chemnitzer Stadtfest definitiv nicht gefördert. Denn schon zum zweiten Mal ging die Konzession nach Freiberg, während Einsiedel, Reichenbrand und Braustolz Kappel das Nachsehen hatten. Man habe sich angeblich nicht über die Sponsoring-Bedingungen einigen können, hieß es. Mit anderen Worten: es geht nicht darum, die Chemnitzer Brauwirtshaft zu fördern, sondern den Zuschlag erhält, wer die CWE am besten „fördert“. 

 

02.07.2012 –Sportstadt ade

Unter einem bekannten Vorgänger von Frau Ludwig wurde der Slogan von der Sportstadt Chemnitz geprägt. Dass der OB von Chemnitz nicht mehr viel mit Sport am Hut hat zeigen die Aussagen von Hr. Rochold, die der Sportbürgermeister gegenüber der „Freien Presse“ machte. Um den Sport soll sich Bund und Land kümmern, so die Quintessenz, Chemnitz kann sich keinen Sport mehr leisten.  Na ja, beinahe. Denn die 2 Millionen für 20 mittelmäßige Profikicker „müssten für die Stadt machbar sein“. Doch für das marode Sportforum sind „die Investitionsmittel nicht darstellbar“, und die 0,2 Millionen für die Nachwuchsarbeit in den Olympiastützpunkten haben wir auch nicht. Da stellt sich schon die Frage, ob Profifußball eine kommunale Aufgabe ist, während kommunale Einrichtungen reihenweise dicht gemacht werden oder verfallen und die Olympia-stützpunkte, die wenigstens ab und an für positive Schlagzeilen im Zusammenhang mit Chemnitz sorgen, in Gefahr geraten. Das so wichtige Hallenbad Bernsdorf wird dicht gemacht, das Freibad soll folgen. Und das, ohne dass Herr Rochold einen Plan hat, wie die fehlenden Sportstätten kompensiert werden können. Das „solle dann entschieden werden“ – d.h. erstmachen wir dicht, dann uns Gedanken. Da hätte ich einen Vorschlag: Einen Sportverhinderungsbürgermeister ohne Ideen braucht diese Stadt sich nicht länger leisten. Für das eingesparte Geld könnten die 11 Trainer für den Nachwuchs sicher weiterbeschäftigt werden.

 

22.06.2012 – Diesel Fahren kann tödlich sein

Nun haben die Forscher endlich nachgewiesen, was schon lange vermutet wurde: Dieselabgase sind  krebserregend. Die Weltgesundheitsorganisation stuft diese in die gleiche Kategorie ein wie etwa Asbest oder Senfgas und vergleicht das Einatmen von Dieselabgasen mit Passivrauchen. Und nun? Die Verwendung von Asbest wurde damals verboten. Bei Arbeiten mit Asbeststaub sind Atemschutzmasken vorgeschrieben. Und wer asbesthaltigen Müll zu entsorgen hat wird zur Kasse gebeten. Und zum Schutz vor Zigarettenrauch wurden umfangreiche Rauchverbote erlassen. Der Verdacht, dass Dieselruß die gleiche Wirkung hat, bestand übrigens schon seit 25 Jahren, und es wurden damals schon weitere Untersuchungen angemahnt. Doch inzwischen kam der Dieselboom, und heute werden jährlich mehr Dieselfahrzeuge zugelassen als andere. Was wäre, wenn man schon 1990 von der Gefährlichkeit gewusst hätte? Und konsequenterweise Diesel – genau wie Asbest – verboten hätte? Jetzt heißt das Zauberwort Rußpartikelfilter, und man verharmlost die Gefahr – natürlich. Wer will schließlich gegen die Autolobby vorgehen? Autos sind ja keine Glühbirnen. Im Gegenteil, Mercedes Benz wirbt für seinen 85000 Euro teuren Geländewagen der G-Klasse mit 3l – Dieselmotor, der 11,2l / 100km verbraucht und 295g CO2 ausstößt, mit dem Slogan „BlueTec“!
Das ist ungefähr so, als würde man für eine Filterzigarette werben: „Der Genuss dieser Zigarette fördert ihre Gesundheit“. Stattdessen sollte an den Dieselwagen in großes Schild angebracht werden: „Der Betrieb dieses Fahrzeuges kann tödlich sein“.

 

13.06.2012 - Schwanensee und Abgesang 

Limbacher Vogelkundler wundern sich in einem Artikel darüber, dass das Schwanenpaar im Stadtpark nur noch ein Junges hat. Für den Rückgang der Schwäne machen sie freilaufende Hunde und böse Menschen, die Eier mit Nadeln anstechen, verantwortlich. Natürlich, da hat man wenigstens ein Feindbild, das man pflegen kann. Als ich vor 12 Jahren nach Pleißa kam, faszinierte mich die Landschaft an den Limbacher Teichen. Unzählige Wasservögel, z.B. Blässhühner und natürlich Höckerschwäne, besiedelten die Gewässer. Das Land zwischen Pleißa und dem Teichgbiet war großenteils Grünland. Es gab neben Rehen einen Dachs- und einen Hermelinbau, und Feldhasen.
Auf einem kleinen Weiher am Waldrand brütete auch damals mehrere Jahre ein Schwanenpaar. Und dann war plötzlich – wir trauten unseren Augen nicht – der Teich abgelassen, das Schwanenpaar verschwunden. 2 Jahre später auch einer der größeren Mühlenteiche, auf dem bis dato Enten, Blässhühner und zeitweise 2 Schwanenfamilien sich tummelten. Der Teich lag das ganze Jahr trocken. Eine Nachricht an den Nabu, in der ich meine Besorgnis ausdrückte, blieb unbeantwortet. Die Genossenschaft Sachsenland begann, die Flächen bis unmittelbar an die Grenzen des Schutzgebietes intensiv als Ackerland zu nutzen. Und das sind keine Biobauern! Mehrmals im Jahr fahren schwere Maschinen und spritzen Herbizide und Pestizide. Die Feldhasen, Dachse und das Hermelin sind verschwunden, und die Zahl der Wasservögel hat abgenommen, auch die Möwen und Graureiher, die als Gäste vorbeikommen, sieht man seltener.  Nein, es sind nicht die bösen Hundehalter, die Schuld haben, wenn unsere Natur zerstört wird. Mein Hund ist auf den Streifzügen durch das Teichgebiet immer dabei. Über Schilder wie: „Wildtiere haben Angst –bitte Hunde anleinen“ kann ich nur traurig lächeln. Feinde gehören seit Jahrmillionen zum Tierreich. In einer gesunden Natur kann ein Raubtier keinen Schaden anrichten. Aber wir zerstören die Natur und glauben dann die Wildtiere beschützen zu müssen, damit wenigstens ein paar übrigbleiben. Und da passt der Hundehalter ins Feindbild. Was, wenn die Wölfe auch zu uns zurückkehren?

 

16.04.2012– was gesagt werden muss
hat endlich einer gesagt. Mich deucht, dass alles, was er gesagt hat, nackte Tatsachen sind. Deshalb komme ich nicht umhin,mich dem Gesagten anzuschließen. Wir behaupten, der Iran habe oder baue die Atombombe, wie wir es vorher von seinem Nachbar behauptet hatten. Nach hunderttausenden Toten wurde damals nichts gefunden. Doch alleine die Behauptung reicht aus, uns das Recht für einen Angriff einzuräumen. Mit welchem Recht? Sind wir immer noch die Herrenrasse? Ob die USA oder Israel, was macht das für einen Unterschied? Israel hat ebenso die Atombombe, und wir wissen es. Und keiner kommt auf die Idee dort einzumarschieren. Doch kaum äußert einer seine Bedenken, Israel könne ein großes Unrecht begehen, an dem wir mitschuldig werden, wird er als „Antisemit“ beschimpft. Weil wir, die wir die Juden umbrachten, nun meinen, als Entschädigung dafür Israel dabei helfen zu müssen, Moslems umzubringen? Natürlich hat der, der es gesagt hat, dies vorhergesehen. Eines aber muss ich uns zu Gute halten: eigentlich sind es nicht mehr wir, die israelische Kriegstreiberei hofieren. Das sind nur einzelneSchreihälse. Denn die Mehrzahl aller Kommentare erklärte das Gedicht für richtig, und das gibt mir Hoffnung, dass wir doch etwas aus der Geschichte gelernt haben.

 

27.03.2012 - Sachsen macht Schule

ist der Slogan des Sächsischen Kultusministeriums seit einigen Jahren. Und in den Pisa - Vergleichen schneidet Sachsen tatsächlich so schlecht nicht ab. Und das scheint für den Onkel Stanislaus Grund genug zu sein, die Daumenschrauben fester zu drehen. Nachdem (Ex-) Minister Wöller versucht hat, die größten Löcher zu stopfen und ein paar Lehrer einzustellen, hat er das Personalthema zur Chefsache gemacht - alle Einstellungen nur über seinen Tisch - also keine mehr! Denn Sachsen will nicht nur Schule machen, sondern vor allem sparen, sparen, sparen. Man will es allen beweisen: Gute Schule geht auch trotz Einsparungen! Und deshalb bestimmt der Finanzminister, was Bildung uns Wert sein darf. Und für seine Initiative hat Wöller die Peitsche unseres sorbischen Reitlehrers zu spüren bekommen: er solle ein Konzept vorlegen, wie der Lehrermangel ohne Neueinstellungen zu lösen sei. Leider hatte der Wöller keinen Bock, Rapunzels Namen zu erraten und ist zurückgetreten. Seit fast einer Woche ist nun die eiserne Brunhild an seiner Stelle - und hat angekündigt, den Lehrerbedarf bei Sachsens Hauptbuchhalter einzuklagen.
Übrigens, um auf Pisa zurückzukommen: Nein, es sind nicht nur fehlende Migrantenkinder, die uns so gut da stehen lassen. Es ist auch eine rigorose Abschiebepolitik von förderbedürftigen Kindern. Wer den Durchschnitt senkt oder Probleme macht wird abgeschoben. Integrative Förderung ist in Sachsen ein Fremdwort. Autisten sind verhaltensgestört und gehören nicht unter "normale". Die Freistaaten, die in Pisa führen, sind die einzigen, in denen es zum Thema Autismus noch kein Material der Schulbehörden zu diesem Thema gibt.    

 

01.03.2012 – Gleiches Recht für alle?
Ich kenne eine Diplom-Wirtschaftsingenieurin, die wurde vor Jahren von ihrem Chef so gemobbt, dass sie mit schweren Depressionen und einem Gutachten, dass sie ihren Beruf   nicht mehr ausüben könne, in die Arbeitslosigkeit entlassen wurde. Die Rentenversicherung hat eine Rente wegen Erwerbsminderung abgelehnt. Erst nach 3jährigem Rechtsstreit hat sie endlich Gerechtigkeit erfahren und eine Rente von 900 € zugesprochen bekommen. Da sie von irgendetwas leben musste, ist sie in der Zwischenzeit Putzen gegangen. Die paar zuverdienten Kröten werden jetzt auf die Rente angerechnet.
Ich kenne einen Ex-Bundespräsidenten, der war wegen ungezügelter Vorteilsnahme so untragbar, dass gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet wurde und er zurücktreten musste. Der bekommt jetzt einen „Ehrensold“ von 199000 € im Jahr, lebenslang. Dies hat sein eigenes Amt, geführt von Hr. Hagebölling, einem langjährigen Vertrauten, kurzerhand beschlossen. Rechtsmittel dagegen sind ausgeschlossen. Obwohl der Mann mit 52 im besten Alter steht, wurde u.a.begründet, dass es schwer sei, für einen Ex-Bundespräsidenten eine neue Beschäftigung zu finden. Na ja, beim Putzen spielt Qualifikation wohl keine Rolle. Und auch wenn er keine Arbeit mehr findet steht ihm noch ein Büro samt Personal, Dienstwagen und Chauffeur  zu. Wahrscheinlich, um Bewerbungen zu schreiben.
Ja, so wird Herr Wulff vom Steuerzahler fürs Nichtstun mit etwa 10 Millionen € ausgestattet. Und sollte er wider Erwarten doch noch ein Gnadenbrot als Vorstandsvorsitzender in der Privatwirtschaft bekommen, wird das natürlich nicht angerechnet!

 

18.02.2012 - Es kann nur eine geben
Nun ist er weg. Ein wenig gekränkt übe das undankbare Volk, dass ihm keine Gelegenheit geben wollte, sein Amt gut auszuführen. Ich weine ihm keine Träne nach. Doch wer soll sich jetzt in das verschmutzte Nest setzen? Kein Minister, sagt die Opposition. Dabei hätte man mit der Ursula vielleicht einen guten Kompromiss nach vorne schieben können? Andere haben schon abgesagt. Also doch der Gauck? Damit könnten vielleicht alle leben, aber unser armes Murkel - sollte Sie doch vor 2 Jahren so falsch gelegen haben? Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Viele Bürger fragen ja: brauchen wir denn so einen? Wo wir den doch bezahlen müssen? Nun, da kann ich beruhigen: Auch wenn das Amt abgeschafft würde gäbe es keine Steuererleichterungen. Das Geld würde anderswo sinnlos verbrannt. Dann doch lieber den Schlämmer oder den Jauch! Übrigens habe ich meine eigene Theorie: schuld an der Misere ist Blaise Compaore. Kennen Sie nicht? Nun, das ist der Präsident von Burkina Faso. Den wollte Wulff nämlich nächste Woche besuchen. Ja und? Passt mal auf: im Juni 2010 wollte der damalige Horst Köhler dieses Land besuchen. Eine Woche vorher trat er zurück! Kann das Zufall sein?
Und da kommen wir zum entscheidenden Detail: Innerhalb einer Wahlperiode hat unsere Kandisbunzlerin 2 Präsidenten verschlissen. Auch das kann doch kein Zufall sein! Ich glaube einfach, dass hier Angies Motto erhört wurde: es kann keinen neben mir geben. Deshalb würde es mich nicht wundern, wenn in Zukunft das Amt des Präsidenten und  der Kanzlerin in Personalunion wahrgenommen wird! 

 

13.02.2012 - Eiszeit

Jetzt beginnen in Sachsen die Winterferien. Dank der lang anhaltenden Eiszeit sind viele Seen und Teiche zugefroren. Als wir Kinder waren, tobten da die Eishockeykämpfe, und manch einer versuchte sich am Axel. Heute sind die Eisflächen verwaist. Schilder und Satzungen warnen: das Betreten von Eisflächen ist streng untersagt. Was also ist heute anders als vor 40 Jahren? Liegt das an den Eigenschaften des Eises? Oder der Eltern? Natürlich, im schlimmsten Fall kann man auf dem Eis einbrechen, was meist ziemlich unangenehm ist. Früher hätte es da Schimpfe von den Eltern gegeben. Heute gibt es eine Klage gegen die Gemeinde, deshalb ist das so. Aber wieso soll die Gesellschaft gerade stehen, wenn einzelne sich in Gefahr begeben? Wenn man Eisflächen sperrt, weil da "etwas passieren" kann, ja, sogar im Extremfall mit schlimmen Folgen, wieso sperrt man dann keine Skipisten? Oder Badestrände? Oder gar die Autobahn? Überall können schlimme Dinge passieren, vor denen der Einzelne nicht geschützt werden kann. Nur beim Eis meint man, den Spaß verderben zu müssen. Dabei heißt es doch so schön: no risk no fun! 

 

29.01.2012 – Wir schützen die Verfassung
doch vor wem? Das heraus zu finden ist Aufgabe einer auf Bundes- als auchLänderebene agierenden Organisation: dem Verfassungsschutz. Neulich habe ich ein Referat zum Thema Wirtschaftsspionage gehört, in der Reihe „Informationssicherheit“ einer großen deutschen, aber global agierenden Bank mit angeschlossenem Elektroladen. Der Herr Referent vom sächsischen Verfassungsschutz wollte uns erklären, wie gefährlich chinesische Wirtschaftsspionage ist. Da haben die Schützer tatsächlich in einer Delegation einen Verdächtigen identifiziert der heimlich Fotos von der Betriebseinrichtung gemacht hat! Ja, da habe ich doch gelacht, und wahrscheinlich auch unser ebenfalls anwesender Gast aus China, der gerade von uns angelernt wird, damit in Kürze die Produktion und die Qualitätskontrolle in China auf dem gleichen Niveau läuft wie hier. Ja, wir bringen ihm (auf Wunsch des Konzernvorstandes) alle unsere Geheimnisse bei. Denn es kann nicht sein,dass die Welt glaubt, Produkte aus China seien billig, aber von minderer Qualität. Wir als deutscher, aber global agierender Konzern, müssen natürlich darum besorgt sein, dass in Zukunft Produkte aus China nicht nur billig, sondern auch von hoher Qualität sind.
Mal nebenbei: der Verfassungsschutz überwacht Personen wie etwa Herrn Gysi und alle 27 Abgeordneten der Linken. Man hat ernsthaft Angst – ja, ernsthaft! , dass Herr Gysi unsere  Kandisbunzlerin wegputscht und den Arbeiter- und Bauernstaat ausruft. Bei braunen Mördern hingegen rührt man nur in Scheiße. Deshalb schlage ich vor, dieses schwarze Steuerloch entweder ganz abzuschaffenoder die Männer auf die Löschers, Zetsches, Hiesingers anzusetzen, die bewusst um des Profites Willen deutsches Know how nach China schmuggeln.

 

05.01.2012 – Von Schweinen und Moral
Also dass dem Wulff nicht die Rolle des ersten – und damit, so hätte man es im Mittelalter formuliert,  edelsten Mannes im Staat gehört ist wohl klar. Oder doch nicht? Er hat doch keine Straftat begangen, schreiben einige Leser der Freien Presse. Er hat doch nur gemacht was jeder „gute“ Deutsche auch gemacht hätte: wenn er gute Konditionen bekommt wäre er doch dumm die nicht anzunehmen, schreiben andere. Ja, so ist es um die Moral der Deutschen bestellt. Man ist zufrieden, dass er kein Krimineller ist!  Alles andere sei Rufmord. Und natürlich, wenn einer gerade in einer Rede die Pressefreiheit als heiliges Gut lobt, um darauf die Veröffentlichung eines Artikels zu verhindern, und sich immer mehr in Lügen verstrickt – joa mei, woasis doa schoa doabei. Klar, wenn den Ersten des Staates der eigene Vorteil wichtiger ist als das Gemeinwohl, kann das Volk nicht anders denken.  Da fällt mir nur noch das Lied der Prinzenein: Du musst ein Schwein sein. Vielleicht wäre Herr Krumbiegel  ein besserer Präsident.
 

20.12.2011 – Eliten und das wahre Leben

„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ Mit diesen Worten forderte einst Christian Wulff den Rücktritt von Johannes Rau, dem vorgeworfen wurde, sich Privatflüge von derWest-LB finanziert zu haben. Rau blieb dank seines damaligen Anwalts Gernot Lehr im Amt. Wie sich die Geschichte wiederholt!. Nun wird Wulffs Rücktrittgefordert. Noch vor kurzem hatte dieser in mehreren Reden seine Sicht auf die Eliten des Landes – zu denen er sich selbstredend auch zählt – dargestellt: "Wer sich zur Elite zählt, zu den Verantwortungs- und Entscheidungsträgern, und sich seinerseits in eine eigene abgehobene Parallelwelt verabschiedet ­ auch der wendet sich von dieser Gesellschaft ab.“Und das ist das Problem in Deutschland. Vorteilsnahme im Amt ist keine Randerscheinung, sondern bei unseren Eliten – allen voran den Politikern – an der Tagungsordnung. Unsere Eliten haben sich längst in eine Parallelwelt verabschiedet, so sieht es jedenfalls der Bürger auf der Straße. Deshalb wird Wulff wohl im Amt bleiben, auch mit Hilfe seines Anwalts Gernot Lehr. Es sei denn, seine First Lady Bettina bringt ihn zu Fall, eine ganz schlimme womöglich gar Ex-Prostituierte, die wohl daran schuld sein muss, dass der Saubermann den Anfechtungen aus dem wirklichen Leben nicht widerstehen konnte.

 

21.11.2011 - Des Wodkas reinste Krone

Da wollte wohl jemand das schnelle Geld machen. Schaut man auf die Website http://bearcrown.de, so heißt es dort: "Seit der Gründung im Jahr 2009 hat sich der Erfolg der Bärenkrone weit über den Erwartungen gesetzt. Dieser Erfolg ist unser Qualität zu verdanken eben rein und Pur wie die Natur." Nun, so schlecht wie das Schnapsmachen beherrscht man auch die deutsche Sprache. "Aber Gleiches finden Sie nicht, deshalb warten Sie zu lange!" heißt es da beim Bewundern der eigenen Qualität. Doch die Zeit seit der Fimengründung hat vor lauter Erfolg nicht ausgereicht, das Impressum fertig zu schreiben, so dass sich die Besitzverhältnisse der Bärenkrone GmbH & Co KG nicht nachvollziehen lassen. Eigentümer und damit Edelpanscher ist eine Verwaltungs GmbH, und es würde mich nicht wundern wenn deren Wurzeln nach Russland reichen. Ob auch das Destillat da her kommt bleibt leider ungewiss. "Probieren Sie eines unser Proukte, Sie werden nie wieder etwas anderes genießen wollen!". Klar, wenn man an Methanolvergiftung getorben ist...

 

13.10.2011 – Je leerer die Taschen, desto leichter wirft man mit Millionen
Nein, es geht nicht um den Rettungsschirm! Da blubbern genug selbsternannte Experten in allen Medien herum, da halte ich mich raus. Nein, es ist die kommunale Misswirtschaft in meiner Heimatstadt, die mir wieder mal sauer aufstößt. Der Fußball ist drittklassig, aber für die Stadträte im CFC-Trikot ist es wie das Nirwana. Also muss ein neues Stadion her! Natürlich, der Haushalt gibt das nicht her. Und Frau OBLudwig, von der in den letzten 5 Jahren ungefähr so viele gescheite Ideen für ihre – unsere Stadt kamen wie vom Gartenzwerg mit Schubkarre in Nachbars Garten, verkündet: Yes we can! Lange habe ich drauf gewartet, dass ein deutscher Politiker sagt: wir schaffen das! Aber ich hatte dabei immer an die wichtigen Dinge gedacht: Kinder, Bildung, Energie, Umwelt. Nicht an Fußball. In Chemnitz fehlt es an 5000€ für ein Box- Turnier, an 20000€ für die Überdachung der Eisschnelllaufbahn, die Radrennbahn ist nur notdürftig geflickt, im Sportforum, einer historisch wertvolle Sportanlage, die auch als Fußball-stadion dient, sind von einst 60000 Zuschauerplätzen noch 6000 nutzbar, den Rest zerfrisst der Wildwuchs. Laut einer Studie der TU fehlen 7 Sporthallen vor allem für den Schulsport, und viele Vereine sind in 50 Jahre alten marodenBaracken aktiv – wenn die in den dunklen „sozialistischen“ Zeiten nicht gebaut worden wären, gäbe es heute nichts!
Es fehlt auch Geld für den Tierpark, für den Botanischen Garten mit dem Schulbiologiezentrum, für die Brunnen und Wasserspiele der Stadt. Noch im Frühjahr hieß es, dass in den nächsten 3 Jahren 176 Millionen fehlen werden. Aber die Finanzierung ist einfach: das Stadion für 25 Millionen lassen wir vom VEB Gebäudewirtschaft, pardon der kommunale Grundstücks- und Gebäudegesellschaft bauen, weil die Stadt selber das Geld nicht hat, und dafür zahlt die Stadt dann 40 Millionen an Miete. Ein Super-Modell, finde ich! Klar, die Mieter der GGG, die auf den Austausch ihrer 40 Jahre alten morschen Fenster im Plattenbau warten, warten eben etwaslänger. Und die Vereine, die auf ein paar Almosen für ihre Sportstätten warten, können aufatmen: In 20 Jahren wird der Mietvertrag mit dem Stadion auslaufen,dann ist vielleicht jede Menge Kohle übrig.
Und nun trauen sich die Piraten doch, den Beschluss anzufechten, weil ein paar Abgeordnete doch im Aufsichtsrat oder Vorstand des Clubs sind und im CFC Trikot abgestimmt haben. Da hat Ritter Runkel, unser Rechtsbürgermeister, eine klare Meinung: Von einem Interessenkonflikt könne keine Rede sein. Na dann hoffen wir. dass unser Fußball nicht gleich wieder viert- oder fünft-klassig wird. Und dass das Murkel endlich alle Banken zu einer Pflichtabgabe für den Rettungsschirm verpflichtet.
 

17.08.2011 - Der EU Rettungsschirm

Heute mal kein Beitrag von mir, aber er ist dafür zu schön...

Es ist ein trüber Tag auf Rhodos. Es regnet und alle Straßen sind wie leergefegt. Die Zeiten sind schlecht, jeder hat Schulden und alle leben auf Pump. An diesem Tag fährt ein reicher deutscher Urlauber durch Rhodos und hält bei einem kleinen Hotel. Er sagt dem Eigentümer, dass er sich gerne die Zimmer anschauen möchte, um vielleicht eines für eine Übernachtung
zu mieten und legt als Kaution einen 100 Euro Schein auf den Tresen.
Der Eigentümer gibt ihm einige Schlüssel.

1. Als der Besucher die Treppe hinauf ist, nimmt der Hotelier den Geldschein, rennt zu seinem Nachbarn, dem Metzger und bezahlt seine Schulden.
2. Der Metzger nimmt die 100 Euro, läuft die Straße runter und bezahlt den Bauern.
3. Der Bauer nimmt die 100 Euro und bezahlt seine Rechnung beim Genossenschaftslager.
4. Der Mann dort nimmt den 100 Euro Schein, rennt zur Kneipe und bezahlt seine Getränkerechnung.
5. Der Wirt schiebt den Schein zu einer an der Theke sitzenden Prostituierten, die auch harte Zeiten hinter sich hat und dem Wirt
einige Gefälligkeiten auf Kredit gegeben hatte.
6. Die Hure rennt zum Hotel und bezahlt ihre ausstehende Zimmerrechnung mit den 100 Euro.
7. Der Hotelier legt den Schein wieder zurück auf den Tresen.
In diesem Moment kommt der Reisende die Treppe herunter, nimmt seinen Geldschein und meint, dass ihm keines der Zimmer gefällt und er verlässt Rhodos.
Niemand produzierte etwas.
Niemand verdiente etwas.
Alle Beteiligten sind ihre Schulden los und schauen mit großem Optimismus in die Zukunft.

 

27.03.2011 - Hurra, hurra, der Dämpfer ist nun endlich da!
Erst die NRW Wahl 2010: CDU verliert 10% und ist auf SPD-Niveau. Dann gewinnt in Hamburg die SPD 15% hinzu, die CDU verliert 20%. In Sachsen-Anhalt ziehen die Grünen in den Landtag ein, die FDP fliegt raus. In Rheinland – Pfalz ziehen die Grünen mit Trara in den Landtag und eine rot-grüne Koalition lässt die CDU sich schwarz ärgern, weil die Gelben rausfliegen. Und in der CDU-Hochburg Baden-Württemberg passiert der wahlpolitische Super-Gau: Grün-Rot lässt Schwarz-Gelb zum ersten mal seit 58 Jahren alt aussehen. Wie hat Murkel gestern noch die Situation zu retten versucht: „Auch ohne Wahlkampf gebieten die Ereignisse in Japan ein Innehalten, das ist eine Frage des gesunden Menschenverstands!“ Wie wär es denn, letzteren mal bisschen öfter zu gebrauchen? Zum Beispiel, bevor man der Energielobby die Laufzeitverlängerung zum Präsent macht? Lange wird die Denkphase wohl auch nicht anhalten, und man wird den dummerweise im falschen Moment die falschen Signale setzenden Tsunami als Schuldigen identifiziert haben.
Vor einem habe ich aber trotz der ermutigenden Ergebnisse Angst: 2002 ließ ein gewisser Herr Trittin, seines Zeichens grüner Umweltminister (der sich in den letzten Tagen gern in vorderster Front zeigte), den Bericht des AKEnd (Arbeitskreis Endlagerung), den Experten in seinem Auftrag mit einem Budget von 2 Millionen erstellt hatten, in der Schublade verschwinden. Die Politik hatte sich mit der Atomlobby schon auf Gorleben geeinigt, und Trittin wollte keine Unruhe. Wann werden unsere Umweltbewahrer diesmal umfallen?
 

 

13.03.2011 - Kein SuperGAU, solange Murkel uns beschützt!
10 Uhr 10: „Ich werde mir vorbehalten, weitere Abstimmungen mit den Fraktionen zu führen“. ??? Das war die Schlusssentenz einer Pressekonferenz der Kanzlerin zum SuperGAU in Japan. Alles klar? In höchster Vollendung präsentiert sie uns das, was sie wohl als einziges beherrscht: Reden ohne etwas zu sagen. Vermutlich wird sie den Fraktionen wieder mal unter die Nase reiben, dass unser Geschick in den Händen der Energieriesen liegt. Unsere Atommeiler sind sicher, das will uns die Regierung immer noch glauben machen. Hey, waren die Japaner Stümper? Sie wussten, dass Erdbeben auftreten können, und haben viel in Sicherheitstechnik investiert und an diesen Themen in einem Maße geforscht, wovon wir nur träumen. Und trotzdem ist es passiert, auch wenn man es zur derzeitigen Stunde immer noch nicht offiziell zugibt. Eine Kernschmelze kann nicht rückgängig gemacht werden. Und genau da liegt das Problem: Unsere Sicherheitstechnik ist nur in der Lage, eine Reihe von Faktoren zu beherrschen, die zu einer Kernschmelze führen können, und deren Folgen zu mindern. Mehr nicht. Leider reicht die Palette von Naturkatastrophen bis zu menschlichem Versagen, und es ist niemals auszuschließen, dass Umstände eintreten, die eben doch das Unwahrscheinliche zur Realität werden lassen, siehe Tschernobyl und jetzt Fukushima. Und solange es keine Technologie gibt, diese Kernschmelze prinzipiell zu vermeiden, so lange gibt es keine Sicherheit. Unsere Kandisbunzlerin behauptet, Physikerin zu sein. Doch bei so viel Murks glaube ich, dass sie ihre Diplomarbeit auch bloß abgeschrieben hat.

 

07.03.2011 – Deutschland vermisst den Superstar

Wir wollen unsren Gutti wieder – so ist offenbar die mehrheitliche Meinung der Deutschen, wenn man manchen Medien glaubt. Und das schlimme ist, dass es vermutlich auch noch stimmt. Ja, wir wollen Politiker, die lügen und betrügen. Und warum? Weil wir sowieso nicht an ehrliche Politiker glauben. Banker betrügen, Manager betrügen, Anwälte betrügen, Politiker betrügen, und keinem passiert etwas! – ist doch eine super Legitimation für den kleinen Bürger: natürlich darf er auch betrügen. Nur: die Kassiererin, die 30 Cent unterschlägt, wird entlassen. Herr zu Guttenberg, der sich einen Doktortitel erschleicht, wird gebettelt, doch zu bleiben. Doch er ist ein Mann! Er steht zu seinem Fehler (nicht gleich, aber zumindest als nichts mehr zu retten ist) und nimmt seinen Hut. Was für ein harter Hund! Und einen Job hat er gemacht – wie kein Minister je zuvor. Gut, dass da im Kundus einiges schief ging, dass besoffene Ausbilder auf dem Vorzeigeschiff der Nation Kadetten in den Tod treiben, das kann man ihm nicht anlasten. Er hat ja auch immer gleich die Konsequenzen gezogen. Doch langsam drängt sich mir der Verdacht auf, dass auch dieser Rücktritt einer seiner gut inszenierten Auftritte ist, die einzig dem Ziel dienen, mit noch mehr Glanz ins Licht der Politik zurückzukehren, gefeiert vom Publikum, dass endlich seinen gegelten, lächelnden Superstar zurückhat. Und den nächsten Kanzler wählen wir bei RTL, mit Bohlens Gnade.
 

14.02.2011 – Hochbezahlt und überflüssig
Wusstet Ihr, dass laut einer Studie die meisten Abgeordneten von Bundes- und Landtagen glauben, dass sie in diesem Staat keine Macht für gesellschaftliche Veränderungen hätten? Besonders im rechten Lager ist dieses Gefühl der Machtlosigkeit ausgeprägt: Nur etwa jeder 8. FDP- und jeder 4. CDU-Politiker glaubt, etwas bewegen zu können. Etwas optimistischer ist man im linken Lager: immerhin jeder dritte Grüne und jeder zweite Linke oder SPDler glaubt noch an das System der „repräsentativen Demokratie“, in dem die Bürger die Volksvertreter beauftragen, ihre Interessen wahrzunehmen. Diese Studie zeigt in erschreckender Weise, dass das parlamentarische System ein Auslaufmodell ist, sind doch die Abgeordneten offenbar nur noch Teil einer Abstimmungmaschinerie, die von Fraktionszwängen geprägt sind, hinter denen die Lobbyisten einiger weniger „Spitzenpolitiker“ stehen. Im Umkehrschluss könnte man nun meinen, bis zu 85% der Politiker fühlen sich demzufolge nutzlos. Wer also macht unsere Politik? Mit Ihrer Einschätzung, selber keinen Einfluss zu haben, mögen viele ja Recht haben, aber dass sie stattdessen meinen, das Volk selbst hätte mehr Macht, ist ja wohl ein Irrglaube. Zumindest in Deutschland, wo das Volk macht- und (meist) tatenlos zusieht, wie es über den Tisch gezogen wird. In einem aber sind sich alle Abgeordneten wohl einig: wenigstens die Macht, ihre Diäten selber zu bestimmen, lassen sie sich nicht nehmen! Somit sind die Diäten eine Luxusform von Sozialhilfe: Menschen, die für unsere Gesellschaft so unnütz sind wie ein Kropf, bekommen dafür eine exorbitante Beihilfe. Statt der vielen teuren Abgeordnetenhäuser sollte man deshalb einfach einen Computer aufstellen. Jeder Parteivorsitzende hat dann einfach eine Stimme, und der Computer berechnet das Abstimmungsergebnis anhand der Stimmverteilung bei der letzten Wahl. Das würde unseren Haushalt um Milliarden entlasten, das Ergebnis würde stets die Gunst der Wähler widerspiegeln, die jeweilige Meinung der Parteien wäre viel transparenter, und das Volk könnte sich die vielen Lügen, Ausreden und leeres Geschwafel seiner Vertreter ersparen.  

 

21.01.2011 - ohne Worte

Tut mir echt leid, dass ich die Freunde dieser Kolumne erst mal enttäuschen muss, die da auf neue Beiträge warten. Wie schon im März angekündigt, muss ich diese Beiträge vorübergehend einstellen oder größere Pausen lassen. Dafür habe ich einen Tipp, der sicher mehr als nur eine Entschädigung ist. Unter dem Motto "politplatschquatsch. Wir sprechen verschiedene Sprachen, meinen aber etwas völlig anderes" gibt es Interessantes auf www.ppq.be zu lesen!  Ich hoffe dennoch, dass ihr auch unserer Seite treu bleibt.
 

 

30.08.2010 – Kopftuchträger, Brillenträger und ein neuer Messias?
Auch wenn ich mich unbeliebt mache: der Sarrazin-Kult macht mir inzwischen Angst! Im Namen der Meinungsfreiheit darf man hier wieder rassistische Thesen verbreiten und wird dann noch bedauert, weil sich Journalisten, Künstler und andere Intellektuelle, aber auch mehr oder weniger intelligente Politiker gegen diese pseudowissenschaftlichen Thesen wenden. Meinungsfreiheit bedeutet doch nicht, dass einer, dem braune Brühe aus dem Mund sabbert, dafür bejubelt werden muss, sondern es bedeutet bloß, dass er dafür nicht eingesperrt wird. Von Berufsverbot ist die Rede, weil sich die Bundesbank, die einen internationalen Ruf zu bewahren hat, sich von ihm trennen will. Habt ihr vergessen wie das war in der DDR, als Bands nicht mehr auftreten und Schriftsteller keine Bücher mehr veröffentlichen durften? Dieser Retter der Nation darf sich überlall als Manager bewerben, ungestraft seine Bücher präsentieren, und bekommt noch Polizeischutz, während dieselbe Polizei jammert, dass sie keine Leute hat um den rumänischen, russischen oder litauischen Mafiabanden das Handwerk zu legen. Ja natürlich, die hätte ich auch lieber draußen! Aber nicht, weil sie einer minderintelligenten Rasse angehören, sondern weil Kriminelle – egal welcher Herkunft – nicht von einer verweichlichten deutschen Justiz beschützt werden müssen, einer Justiz, welche Täter oft genug zu Opfern stilisiert. Nein, nicht die Muslime sind schuld, sondern die Freiheit, die neben der Meinungsfreiheit auch die Freiheit kriminell zu sein einschließt. Was wäre, wenn der Lehrer in der Schule oder der Polizist auf der Straße wieder mehr Respekt erwarten dürfte? Die Probleme sind hausgemacht, doch Sarrazin macht Ausländer, vor allem Muslime, und Hartz-IV-Empfänger zu den Sündenböcken und schafft ein Ventil, welches von der eigenen Unfähigkeit der deutschen Politik ablenkt. Und Hartz-IV-Empfänger machen die Ausländer zu Schuldigen und jubeln über diesen dem Volk ach so aus der Seele sprechenden Bänker, der sich wahrscheinlich tot lacht ob des Geldes, dass seine populistische Suppe einbringt. Leider haben die meisten Hartz-IV-Empfänger überlesen, dass dieser Edle aus der Oberschicht ihnen die Heizung abstellen will und Gutscheine für Pullover ausgeben will. Hey, wollt ihr das wirklich? Und viele Jubler haben auch nicht begriffen, dass es dieser Intelligenzkasper auf Menschen mit geringer Bildung abgesehen hat. Die meisten Jubelkommentare, die ich in Blogs und Foren gelesen habe, strotzen nur so von miesem Deutsch – man könnte meinen, es seien genau die Ausländer, denen der ganze Hass des Sarrazin (klingt irgendwie arabisch – oder?) gilt, die hier jubeln. Aber irgendwie hat dieser geistige Überflieger der Nation auch dafür eine Erklärung, dass inzwischen auch ein großer Teil der deutschen Jugend meint, Frankfurt am Main liege am Rhein. Die Unterschicht wird natürlich türkisch kontaminiert. Und dieser Bewahrer deutschen Erbgutes beklagt auch noch die Geburtenrate in der türkischen Bevölkerung als Grund allen Übels. Doch he, wer soll denn den Staat Deutschland erhalten, wenn die deutsche Nation ausstirbt? Sarrazin macht uns glauben, dass wir Deutschen wegen der Ausländer aussterben. Doch das ist falsch. Ohne Ausländer werden wir bald ein Volk von Pflegebedürftigen sein, denen niemand mehr das Bett sauber macht. Denn es sind wir selbst, die wir vor lauter Gejammere (wir Deutschen sind bloß noch die fünftreichste Nation der Erde, da kann ich mir Kinder einfach nicht mehr leisten!), vergessen, unser Überleben zu sichern. Seit Menschengedenken blühten Kulturen auf und verschwanden. Wieso sollten wir die Unendlichkeit gepachtet haben? Früher hat man versucht, mit Waffen das Überleben der Nationen zu sichern, zuletzt vor etwa 75 Jahren. Wollen wir das wieder? Oder akzeptieren wir lieber, dass heute nationale Abstammung nicht mehr wichtig ist, so lange wir glücklich und in Freiheit leben können? Eigentlich hat Sarrazin nur eines erreicht: man spricht über ihn, nicht über die Probleme und die Unfähigkeit unserer Politik. Sarrazin hat recht, jubeln alle, sogar die NPD im sächsischen Landtag, was beweist wes Geistes Kind er ist. Dabei hat er bloß eines gemacht, den Finger in eine Wunde gelegt. Er schlachtet seine Popularität aus, und die Inhalte werden zur Nebensache.
Also, husch in die Heia, und an einem neuen blonden Brillenträger gearbeitet!  

 

14.05.10 – durch Geld wird man nicht klüger, besonders als Politiker
Unser sorbisches Pflänzchen Stanislaw Tillich, schweigsamer Ministerpräsident von unseren Gnaden, hat in den letzten Tagen tatsächlich ungefähr drei mal den Mund aufgemacht und dabei seine Eingebungen vom Baume der Erkenntnis der Öffentlichkeit präsentiert. Die erste These: „Mehr Geld macht nicht klüger“. Ja, richtig gehört, er fordert den Verzicht auf geplante Mehrausgaben für Bildung. Das Ziel, 10% des Bruttoinlandprodukts in Bildung und Forschung zu investieren, habe seine Bedeutung verloren, denn es trägt nicht zu besserer Bildung bei, postuliert er und erklärt sich solidarisch mit dem hessischen Dumpfschädel Koch. Doch das ist nicht alles, These Nummer 2: „Die Rente mit 67 ist unverzichtbar“. Schließlich gebe es ja viele Menschen, die selbst mit 80 noch arbeiten, wie etwa der letzte Sachsenkönig Kurt. Klar, bei der kleinen Rente muss man sich ja noch was dazuverdienen.
Und nicht zuletzt These 3: „Wir brauchen keinen Mindestlohn“. Denn der gefährde die sächsischen Betriebe in ihrer Existenz durch die Konkurrenz aus Polen und Tschechien. Lieber Dumpinglöhne und staatliche Aufstockung. Da hätte ich auch ein paar Vorschläge zu machen: Wir gleichen die Einkommen der sächsischen Abgeordneten an die ihrer Nachbarn in Polen an: statt 5445€ sind 2750 völlig ausreichend. Die eingesparten 4 Millionen stecken wir in die Bildung. Doch da die Leute davon nicht klüger werden, wie Herr Tillich beweist, ernennen wir jeden 65jährigen zum Professor und verschaffen ihm einen Job als Berater, damit er nicht in Rente gehen muss.  

 

20.03.10 – Extremistische Kirche und demokratische Nazis

Heute hat mich ein Leserbrief in der „Freien Presse“ überrascht: Da schreibt ein Herr Amelung, „wir brauchen mehr Gelassenheit“ und spricht sich dafür aus, dass die NPD als demokratisch gewählte Partei im„Bündnis für Demokratie und gegen Extremismus“, welches in Limbach-Oberfrohna von der CDU ins Leben gerufen wurde, weiterhin mitarbeiten soll.
Ich denke „ist das ein Witz?“, aber nein, als „ältererBürger“ fühlt sich Herr Amelung vom kurz vorher durch die Diakonie ins Leben gerufenen „Bunte Bürgerforum für Demokratie“ linksextremistisch bedroht. Hey,hör ich da recht? Nachdem schon einmal die Kirche durch ihre „Toleranz“ die Greul des Nationalsozialismus ermöglicht hat wird sie nun, da sie dies ein zweites Mal verhindern will, in die extremistische Ecke gedrängt? Ich glaube nicht, dass Herr Amelung alt genug ist, diese schlimme Zeit miterlebt zu haben, und wenn doch, ist er wohl einer der ewig Unverbesserlichen. Was lehrt uns denn die Geschichte? Erst ein bisschen Demokratie, man wird gewählt, man bildet eine breite radikale Basis nach dem Teichrosenprinzip, und dann putscht man sich an die Macht. Und Herr Amelung, als toleranter Bürger, wird zum Mitläufer, der hinterher behauptet keine Wahl gehabt zu haben! Zuletzt zitiert Herr Amelungauch noch die „Freiheit für die Andersdenkenden“ (R. Luxemburg) als Vorwand, doch welche Freiheit außer Auschwitz haben die Nazis den Andersdenkenden gebracht? Nein! Sachsen ist auch in der Statistik rechtsextremer Straftaten das rechte Zentrum Deutschlands, und die CDU meint, durch „demokratische“ Toleranz die rechten Stimmen einfangen zu können, anstatt zu begreifen, dass sie damit den Rechten nur eine stärker werdende Plattform bietet. Und Limbach-Oberfrohna wird von der CDU nahezu diktatorisch beherrscht, ein rechtes Vereinslokalgehört zum guten Ton. Auch dank eines Herrn Amelung, oder wie die braven Bürger 1932 hießen. 

  

19.01.2010 – Und wenn das ganze Geld verbrennt – dieAsche bleibt uns doch
Nun hat sich der Ex-Innen dank einiger glänzenden Ideen zur Überwachung des gemeinen Volkes hochgedient, und darf nun unser Geld verwalten. Und was macht er? Nachdem unter schwarz – rot immerhin die Neuverschuldung von knapp 40Milliarden auf 11,9 gesenkt werden konnte, haut er einen raus: eine gigantische Rekordverschuldung von fast 86 Milliarden Euro! Klotzen statt kleckern, der Krise trotzen, vor Gelde strotzen, so sein Motto. Jetzt frag ich mich bloß: wo kriegt der Geld her? Wo es doch den Banken so schlecht geht, dass wir sie verstaatlichen müssen? Ganz nebenbei, 40 Milliarden werden übrigens an Zinsen gezahlt, der zweitgrößte Posten im Bundeshaushalt. Da rollt der Rubel. Ich habe mir mal überlegt, wie das Finanzgeschäft des Staates so abläuft. Nehmen wir statt des Bundeshaushaltes mal einen Privathaushalt. Nehmen wir also an, jeder der knapp 40 Millionen Haushalte möchte einen Kredit von 2200 Euro aufnehmen. Doch die Bank ist pleite. Also nimmt er seine Ersparnisse von sagen wir 2400Euro und kauft die Bank, die damit ihre Schulden zahlt. Dann macht er das Kreditgeschäft, bekommt seine 2200 Euro und zahlt gleich 1000 wieder zurück. Am nächsten Tag schaut der Haushaltvorstand sein Konto an und stellt mit Erschrecken fest, dass sich sein Vermögen halbiert hat! Die Bank jedoch zahlt von den 1000 Euro, die sie eingenommen hat, 800 an den Manager und kauft für den Rest wertlose Wertpapiere. Tja, und wer ist nun der Gewinner? So etwa müsst ihr euch die Geschäfte vorstellen, die unsere schwarz-gelbe Regierung nun macht. Na ja, von Wirtschaft verstehen die ja was. Wenigstens die FDP, nämlich von Vetternwirtschaft.
Und natürlich: dass sich unser Kontostand immer weiter verringert, wird die allseits beliebte Kandisbunzlerin als unser Opfer verkaufen, als die Entbehrungen, die wir nun durchstehen müssen. 

 

23.12.09 - Vorfreude, schönster Stress
Ja, da hab' ich doch vor lauter Weihnachtsstress keinen Beitrag mehr zu den jüngsten Missgeburten aus dem Merkelschen Kreissaal mehr fertig gebracht. Tut mir echt leid, ungefähr so wie dem Guttenberg das Missgeschick im Kundus. Nun haben wir sie also, die Weihnachtsgeschenke aus der Schwarz-Gelben Überraschungskiste. Zum Beispiel das Wunder - Wachstums - Beschleunigungsgesetz: nicht dass es mir irgendetwas bringt, und der Wirtschaft wohl auch nicht, aber wenn die Manager ihren Alltagsstress fleißig im Stundenhotel abbauen wird wenigstens dessen Besitzer vorm Ruin gerettet. Beinahe hätten wir auch noch ein Globales - Klimaerwärmungs- Verhinderungsgesetz bekommen. Warum nicht? Wenn man das Wachstum per Gesetz beschleunigen kann warum nicht auch die Erderwärmung verlangsamen? Doch das einzige Ergebnis war das Bekenntnis der Politprominenz in Kopenhagen, das mehr als 2 Grad zuviel seien.
Doch wie schon gesagt, das Fest steht vor der Tür, und ich muss mich wieder darum kümmern, dass die lieben Verwandten nicht zu sehr dem Kaufrausch verfallen und die lieben Kinder, Enkel und Urenkel so mit Geschenken überhäufen, dass aus einer besinnlichen Weihnacht ein einziges Geschenkpapier-Aufreiß-und-in-die Ecke-schmeiß-Festival wird. In diesem Sinne: Frohes Fest!

 

02.12.09 – Todesschädel und Verfassung

Es ist immer traurig, wenn ein Guter gehen muss. Wenn er gegangen wird, obwohl er eine breite Lobby zu haben scheint, ist das schon skandalös und beweist, dass irgendetwas faul ist am System. Ein solcher Guter ist Nikolaus Brender, Chefredakteur des ZDF. Er ist die Verkörperung des unabhängigen Journalismus in Person. Jedweder Einmischung der Politik in die Programminhalte des ZDF hat er mit Souveränität widerstanden. Dem Herrn CDU-Koch war das wohl schon lange ein Dorn im Auge, denn seit mindestens Februar hat er als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates des ZDF öffentlich gegen Brender Stimmung gemacht. Ein klarer Fall von Mobbing. Sinkende Einschaltquoten wurden gern als Begründung herangezogen. Laut ZDF-Selbstdarstellung „überwacht der Verwaltungsrat die Arbeit des Intendanten vor allem in Haushaltsfragen“. Sind Einschaltquoten nun eine Haushaltfrage? Auf jeden Fall gehört die Zustimmung zu Personalfragen dazu, und das hat Koch nun ausgenutzt. In der Abstimmung für die Vertragsverlängerung Brenders gab es 7 Gegenstimmen der 14 Mitglieder. Und wie der Zufall es so will: dem Verwaltungsrat gehören 7 CDU/CSU – Politiker an! Die Entscheidung des Intendanten Schächter, der seinem Chefredakteur eine „solide Haushaltführung als Grundlage deutlicher Einsparungen“ bescheinigte, wurde von der Koch-Fraktion vom Tisch gefegt. Selbst die breite Unterstützung von Journalisten, Staatswissenschaftlern, SPD, Grünen, Gewerkschaften und vieler ZDF-Mitarbeiter haben nichts genutzt. Koch hat die Macht brutal ausgenutzt und die Verfassung mit Füßen getreten. §5 derselben garantiert die „Staatsfreiheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“. Doch wie soll die gewahrt sein, wenn die Entscheidungsgremien von politischen Mehrheiten bestimmt werden? Es ist ein schwarzer Tag für die Freiheit des Wortes in Deutschland. Doch wir müssen den Roland auch ein wenig verstehen! Denn ich weiß, wie es wirklich war. Als er am 30. Januar 2008 mit seiner Anke entspannt vor dem Fernseher saß und kein Politmagazin schauen wollte (Originalton: „Politische Magazine regen mich zu sehr auf“ - haha), blieb er bei einer Kabarettsendung hängen: Neues Aus Der Anstalt. Das erste Kabarett seit 18 Jahren bei seinem Lieblingssender ZDF. Und da kommt dieser Priol daher und sagt: „Roland Koch, der Todesscheitel aus Eschborn!“ In seinem Sender! Und Priol und Schramm spotten lustig weiter, über den Koch, die Merkel und alle anderen. Sogar über den Verwaltungsrat ziehen sie her. Und wie ein wütendes Kind trampelt er auf den Boden und schreit: „Ich will nicht in die Anstalt! Ich vernichte Euch alle!“ So muss es wohl gewesen sein.

 

17.11.09 – Wir nehmen alles zurück und behaupten das Gegenteil

- so könnte das Motto unserer Parteien bei der Aufarbeitung der Wahlergebnisse lauten. Ist euch schon mal aufgefallen, dass Parteien, dievon der Opposition in die Regierung - und umgekehrt – wechseln, stets ihre früheren Meinungen vergessen, Taten leugnen und alles ins Gegenteil verkehren? Da haben sich die Minister zu einer Landpartie auf Schloss Meseberg getroffen,um bei einem – oder auch mehreren – Gläschen Wein, bei Grünkohl und Kasseler über die Regierungspläne zu plaudern und sich etwas näher zu kommen. Nein, nein, es gab nichts Konkretes, Harmonie war angesagt. Dabei hat unser Guido vor den Wahlen solche Klassenfahrten als Steuerverschwendung attackiert. Und er hat auch das Kabinett verkleinern wollen, z.B. das Entwicklungsministerium abschaffen wollen. Jetzt sitzt dort ein FDP-Minister, der natürlich nicht an die Selbstabschaffung denkt. Ganz anders die SPD. Die denkt auch nicht an Selbstabschaffung, obwohl das vielleicht das Beste wäre. Denn wer braucht eine weitere Mittelstandspartei? Denn das ist das Rezept, wie Erzengel Gabriel die Auferstehung voranbringen will. Obwohl man die Wahl verloren hat, weil man die linke Wählerschaft in der Regierungszeit vor den Kopf gestoßen hat, will man die Mitte erobern. Eine Mitte, die fest in den Händen von CDU, CSU, FDP liegt. Dabei ist kaum anzunehmen, dass das gelingt, wenn man die linken Wähler den Linken überlässt. Ach ja, deshalb rudert man nun auch zurück: die Rente mit 67, einst von der SPD auf den Weg gebracht, steht nun natürlich auf dem Prüfstand, schließlich darf man jetzt wieder den Anwalt der Unzufriedenen spielen, also jener Mehrheit der Bevölkerung, welche die Regierung zwar gewählt hat, aber das Ergebnis nicht wollte.
Und bei den Grünen? Da wird nicht rumgeeiert! Knallharte Opposition gegen Schwarz-Gelb ist angesagt. Na ja, dass der grüne Mafioso Ulrich mit Duzfreund Müller von der Saarland-CDU ein knallhartes Bündnis mit den Gegnern eingeht macht deutlich, wie ernst solche Kampfansagen gemeint sind.

 

09.10.09 – Rot-Braune Grütze

Gibt es das wirklich? Ein SPDler unter dem Verdacht der Volksverhetzung? Das ist schon starker Tobak. Doch die Wogen werden sich glätten, und Herr Sarrazin wird vergessen werden – es sei denn, er „geht in die Politik“. Denn er hat nicht als Politiker, sondern als Bänker gesprochen. Und scheinbar hat er die Schuldigen für den finanziellen Ruin Berlins gefunden: die Migranten. Oder soll man Ausländer sagen? Ist man dann gleich ein Volksverhetzer? Versuchen wir sachlich zu bleiben. Die UN hat am 5.10. den Entwicklungsreport veröffentlicht, der ein Ranking des Wohlstandes aller Länder der Erde beinhaltet. Dass Norwegen, Australien, Island und Kanada ganz vornliegen ist sicher keine Überraschung. Dass Deutschland aber als 22.abgeschlagen den letzten Platz aller westeuropäischen Länder einnimmt (von Andorra abgesehen) sollte uns zu denken geben. Selbst Italiener und erst recht unsere lieben Österreicher leben besser. Lesen die Asylanten und Einwanderer den UN-Report nicht? Was zieht sie nach Deutschland, dem es so schlecht geht? Eines scheint sicher zu sein: Immer noch sind wir sehr großzügig. Unsere Gäste bekommen alles, was sie brauchen. Vermutlich ist es weniger als Hartz IV, aber meist ein Vielfaches von dem, was sie je hatten. Wir verlangen keine Eigeninitiative. Wer mit dem wenigen zufrieden ist, muss nichts tun. Er kann sich ein Zuverdienst in kriminellen Organisationen, mit Drogen, Prostitution leisten. Wir reden von Integration, aber alles was wir tun sind Deutsch-Kurse an der Volkshochschule, die wir auch bezahlen. Wir haben keinen Plan, wie wir mit den fremden Kulturen umgehen sollen. Wir erlauben ihnen Moscheen, in der Schule aber verbieten wir den Schleier. Viele Deutsche glauben deshalb zu Recht, dass wir hier ein Problem haben. Aber nur wenige kleiden das ins olcherart populistische Äußerungen. Herr Sarrazin verdreht Tatsachen, gibt Pauschalurteile ab. Der inzwischen beinahe berühmte Satz „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate“ ist zweifach zweifelhaft. Zu behaupten das Kosovo sei serbisches Land ist historisch unwahr. Denn das Kosovo ist spätestens im 17. Jahrhundert albanisch besiedelt worden, als Serbien unter türkischer Herrschaft stand.Schon 1912 wurde festgestellt dass es eine albanische Mehrheit gab. Im 2.Weltkrieg kam das Kosovo zusammen mit Albanien zu Italien. Nach Kriegsende wurde es dem neuen Jugoslawien zugeschanzt. Selbst Tito hat dem Kosovo eine starke Autonomie zugebilligt. Denn es gibt keinen Beleg dafür, dass jemals eine serbische Mehrheit existiert hätte. Und das sich ein Volk vermehrt, was Kosovaren und Türken tun, kann man ihm nicht vorwerfen. Erst recht nicht, wennman selbst zu einem Volk gehört, welches bewusst an der eigenen Ausrottung arbeitet, indem es dem Kindersegen entsagt hat. Wie wär’s, Herr Sarrazin, wenn Sie mit gutem Beispiel voran gingen und den Kopftuchmädchenmachern zeigen, dass sie es noch können?

 

05.10.09 – Freibier für das Parlament

Nun haben wir den Salat. Guido kriegt das Kinn nicht hoch genug, und bei den Sozis ist Kehraus. Die Koalition ist abgestraft, aber Angie muss nur den Blazer tauschen. Rot hat ihr ja ganz gut gestanden, in gelb kannich sie mir noch nicht so recht vorstellen. Mal schauen wie die persönliche Stilberaterin der Kanzlerin das hinkriegt. Und wie geht es weiter? Abschaffen von Hartz IV und des Gesundheitsfonds sowie Steuersenkungen und Verbesserung des Bildungswesens – das waren die Parolen der Liberalen, die mir und denen,die sie gewählt haben, hängen geblieben sind. Natürlich werden sie jetzt solange hinter ihren Forderungen stehen, bis sie eben umfallen. Am Ende wird es einen positiven, als großen Erfolg zu wertenden Kompromiss geben, bei dem am Hartz IV weiter verschlimmbessert wird, der Gesundheitsfond durch mehr Kosten für die Versicherten aufgestockt, die Steuersenkung angesichts der Lage verschoben und das Bildungssystem bewahrt wird. Wozu also Koalitionen? Die haben doch nur den Zweck, sich eine Stimmenmehrheit zu sichern, die durch den Fraktionszwang festgeschrieben wird. Wozu brauchen wir dann noch ein Parlament? Macht die Koalition einen Antrag, wird er angenommen, macht die Oppositioneinen, wird er abgelehnt. Es ist die teuerste Abstimmmaschine der Welt. Grobgeschätzt 100 Millionen Euro kosten uns die rund 600 Abgeordneten jedes Jahr, vermutlich mehr. Das ist Steuerverschwendung in schlimmster Form. Im Zeitalter der Computertechnik ist das Parlament eine mittelalterliche Methode, die – imSinne der Demokratie, also der Volksherrschaft – erfunden wurde, weil es keine schnelle Kommunikation gab, mit der die Meinung des Volkes direkt eingeholt werden konnte. Abgeordnete mussten im Sinne des Volkes entscheiden. Heute wird die Entscheidung vorgegeben. Das kann man billiger haben. Das Parlament könnte durch einen Stammtisch ersetzt werden, an dem sich die 5 Vorsitzenden regelmäßig treffen (okay, falls einer selber merkte, dass er zu dumm ist, könnte er einen Vertreter schicken), und jeder erhält so viele Stimmanteile, wie seine Partei Prozente bei der Wahl hatte. Die Ergebnisse sollten absolut identisch zu den Abstimmungen der Handhebemarionetten sein. Und weil es so billig wäre, dürfte ihnen der Steuerzahler sogar das Bier spendieren.

 

18.09.09 – Reform gegen die Wahlmüdigkeit

Endlich ist es so weit: die letzte, alles entscheidende Wahl des Super-Wahljahrs steht unmittelbar bevor. Mama Angie kann sich schon zurücklehnen, denn das Ding ist ja gelaufen. Da niemand mit den Linken, die Gelben nicht mit den Grünen kollaborieren wollen ist es praktisch unmöglich die Kanzlerin abzuwählen, es sei denn es geschieht ein Wunder und Frank-Walter steigt wie Phoenix aus der Asche. Angie muss nur noch durchhalten in ihrem Nicht-Wahlkampf, in dem sie uns nichts versprechen muss, was sie später nicht halten kann. Die großen verbalen Schlagabtausche bleiben aus, dumpfes Berufspolitiker-Gebrabbel bestimmt die Fernsehabende. Deutschland hat keine großen Führungspersönlichkeiten mehr – und das ist wohl gut so, denn wehe, wenn plötzlich ein Messias in einer „falschen“ Partei auftauchen würde.  Da nun das Wahlergebnis quasi schon feststeht, frage ich mich natürlich, warum ich eigentlich zur Wahl gehen soll. Meine Stimme kann es jedenfalls nicht sein, die gebraucht wird. Ist ihnen schon mal aufgefallen, dass das Wahlergebnis pünktlich zur Schließung der Wahllokale schon bekannt ist, bevor man mit dem Auszählen beginnt? Warum zählt man also? Doch nur, um sich über die geringe Wahlbeteiligung zu ärgern. Noch nie stand vor meinem Wahllokal mal Infas und hat mich nach meiner Stimme gefragt. Dabei hätte ich zu gerne natürlich genau das Gegenteil gesagt von dem was ich angekreuzt habe. Aber wahrscheinlich machen das alle, und am Ende stimmt es wieder. Was lernen wir daraus? Es ist gar nicht notwenig, dass alle zur Wahl gehen. Um das Verfahren zu vereinfachen, schlage ich deshalb vor, dass in Zukunft statt des Riesenaufwandes einfach sagen wir 100000 Wahlberechtigte per TED ausgewählt werden und am Telefon abstimmen. „Sind Sie für Merkel, wählen Sie die eins; sind Sie für Steinmeier, wählen Sie die drei; sind Sie für Westerwelle, sowählen Sie die Null...“. Das Voting wird 20:15 gestartet und Live übertragen. 23:00 wird der Sieger verkündet. Und dazwischen spielt man die Lieblingssongs der Politiker. Und das wird nicht langweilig! Bei einer Umfrage der Freien Presse wurden Spitzenpolitiker gefragt, ob sie lieber Mozart oder Madonna hören – weit gefehlt! Es wurden die Rolling Stones genannt, T.Rex oder der Jazzer Till Brönner. Ja, da könnten mir Politiker beinahe wieder sympathisch werden.

 

28.09.09 – Konsum für Dummies

„1 Stück 1,49 – 5 Stück nur 7,49“, wer greift da nicht gern zum Schnäppchen? Doch nein, das ist doch Betrug. Hättest du das gemerkt? Mit dem Taschenrechner kommt man schnell dahinter. Ein bisschen geschickter muss man es schon anstellen. Denn eins ist sicher: Egal, in welchen Konsum wir gehen: Verarsche ist an der Tagesordnung. Neulich brachte meine Frau eine Flasche Waschmittel mit. Auf dem Etikett prangte auf gelbem Grund: „+10%“. Da schenkt uns also einer 10% daher, nichts wie in den Korb damit. Zufällig finde ich noch eine alte Flasche des gleichen Mittels und werde neugierig. Also schaue ich auf den Inhalt: 1,5 L die alte Flasche. +10% macht 1,65, doch siehe da: nur 1,4 L in der neuen Flasche. Also Inhalt schenken sie nicht. Eine weitere interessante Angabe: „ausreichend für 20 Wäschen“ liest man auf der altenFlasche. Und auf der neuen: „reicht für 18+2 Wäschen“. Das kriege ich noch ohneTaschenrechner hin: 18+2 macht 20. Klingt aber eben wie 2 mehr. Doch wo zumTeufel stecken die 10%? Ich habe hin und her gerechnet, ohne Ergebnis. Und was lehrt uns das? In Umkehrung des Mottos „Weniger ist manchmal Mehr“ verkauft man uns nach dem Prinzip „Mehr ist meistens Weniger“ für dumm. Das einzige was wohl um 10% gewachsen ist, ist der Profit des Herstellers.

 

07.08.09 – Die Köpfe hängen wieder...
an den Laternen der Hauptstraßen. Es soll ja Zeiten gegeben haben, da hat man kurzen Prozess gemacht und Schurken einfach an einer Laterne aufgeknüpft. Oder man hat die Köpfe aufgespießt und am Straßenrand zur Schau gestellt. Es diente der Abschreckung. Wer an der Laterne hing hatte eine harte Strafe verdient. Heute ist man etwas subtiler. Man hängt nur noch die Konterfeis, auf Pappe geklebt, auf. Und die Strafe ist auch nicht mehr so grausam. Sie sollen in eine sogenannte Volksvertretung gewählt werden. Und alles nur zu dem Zweck, um danach vom Volk als geldgierig, korrupt, unfähig beschimpft zu werden. Sozusagen stellvertretend für die Schurken unserer Nation, die mit Hilfe ihrer Lobbyisten die Politik bestimmen. Inzwischen gibt es ja Berufslobbyisten, die davon leben, von Einzelpersonen oder Interessengruppen Geld entgegen zu nehmen und mit diesem Geld „ihren“ Volksvertreter davon zu überzeugen, im Interesse der Geldgeber zu handeln und dabei den Eindruck zu erwecken, dass der Volksvertreter glaubt, im Interesse des Volkes zu handeln.
Aber ich schweife vom Thema ab. Früher wurden ja Parolen aufgehängt, heute sieht man nur noch Köpfe. Als ob es um eine Misswahl gehen würde. Leider habe ich die Spielregeln noch nicht kapiert: soll ich nun die schönsten oder die hässlichsten wählen?

 

04.06.09 - Hilfe, Partei gesucht!

Da ich 1 Woche vor der Wahl noch immer nicht wusste, wen ich wählen soll, habe ich den Wahl-o-Mat bemüht. Flugs angekreuzt, was ich mir so von unseren Politikern wünsche, unsere 5 großen Parteien ausgewählt und auf Ergebnis geklickt. Doch ach, welch Schreck! 4 Parteien lagen gleichauf, nur die Gelben fielen etwas ab, wohl weil sie doch nicht so viel mit Umwelt am Hut haben. Was nun? Sollte ich tatsächlich die Nazis wählen müssen? Also habe ich sie auch mit ausgewählt – nein, sie fielen noch viel weiter ab. Verzweifelt habe ich nun alles Mögliche angekreuzt, Rentner, Piraten, Ede, sogar das FBI steht zur Wahl. Und endlich wurde ich fündig: das Zauberwort heißt ödp. Klarer Vorsprung! Und damit bekommen die mein Kreuz, warum auch nicht? Übrigens kommen die nicht aus Österreich. Doch nun ging es erst richtig los. Kommunalwahl – wen wählen wir denn da? Bis zum Dienstag, als unser städtisches Käseblatt erschien,habe ich gehofft, dass sich alle Kandidaten in irgendeiner Zeitung mal vorstellen. Fehlanzeige! Und in unserem Dorfzipfel nur ein einziges Plakat, natürlich von der CDU, denn die hat LO fest in ihrer Hand. Ich glaube fast, die denken dass wir gar nicht wissen dass es noch andere Parteien gibt. Nach langem Googeln habe ich dann tatsächlich den Wahlvorschlag für LO als pdf  gefunden. 21 CDU-Kandidaten, je 12 von SPD, FDP, Linken, 1(!) Grüner und 3 NPD. Sonst nix. Keine ödp. Nicht mal freie Wähler. Ja wo leben wir denn? Die einen will ich nicht wählen, den Rest kann man nicht wählen. Und da heißt es immer: Wählen gehen! Nicht wählen wählt immer die Falschen! Aber was, wenn sich die richtigen gar nicht zur Wahl stellen? Oder gibt es in Deutschland keine Partei mehr, die das will, was das Volk – also ich – will? Da hab ich doch glatt einen Vorschlag, der das ganze viele Geld, welches zum Wahlkampf verbrannt wird, einzusparen hilft, der die Enttäuschung der Verlierer und das ganze Gezerre, wer mit wem oder nicht der Vergangenheit angehören lässt: Wählen wir doch wieder die Kandidaten der Nationalen Front!

 

22. 05. 2009 - Prioritäten für die Gesundheit

Der Streit ist wieder da. Und die Streiks. Arztpraxen bleiben geschlossen. Während Ärztepräsident Hoppe den Kollaps des deutschen Gesundheitswesens vorhersagt schießt die Hassfigur Schmidt mit schweren Geschützen und nennt die Ideen Hoppes menschenverachtend. Sein Vorschlag heißt „Priorisierung“. Zuerst kommen die dran, die akut und ernsthaft krank sind. Dann die, deren Behandlung planbar ist. Das Entfernen von Falten aber fällt hinten runter, jedenfalls was die Mittel aus dem Gesundheitsetat betrifft. Rational Denkende nennen es „Rationierung“. Wie dem auch sei, letztendlich kannman es Vorschlag zur gerechteren Verteilung des Mangels sehen. Doch den will Ulla Schmidt nicht wahrhaben. Deutschland habe eines der aufwändigsten Gesundheitssysteme der Welt. Und das glaube ich ihr aufs Wort. Schließlich haben wir 218 gesetzliche Krankenkassen! Allein die Verwaltung dieses Geschwürs verschlingt Unsummen. Dafür haben wir den Einheitsbeitragssatz erreicht, wie toll. Also wählen wir nicht mehr die Kasse, die am rationellsten wirtschaftet, sondern eine medizinisch dringend notwendige Vater-Kind-Kur zahlt. Und den Mangel an Hausärzten machen wir mit leerstehenden Krankenhausbetten wett. Wenn ein Krankenhaus ein spezielles Gerät hat, was mich untersuchen soll, muss ich deshalb eine Übernachtung buchen, weil das Krankenhaus nicht ambulant behandeln darf. Jede Kasse sucht sich einen Pharmahersteller, mit dem sie Rabatte aushandelt. Die Folge: „mein“ Mittel ist meist nicht da, wenn ich es brauche. Unzählige Kuriere sausen deshalb durch Deutschland, um Mittel zu besorgen und zum Kunden zu bringen. Und um zum Facharzt zu gehen, muss ich vorher den Hausarzt konsultieren, der mir zwar nicht helfen kann (selbst wenn er könnte – aber er darf nicht, weil er als „Allgemeiner“ eben keinen chirurgischen Eingriff abrechnen kann), aber sein Wartezimmer wird so besser ausgelastet. Da lob ich mir den Sprengelarzt in Österreich. Nicht zuletzt wäre da noch das Gutachterunwesen zu nennen. Jeder Verein hat seine Gutachter, die – meist ohne den Patienten zu Gesicht bekommen – dafür bezahlt werden, die Diagnose der Experten zu interpretieren und den Vereinen (Krankenkasse, Rententräger, Arbeitsagentur) zu erklären, was die von dem Kranken halten sollen. Ja, der Aufwand ist enorm. Und nur wenig bleibt für die wirklich kranken übrig. Deutschland hat das zweit-teuerste Gesundheitswesen der Welt, aber mit gerademal 6% des Bruttosozialprodukts eine deutlich geringere staatliche Beteiligung als andere Länder. Das Motto der sogenannten Gesundheitsreform scheint also zusein: Beiträge stabil, egal was es kostet – und wenn es die Gesundheit ist.

 

08.05.2009 - Von Kelten und Plakateklebern

Als ich gestern die Ausfallstraße nach Chemnitz hinein fuhr waren alle Laternenmasten bunt geschmückt: Die Kommunalwahl steht bevor. Und wirklich, jeder Mast hat seinen Bewerber gefunden. Also machte ich mir die Mühe, ein paar Parolen zu lesen. Und ich habe ein Ranking aufgestellt: Die meisten Plakate waren blau und stehen mit dem Slogan „Ordnung und Sicherheit“ für „Pro Chemnitz“. Klingt gut, und die, die dahinter stehen (man spricht von 20 Personen – Rekord im Plakatekleben!), tun alles, um vergessen zu machen, dass die Fraktion „Pro Chemnitz“ aus den Republikanern hervorgegangen ist.Fraktionschef ist Herr Kohlmann, der Stadtkasper, die Mischung aus Hitler und Eulenspiegel. Hat er doch neulich in der Stadtratssitzung die OB Ludwig als „Frau FDJ-Sekretärin“ angeredet und Zuschauer im Blauhemd mitgebracht, die das erfolgreiche Entfernen der Feind-Propaganda vermeldeten. Anschließend nannte er den Linken-Chef einen Nazi und wurde von Polizisten auf dem Stuhl aus dem Saalgetragen, weil er den Rausschmiss von OB Ludwig einfach überhörte. Ja, da bekommt man was geboten in Chemnitz! Der Auslöser der Posse, das Bild von Benjamin Jahn Zschocke, ist ja nun endlich weg. Vom Förderverein der Berufsschule in Auftrag gegeben, hat der Maler Zschocke ein Wandbild „Stadt derModerne“ geschaffen, doch zur feierlichen Enthüllung kam es nicht. Denn Zschocke arbeitet nebenbei als Sekretär von Hr. Kohlmann, was gerade noch rechtzeitig ruchbar wurde. Und siehe da, nach längerem Hingucken fand man tatsächlich auf der Markthalle ein Keltenkreuz, und die sind ja – trotz aller kulturellen Errungenschaften der christlich-keltischen Ära, die von Nazis noch nichts wusste – als rechtsextremistisches Symbol verboten. Wobei – es ist ausdrücklich von einem gleichschenkligen Kreuz die Rede, das Objekt der Kontroverse aber ist ungleichschenklich, ähnlich einem tatsächlichen Turmkreuz auf der historischen Markthalle. Ja, was wollte der Künstler uns nun sagen? Tatsache bleibt, dass die Chemnitzer sich ob des Kreuzes keine Gedanken machten, und dass Zschocke es übermalen wollte. Doch auf Begehren der Räte ist die Wand wieder nackt und weiß, und Kohlmann hat wieder mal sein Ziel erreicht: sogar ich habe die Rechten zur Kenntnis genommen!

Ach, ehe ich’s vergesse: Platz 2 des Plakate-Rankings belegen die Gelben („Arbeit vor Ort“), Platz 3 Burger King, dann erst die SPD (kennen Sie „Ecke“ Bauer?), während die Linken noch hinter IKEA rangieren.Abgeschlagen landet die CDU auf dem letzten Platz: kein einziges Plakat. Ob sie noch immer nicht wissen, wen sie mit welchem Programm ins Rennen schicken? Naja, bisher war das Wahlergebnis noch immer indirekt proportional zu den aufgehängten Kandidaten.

 

07. 04. 2009 - KU für alle

Vor dem KO kommt erst KU. Und alle machen mit, bei der Kurzarbeit. Auch ich. Aus Solidarität, so will es das Management. Nicht dass wir keine Arbeit hätten. Unsere Computer, Oszilloskope und Lötkolben glühen.  Aber wenn die Arbeiter wegen leerer Hallen zu Hause bleiben müssen und 15% Lohn einbüßen, können wir sie natürlich nicht allein im Regen stehen lassen. Obwohl, das Ziel ist ja die Einsparung, und da ist jeder willkommen, der dazu beitragen kann. Und da gibt es das Kurzarbeitergeld, um die Einbuße in angemessenem Rahmen zu halten. Und da frage ich mich: wer bezahlt das alles? Die Arbeitsagenturen dürften da wohl ganz rasch leere Kassen haben, wenn alle auf die Idee kommen, auf diesem Wege zu sparen. Und wer da nicht mitmacht ist wohl selber schuld! Und da habe ich eine Idee  – die Sache ist ganz einfach! Alle Beamten und Abgeordnete machen auch Kurzarbeit! Ist das nicht genial? In Kalifornien haben sie das schon eingeführt. Und da das Einkommen in der Regel über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, spart der Staat zum Beispiel 15% Personalausgaben und das Kurzarbeitergeld! Das eingesparte Geld kann dann in die Arbeitsagenturen fließen. Doch was ist mit der vielen nicht getanen Arbeit? Dass Beamte nur ihren Büroschlaf um 30% verkürzen müssten ist natürlich eine üble Legende.
Ackermann hat gesagt: Manager haben eine Vorbildfunktion, und sie müssten in diesen schweren Zeiten auf einen Teil ihrer Boni verzichten. Ich sage:Politiker haben eine Vorbildfunktion, und sie sollten sich in diesen schweren Zeiten solidarisch zeigen! Jeder Politiker, der 3 Tage im Monat zu Hause bleibt, kann an 3 Tagen keinen Schaden anrichten. Im besten Fall merken wir es einfach nicht.

 

05.03.09 - Die (un)soziale Marktwirtschaft

Da gibt es doch wirklich noch Leute, die glauben, die Wirtschaftsordnung in Deutschland sei die soziale Marktwirtschaft. Sogar Politiker gehören dazu! Offenbar liegt das daran, dass dieser Begriff  zur Phrase mutiert und die eigentliche Bedeutung verloren gegangen ist.

Der Begründer Alfred Müller-Armack, Staatssekretär Ludwig Erhards, hat es so auf den Punkt gebracht: der Sinn bestehe darin, das Prinzip der Freiheit auf dem Markt mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichs zu verbinden. Der Staat hat dabei die Aufgabe, sich gerade so viel einzumischen,dass sich nicht einzelne Bevölkerungsschichten auf Kosten anderer bereichern, indem aktiv Arbeitsmarkt- und vor allem Sozialpolitik betrieben wird. Wobei Erhard die These vertrat, dass mit zunehmendem Wohlstand der Bedarf an Sozialpolitikimmer weiter sinke. Doch sehen wir uns an, was 60 Jahre soziale Marktwirtschaft gebracht haben! Wie Statistiken belegen, sind in den letzten 15 Jahren die Reichen immer reicher, die Armen hingegen immer ärmer geworden. Die reichsten 20% aller Haushalte verfügen über 67% des Nettovermögens, die reichsten 40% gar über 90%. Die armen und mittleren Haushalte zusammen haben nur 10% Anteil am deutschen Vermögen. Tendenz: die Schere wächst. So konnte die Einkommenselite in Deutschland ihr Nettoeinkommen in den letzten Jahren um 35% steigern, bei den Verlieren der Gesellschaft jedoch sank es um etwa den gleichen Anteil. Als wichtige Voraussetzung des Funktionierens nannte Erhard übrigens Preisstabilität. Berechnungen zeigen nun folgendes: Das Bruttoeinkommen stieg in den letzten 15 Jahren um 43%, inflationsbereinigt aber nur um 8%. Das Nettoeinkommen ist dabei sogar um 2% gesunken! (Wen Statistik interessiert, hier sind ein paar: http://www.agenda21-treffpunkt.de/daten/armut.) Und nun mischt sich der Staat immer mehr ein! Logisch, denn im Umkehrschluss zu Erhard muss es ja heißen: Je schlechter es uns geht desto mehr soziale Eingriffe sind nötig. Während der Großen Depression hat Roosevelt den New Deal ausgehandelt. Mit Appellen an die Heimatliebe sorgte er dafür, dass die Reichen sich überproportional an der nationalen Rettung beteiligten. Und Merkel? Konjunkturpaket heißt ihr Zauber- oder besser Unwort. Und was steckt dahinter? Privatisierung der Gewinne, Verstaatlichung der Verluste. Oder anders ausgedrückt: die Allgemeinheit zahlt die Zeche. Und die Reichen werden reicher... Was lehrt uns das? Entweder die Theorie ist falsch, oder aber die Praxis.

 

17.02.09 – Über Darwin, Gerr und Hott

Ein Artikel zum 200. Geburtstag von Charles Darwin in der „Freien Presse“ war Anlass, dass man dieses Blatt für 2 Wochen mit Interesse lesen konnte, zumindest an manchen Tagen. Es kam nämlich zu einem Sturm der Entrüstung unter den Lesern, der mich in seinem Ausmaß überraschte. Darwin, der selbst überrascht war, dass alles, was er selbst gesehen und erforscht hat, die geltende Vorstellung von der Schöpfung auf den Kopf stellte, brauchte 20 Jahre, um sich zu einer Veröffentlichung seiner Theorie durchzuringen. Heute wird dieEvolution, wenn auch nicht in allen ihren Grundzügen, auch von der Kirche anerkannt, ohne die Schöpfung deshalb auszuschließen. Trotzdem werden die, welche Darwins Theorie als wissenschaftliche Grundlage der Entwicklung des Lebens betrachten, von vielen Zeitgenossen belächelt oder gar angegriffen, wie die Leserbriefe zeigten. Am beliebtesten ist dabei, die Anhänger Darwins als „Ideologen“ abzutun oder gar folgenden „wissenschaftlichen“ Schluss zu postulieren: Da die Theorie Darwins nicht bewiesen sei, sei dies der Beweis dafür, dass die Schöpfungstheorie wahr sein müsse. Interessante Logik! Wenn einzelne Junge-Erde-Kreationisten das erste Buch Mose als bare Münze nehmen sei ihnen dies gestattet. Wenn jedoch Mehrheiten die Anhänger Darwins als Atheisten abtun zeugt das von überraschend wenig Aufgeklärtheit. Auch wenn ich den 7-Tage-Mythos als das nehme was er ist, ein Mythos eben, macht mich der Umstand, dass es schwierig ist aus NICHTS irgend wann ETWAS entstehen zu lassen, nachdenklich. Aber wer will schon wissen, ob der Schöpfer tatsächlich HERRGOTT war oder nicht doch die beiden betrunkenen Nichtsnutze GERR und HOTT, denen auf einer Weltraummission die Vorräte im Kühlschrank verdorben waren und die deshalb ihren Abfall mit etwas fermentierter Ribose und drei Gießkannen Aminosäure verrührten, und zwar mit einem linksgebogenen Feuerhaken, und diesen Abschaum, nachdem sie noch hineingeniest haben, auf die Erde gossen? Zumindest wäre damit erklärt, woher immer noch soviel Abschaum unter den Menschen kommt.

Wer mehr über die intergalaktischen und kybernetischen Schöpfungstheorien wissen möchte, sollte sich statt der Bibel mal die Werke Stanislaw Lems zur Hand nehmen.

 

21.01.09 – Ein Traum über B.O.

Zur Amtsübernahme des neuen Bundeskanzlers Bastian Opalla sind 2000000 begeisterte Fans vor das Brandenburger Tor gekommen, schon seit Mitternacht warten viele von ihnen. Bis zum Alex stehen die Menschenmassen dicht an dicht. Auf Riesenleinwänden wird die Rede Opallas übertragen. „Ihr Deutschen, eines verspreche ich: wir werden diese Krise überwinden, wir werden auferstehen stärker denn je!“ Neben ihm steht Michaela, die First Lady, mit den Mädchen Sarah und Maria, die ihren Papa anhimmeln. „Fleiß und Ehrlichkeit, Toleranz und Patriotismus, Heimatliebe und Vertrauen – besinnen wir uns aufunsere Tugenden! Gier und Neid, Zweifel und Zukunftsangst, Verantwortungslosigkeit und Ignoranz werden wir aus unseren Köpfen verbannen! Packen wir es an!“ ruft Opalla mit leichtem Vibrato, aber klar und deutlich in die Mikrofone, und die Menge jubelt. „Wir packen es an!“ dröhnt es im Chor.  „Wir werden denen, die unsere Arbeitsplätze in Billiglohnländer und ihre eigenen Millionen in Steueroasen verschieben, und dabei niemals Verantwortung für ihre Fehlentscheidungen übernehmen müssen, das Handwerk legen. Und denen, die wehrlosen Kids, Ausländern und Andersdenkendenden Baseballschläger überziehen, oder denen, die Menschen einsperren und foltern, weil sie die Wahrheit nicht hören können. Wir werden all unsere Innovationskraft, unseren Erfindergeist in umweltfreundliche Energien investieren und unsere Kinder als wertvollstes Kapital unserer Nation überalles stellen. Wir werden die Armen dieser Welt nicht aus reiner Profitgiernoch ärmer machen, sondern gerecht sein. Packen wir es an!“ Und überall auf der Welt, im krisengeschüttelten Amerika, im hungernden Afrika, im kriegsverwüsteten Orient jubeln die Massen.
Ein neuer Messias wurde geboren, und endlich, mit aller Götter Hilfe, ist er inthronisiert auf dem Olymp.
Der Wecker schaltet ein, gerade laufen die letzten Nachrichten. „In einer Ansprache vor mehreren Journalisten sagte die Kanzlerin: „wir werden die Kuh schon vom Eis kriegen““, O-Ton, Betonung auf Kuh und Eis. Da fällt mir ein: ach ja wir haben zum Reden ja extra einen, der immer mit viel Engagement von 612 Leuten gewählt wird, wie heißt der doch gleich? Ist der überhaupt verheiratet? Keine Ahnung. Doch vorgestern in seinem Grußwort zum Schlossabend elektrisierte er wieder die Massen: „Ich danke Ihnen, liebe Gäste, dass Sie an diesem besonderen Tag hier in das Schloss gekommen sind, wo auch in Amerika schon viel von Freiheit die Rede war.“ Betonung? Nein, keine...

 

18.12.08 – Unser Murkel in der Krise

Erst dachte ich: Jetzt musst du endlich mal unsere Krisenmanager in die Mangel nehmen!  „Es gibt keine Anzeichen für eine Rezession in Deutschland" sagte die Kandisbunzlerin am 22.01.08. (Schade, dass ich ihren Ton hier nicht wiedergeben kann). „Dennoch wird eine offene Volkswirtschaft wie die deutsche nicht völlig unberührt bleiben können" lenkt sie am 17.09. , schon 8 Monate später,ein. Da hatte meine Fondsanlage schon 19% Miese gemacht. Merkel und Steinbrück planen Eilgesetz zur Rettung der Banken, heißt es dann am 11.10., also nur gut 3 Wochen später. Und dann wird sie endlich energisch: „Die Exzesse der Finanzmärkte haben uns jetzt gezeigt, welcher Schaden entstehen kann, wenn es international an der entsprechenden Einsicht fehlt“ klingt es am 14.11., bevor man sich am Abend in Washington beim Abendessen und einem Gläschen Champagner ein paar Gedanken machen wird. Und nun geht es Schlag auf Schlag, zumindest mit den Pleiten... Na ja, ich habe mal gegoogelt, um zu erfahren wie es weitergeht. 4.460.000 Einträge allein in Deutschland zum Suchwort Finanzkrise! Es ist alles gesagt, alles geschrieben. Was soll ich da noch? Wenigstens ein paar interessante Beiträge will ich hier präsentieren.
Der erste erklärt uns erst mal, wie es dazu kommen konnte: http://www.nurmachen.de/2008/11/23/finanzkrise-fur-dummies/

Interessant ist, dass Experten schon 2006 ganz genau das Kommende vorhersagten, nur der zündende Funke hat noch gefehlt: http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/artikel.php?storyid=2707&seite=0

Logisch, dass solche Experten in Regierungskreisen ignoriert werden. Wer keinen Optimismus verbreitet fliegt raus! Ja, die Finanzkrise ist unsere Chance! Unsere Chance, reich zu werden. Behauptet jedenfalls ErwinGodizo: http://www.reich-werden-beim-crash.com/
Hat man sich mühsam bis ans Ende gearbeitet, erfährt man endlich wie das geht:Für 27 Euro kann man seine Ratschläge herunterladen. Einer wird dabei bestimmt reich, Erwin!

Statt Reichtum prophezeit folgende Seite den Weltuntergang.Das Geld kann man eh abschreiben, jetzt geht es darum, das Überleben zu sichern: http://www.krisenvorsorge.com/

Besonders gelungen finde ich die Analyse meines Freundes und Physikers Hartmut Schlichter, der anhand des Energieerhaltungssatzes beweist, dass der Versuch, allein durch den Handel mit Geld Geld zu verdienen, ohne Werte zu schaffen, zum Scheitern verurteilt ist:

http://www.quivertree.de/sonstiges/physik/finanzkrise-und-physik.html

Wer es noch ein wenig sarkastischer mag, dem sei der hier noch empfohlen:  http://www.spreeblick.com/2008/11/20/finanzkrise-my-ass/

Es könnte munter so weitergehen, unter 4 Millionen Artikeln ist sicher noch manches Schmankerl zu finden, aber wer hat schon so viel Zeitsich da rein zu vertiefen? In diesem Sinne: werden Sie reich, verbarrikadieren Sie sich im Haus oder denken Sie einfach: Leck mich am ... und feiern Sie erst mal schön Weihnachten.

 

03.12.08 – Blockflöten sind auch nur Menschen

Eins muss man dem Herrn Landtagsabgeordneten Nolle von der SPD lassen: Er hat wieder mal Zündstoff für eine längst fällige Diskussiongeliefert. Das ist aber auch gleich alles. Denn irgendwie hat er als einer, der die Geschichte nicht wirklich miterlebt hat, kein Recht ein Urteil zu sprechen. Denn es geht um die Frage: warum ist man in der DDR Mitglied einer Partei geworden? Und wenn ja welcher? Die Motivation der Parteimitglieder im Westen der Republik ist mir jedenfalls nicht ganz klar, ausgenommen derer, die eine politische Karriere anstreben oder aus Überzeugung handeln. Das soll es ja geben. Doch wie war es in der DDR? Eine Parteimitgliedschaft war in jedem Falle nützlich – das hat man aus dem 1000jährigen Reich übernommen. In der DDR war eigentlich für jede Funktion, nicht nur in Politik, sondern in der Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, in Verwaltung und Bildung ein Parteibuch nützlich, ab einer bestimmten Position gar erforderlich. Nein, man musste nicht in diePartei, man musste nicht in die Stasi. Wer das behauptet, lügt. Aber man musste dann mit der Konsequenz klarkommen. Man ging also aus 3 Gründen in die Partei: man war überzeugt, man wollte seine Ruhe haben, man wollte Karriere machen – und zwar nicht bloß eine politische, sondern irgendeine, Abteilungsleiter, Olympiatrainer, Theaterintendant.

Für den Westen ist Karrieremachen eines der natürlichsten Bedürfnisse des Menschen, Widerstandskämpfer zu sein ist eher weniger verbreitet, die RAF mal ausgenommen, die aber kriminell war. Heute machen die, die das nicht selbst erlebt haben, den Fehler, zu glauben, dass in der DDR die Parteimitglieder die Kriminellen waren. Interessanterweise hat man dabei die Blockflöten ausgenommen – hat man im Westen wirklich geglaubt, das wären so was wie Oppositionelle gewesen? Was also waren das für Menschen? In die SED konnte nicht jeder, denn das war die Elite,und die rekrutierte sich per Definition aus Arbeitern. Also musste man denen,die aus anderen Schichten kamen, eine Plattform schaffen – die Blockparteien. Ihre Mitglieder waren einerseits hörige Regimetreue, das Gros aber vermutlich solche, die mit ihrer Mitgliedschaft nur ein Ziel hatten: in Ruhe gelassen zuwerden und dennoch Karriere machen zu können. Doch letztlich waren sie alle eines: Mitläufer, keine Widerstandskämpfer.

Leider gibt es unter ihnen heute genug, die uns anderes glauben machen wollen, ein Herr Flath zum Beispiel, Umwelt-, Kultus- und designierter Finanzminister sowie Fraktionsvorsitzender in Sachen, Blockflöte und Sprücheklopfer. Ganz nebenbei: als wir 1989 in unserer Firma einen Betriebsrat gründen wollten, baten wir den CDU-Kreisvorstand Chemnitz um Hilfe. Aber die haben sich so was von in die Hosen geschissen! Nein, sie gehörten nicht zu denen, die begriffen hatten, dass die Wende bereits da war. Und ich stelle mir immer vor, dass Herr Flath sich genauso die Hosen vollgemacht hat. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es für unsere Zukunft letztlich auf die Person und ihre Leistung ankommt, nicht auf ihre Vergangenheit. Und da werden wir Herrn Tillich genau beobachten.

Eines aber müssen wir dank Herrn Nolle überdenken: Im geltenden Weltbild gilt nur die SED als böse. Und die Linken sind angeblich nicht salonfähig, weil sie die SED beerbt haben. Die CDU hingegen (und gleichesgilt für die FDP) haben die Blockflöten mit wehenden Fahnen integriert, und keiner fragt heute mehr nach deren Rolle. Doch wie groß war der Unterschied zwischen einem, der in der SED , und einem, der in der CDU seine Ruhe haben wollte, wirklich?

 

08.11.2008 – Das Märchen von einem der auszog das Rechnen zu lernen

Obama hat gewonnen, Ypsilanti hat verloren - die Medien sind voll davon, deshalb werde ich darüber nichts schreiben. Etwas anderes fand ich gestern sehr lustig: Seit dem 6.November kennen wir endlich den besten Märchenerzähler der deutschen Ministerriege. Und wie nicht anders zu erwarten ist es unser Peer, der Finanzminister. Ausgerechnet in dieser für die Banker so schweren Zeit hat er sich aufgemacht, um im Rahmen der Reihe „Politiker erzählen Märchen“ vor 9- und 10-jährigen über Schätze und andere geheimnisvolle Dinge zu lesen. Nun könnte man meinen, Politiker erzählen doch immer Märchen –bedarf es da erst einer Programmreihe? Vor allem wenn es um’s Geld geht tischt man uns doch nur noch Märchen auf. Der Euro ist so gut wie die Mark, die Wende am Arbeitsmarkt hat begonnen, der Staat hat seine Schulden im Griff, die Rente ist sicher, die Gesundheitsreform ist ein Jahrhundertwerk usw., wir alle kennen das. Von Professor Hankel gibt es ein Buch: „Die Euro – Lüge und andere volkswirtschaftliche Märchen“. Aber daraus hat der nette Onkel Steinbrück natürlich nicht vorgelesen. Nein, er hat von einem unsichtbaren Diener erzählt, der seinem Herrn alle Wünsche erfüllt, bis dieser am Ende doch mit leeren Händen dasteht. Irgendwie hat man das Gefühl, dass die deutschen Politiker auch alle an so einen guten Geist glauben und statt nach der Weisheit „spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ nach dem Motto „spare am falschen Ort dann stehst du bald mit leeren Händen da“ wirtschaften.

Welche Lehre gibt Peer den Kindern mit auf den Weg? „Ihr müsst euer Leben selber gestalten“, so sein Motto. Klar, denn eines Tages ist der Sozialstaat bankrott, wenn es so weitergeht.

 

03.10.2008 – Bloß ein Zufall

Nach zwei Maß war das Maß voll. Die Mehrheit hatte sie nicht mehr lieb. Und das Ergebnis war noch 6% niedriger als man es erwartet hatte. Dafür haben die Grünen mit 9,4% ihr bestes Ergebnis eingefahren, dank der CSU. Nein, sie hatten nicht ihre eigenen Kandidaten abgelichtet, sondern die Doppelkasper Beckstein – Huber auf ihr Wahlplakat postiert. Mit dem Nachsatz: Geht mit Gott! Aber geht... Zum Glück für die größte bayerische Bierpartei hat auch die überflüssigste aller Parteien, die Gelben, Zuwachs erfahren, so dass es noch mal gerade so reichen dürfte, regierig zu bleiben. Denn die Gelben sind sich mit den Roten leider nicht Grün. Und die Freien Wähler haben Pauli.  Mit der möchte vielleicht so mancher, aber nich inne Regierung. Und schuld an all dem Chaos ist natürlich Edmund, der mit seinem Handtuchwurf 2007 den Anfang vom Ende einleitete. Profitieren wird nun einer, der bisher immer unterlag: der Herz – Jesu – Sozialist Seehofer. Nicht weil er die von der CSU immer in den Vordergrund gerückte konservative Linie besonders gut verkörpert, nein, sie haben wohl keinen mehr, dem sie zutrauen,die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Warum soll es in der CSU anders aussehen als bei dem Rest der deutschen Parteienlandschaft?

Und jetzt hab ich noch einen Nachtrag zu meinem letztenThema: Thießen und Hartz IV. Eines muss ich nämlich klar stellen: Ein cleverer Leistungsempfänger kann heute besser da stehen als einer, der arbeitet. Haben Thießen und Co. doch recht? Einer, der Mindestlohn bekommt, von dem noch Sozialabgaben abgehen, steht heute oft mit weniger da, als einer der Hartz IV bekommt und sich halbtags das gesetzlich zulässige Zubrot verdient. Also ist es für den Leistungsempfänger einfacher, bloß ein paar Stunden zu arbeiten, und für den Arbeitgeber auch, denn für einen Vollzeitjobber muss er auch noch Abgaben zahlen. Das sollte uns doch mal zu denken geben – aber nicht so, wie Herr Thießen das getan hat.

Und übrigens – was zum Teufel war doch gleich am 3. Oktober irgendwann gewesen? Kann sich da noch einer dran erinnern?

 

06.09.2008 – Von Menschen und Leistungsempfängern

Um es gleich vorweg zu nehmen: die TU Chemnitz sollte bei dem bleiben, was sie ist, und sich um Technik kümmern. Ein Gehalt für Professoren der Wirtschaftswissenschaft zu zahlen, die weder von den Studenten gut beurteilt werden noch das Ansehen der Uni verbessern, ist nicht bloß Verschwendung. Ich würde den Herren Thießen und Fischer den Stuhl vor die Türsetzen, nachdem sie mit ihrer „Chemnitzer“ Studie zur „Höhe der sozialen Mindestsicherung“ für einen bundesweiten Eklat gesorgt haben! Jeder hat es inzwischen gelesen: ein HartzIV-Empfänger kann mit ein wenig gutem Willen mit 132€ im Monat auskommen, und wenn er sich „etwas gönnt“, dann immerhin noch mit 278€. Die etwa 350€, die er heute bekommt, sind also deutlich zu viel. Nun rudert die Uni zurück. In der Präambel wird mit Bedauern festgestellt, dass die Medien über die Studie sinnentstellt berichten, und es wird sogar behauptet, dass die Studie eigentlich die Absicht hatte, „einen Beitrag zur Verbesserung der Situation vieler Menschen zu leisten“. Mir kommen echt die Tränen! Denn ich kann noch so oft lesen, was die „Forscher“ heraus gefunden haben, das von ihnen selbst formulierte Fazit heißt: Die sozialen Leistungen liegen oberhalb des physischen und des kulturellen Existenzminimums! Der Nachsatz, dass das Ziel, in Würde leben zu können, nicht erreicht wird, weil die Leistungsempfänger ja„nur“ Geld bekommen und keine Arbeit, soll wohl eine Art Mitgefühl vortäuschen, aber zu dieser Erkenntnis bedarf es wahrlich keiner Studie, die wahrscheinlich mehr Geld verschlungen hat als hunderte Arbeitslose für ihr Existenzminimum ausgeben dürfen. Ja, da schauen sogenannte Forscher vom Katheder auf den Pöbel herab und maßen sich an, diesem vorzuschreiben, was er sich leisten darf und was nicht. Denn das sind ja keine normalen Menschen, sondern Maschinen, die essen was die WHO vorsieht und ihre Lebensbedürfnisse für 1€ Bibliothekskosten erfüllen. Stell Dir vor, alle 17000 Arbeitslose der Stadt Chemnitz strömen täglich in die Bibliothek! Und bitte schön, die Waschmaschine nicht kaputt machen (so sie denn überhaupt eine haben dürfen, man kann ja auch auf Steinen im Fluss waschen), nicht krank werden (wovon auch, wenn man sich WHO-gerecht ernährt und den Tag in der Bibliothek verbringt) und nicht auf dumme Gedanken kommen wie z.B. sich mal zu verlieben!

Noch eins haben die Herren Wirtschaftswissenschaftler völlig vergessen: dass wir in der Marktwirtschaft leben und diese nur funktioniert, wenn man den Menschen klar macht, dass sie mehr brauchen als das Minimum. Ergo: entweder ist Herr Thießen für die Wiwi zu blöd, oder er betrachtet Leistungsempfänger nicht als Menschen. Mein Fazit daher: die Studie verdient die Note 6, und die Herren Thießen und Fischer schicken wir „stempeln“, damit sie mit den 200€, die sie zu viel bekommen, sich den Frust über das Unverständnis ihrer Leistung von der Seele saufen können. Und damit keiner meint, ich bin nur auf Klickzahlen scharf, biete ich die offizielle, von der TU veröffentlichte Kurzform der Studie hier zum Selberlesen an, nebst einiger weiterer Kommentare.

 

03.09.2008 – Spiele und Statistik

Peking ist vorbei. Man könnte sagen, es ist schon vergessen. Kein Hahn kräht mehr danach. Auch Tibet ist vergessen. Die grandiose Show, inszeniert als bombastische Selbstdarstellung der chinesischen Machthaber, hat wohl Wirkung gezeigt. Zumindest beim Bürger, denn in Leserbriefen gab es auffällig viele pro-chinesische Meinungsäußerungen. Dass es dort kein  Recht auf freie Meinungsäußerung, dafür Korruption, keine Achtung der Rechte von Minderheiten, dafür Diktatur gibt, all dies haben die Spiele vergessen gemacht. Und die Briefschreiber muss man fragen: wollt ihr die DDR zurück? Denn alles, was den DDR-Bürger 1989 (heute, in der Verklärung der Vergangenheit, ist vieles vergessen) auf die Straßegetrieben hat, hat China genau so zu bieten, mit einer Ausnahme: Man gestattet den Reichen dort, immer reicher zu werden, während große Bevölkerungsteile inArmut versinken. Die Herrschenden dort nennen das immer noch Kommunismus, doches ist eher ein Kommukapitalimperialismus. Bald werden nicht nur chinesische Autos bei uns rollen, wir werden auch unser Tagesgeldkonto auf chinesischen Banken eröffnen.
Aber ich wollte ja über die Spiele schreiben. China hat im Medaillenspiegel die Großmacht USA gestürzt. 100 Medaillen hat China ergattert. 1992 waren es 54. Deutschland dagegen hatte 1992 immerhin noch 82 Medaillen geholt, dieses Mal nur noch 41. Seit 20 Jahren geht es stetig bergab. Vielleicht ist das ja der Grund, warum man die Spiele hier so schnell vergessen hat? Traditionelle „deutsche“ Sportarten wie Pferdesport, Rudern, Schwimmen, Radsport versinken in Mittelmäßigkeit, in der Leichtathletik waren wir so schlecht wie nie. Warum? Natürlich gehören die Verantwortlichen des Schwimm- und Leichtathletikverbandes in die Wüste geschickt (was natürlich nicht geschehen wird). Aber das eigentliche Problem ist wohl die Sportförderung. Da werden Steuergelder für sogenannte Olympiastützpunkte ver(sch)wendet, und der Nachwuchs bleibt auf derStrecke. Eltern von Kindern, die Leistungssport treiben, müssen heute gutbetucht sein. Das gilt nicht mehr nur für ehemalige Elitesportarten wie Tennis, sondern überall. Wie viele Talente gehen uns so verloren? Andererseits sollte China statistisch fast 20mal so viele Talente haben wie Deutschland, und demzufolge müssten sie 200 Medaillen haben und wir nur 10. So gesehen war das Abschneiden doch super, oder?

 

11.07.08 – Die Egoisten und die Schildbürger

Neulich hab’ ich bei einem online - Fotowettbewerb mitgemacht. Man musste sich nur registrieren, konnte 5 Bilder einreichen und alle anderen bewerten, inklusive der eigenen. Was glaubt ihr, wie der Durchschnittsmensch reagiert, wenn er etwas bewerten soll, zu dem er selbst beigetragen hat? Die Organisatoren haben wohl geglaubt, dass die besten Bilder  sich durchsetzen würden, und sie haben sich getäuscht. Von 3000 Bildern kamen 50 in die Endwertung, aber da warenvielleicht 10 gute dabei, während 300 gute Fotos auf der Strecke blieben. Wie ist das nun zu erklären? Ganz einfach: der Mensch ist zuerst Egoist. Jeder hat seinem Bild die Höchstnote 10 gegeben und Bildern, die in der Wertung besser waren, die schlechteste Note. Das eigene Bild nach vorn bringen (und sei es grottenschlecht) war die Devise. Ihr schüttelt den Kopf? Habt ihr anderes erwartet? Nun, ich sage euch: so funktioniert auch etwas ganz wichtiges in unserer Gesellschaft, die sogenannte Politik. Die Parteien haben nur ein Ziel: der eigene Vorschlag muss durchgedrückt werden, der gegnerische wird zur Schnecke gemacht. Was ist schon gut oder schlecht? Wenn wir schon bei Fotos jede Objektivität verlieren, wieso sollten Politiker bei weitreichenden Entscheidungen wenigstens versuchen, objektiv zu urteilen? Ein Beispiel lieferte gerade der Chemnitzer Stadtrat. Obwohl es im Zentrum genügend leer stehende Bürofläche gibt erhielt ein Investor grünes Licht für einen weiteren Neubau. Das makabre dabei: Da es keine Mieter gibt, musste die Stadt dem Investor zusagen, einige ihre Ämter dort einzumieten. Und das, obwohl dabei die Miete deutlich höher ausfällt als wenn man in schon vorhandene Räume eingezogen wäre. 150000 Euro kostet das die Chemnitzer Steuerzahler zusätzlich jedes Jahr, Geld mit dem man endlich ein paar marode Schulen hätte sanieren können. Und warum? Die Stadtväter haben das Ziel, „endlich die Innenstadtbebauung abzuschließen und ein intaktes Umfeld zu schaffen“ höher bewertet als jede Vernunft. Denn es ist ein Schildbürgerstreich: Durch den Neubau werden andere, auf Mieter wartende Großbauten, ruiniert und dem Verfallpreisgegeben. Wer zahlt dann die Zeche? Wieder der Steuerzahler. Abriss, und am Ende werden doch Bäume gepflanzt – was man auch jetzt schon auf der freien Fläche hätte tun können, um dem gestressten Innenstadtbesucher eine kleine grüne Insel zu bieten. Hauptsache man hat den eigenen Vorschlag durchgebracht.
Um noch mal auf den Fotowettbewerb zurückzukommen: einigen hat es nicht genügt,eine Lobby aufzubauen, sie haben als „Stimmfälscher“ (Faker) sich mehrfach registriert, um sich mehr Gewicht zu verleihen. Der fleißigste soll es auf 250 Nicknames gebracht haben. Stellt Euch vor, eines Tages säßen die Abgeordneten bequem zu hause und dürften online abstimmen!

 

14.05.2008 – von Diät und Diäten

Das Wort Diät stammt vom griechischen „diaita“ ab und bedeutet so viel wie Lebensweise. Heute wird diese Lebensweise fast ausschließlich mit der Ernährung in Zusammenhang gebracht, es gibt Diäten zur Krankheitsbehandlung und zur Gewichtsreduktion. Wer eine Diät befolgt, tut das für die Gesundheit, und der Kerngedanke einer Diät besteht im Verzicht (low fat, low carb usw.).

Für unsere Volksvertreter spielen Diäten eine zentrale Rolle, wenn nicht die wichtigste in ihrem Leben. Allerdings ist da von Verzicht keine Rede! Gierig stopfen sie alles in sich rein. Und wenn man mit Abspecken kommt, können sie ruhig abwinken: Ihre Diät geht auf das mittellateinische „dieta“ zurück, welches im Sinne von Termin, Versammlung, und später auch Tagesgeld gebraucht wurde. Obwohl erst zum Jahreswechsel ein genauer Plan zur Diätenerhöhung per Gesetz beschlossen wurde, hat man – wegendes hohen Verdi-Tarifabschlusses - flugs mal eine zusätzliche Erhöhungeingeschoben. Damit kommt der von Dir gewählte Vertreter von Anfang 2008 bisAnfang 2010 mit einer satten Erhöhung um 16,4% auf dann 8159 €. Klar: wirdürfen dafür den Gürtel enger schnallen. Übrigens gibt es durchaus dieAuffassung, dass mit guten Diäten auch gute Politiker gewonnen werden können,die gute Leistungen bringen! Merkt ihr was? Hat man schon mal gehört, dass manseine Leistung verbessert, wenn man sich per selbstgemachtem Gesetz mehr Geldzuschanzt? Das wäre etwa so, als würde man einer Putzfrau das Gehaltverdoppeln, damit sie zukünftig die wegen des Fachkräftemangels freie Stelledes Chefkonstrukteurs einnimmt. Übrigens, in der Schweiz überlassen dieAbgeordneten die Arbeit den Fachleuten und kassieren dafür rund 10000 €. Aberim Jahr.

 

09.05.2008 – Das Eva-Prinzip

Als Eva (Herrmann) Herman 2007 beim NDR gefeuert wurde, habe ich sie ein wenig bedauert, denn ihre Äußerungen als Nazi-Verherrlichung zu betrachten war wohl sehr weit hergeholt, mir schien eher das Gegenteil plausibel. Leider waren ihre Worte sehr verworren, und heute glaube ich, dass sie wirklich etwas verwirrt ist. Ihre Kampagne für die Frau am Herd nimmt langsam bizarre Züge an. „Die kollektive Betreuung scheint zum Staatsziel zu werden“ wettert sie wider besserer Angebote zur Kinderbetreuung. Sie vergleicht Kitas mit Legebatterien und behauptet, dort hätten Kinder weniger Raum als Legehennen. Nun, die Kindergärten, die ich kenne, sind alle sehr schön, und – kaum zu fassen: die Kinder gehen gern dorthin! Schöne Kindergärten sind vielleicht ein Standortvorteil des Ostens, ein Relikt einer furchtbaren Vergangenheit? Und Kinder, die gern dahin gehen, tragen wahrscheinlich noch irgendwelche DDR-Gene in sich, von Müttern, die auch mal gern dahin gegangen sind, wie furchtbar. Nur mal nebenbei, damals durften übrigens die Erzieherinnen die Kinder noch erziehen, was heute leider nicht mehr der Fall ist. Das könnte ja schon ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Kinder – vor allem aber der Eltern – bedeuten. Natürlich wurde den Kindern damals nicht den ganzen Tag das kommunistische Manifest eingebläut, wie heute manche „Experten“ wie Frau Herman den staunenden West-Bürgern weiß machen wollten, denn die meisten Erzieherinnen waren auch bloß Menschen – ja, außer IM’s gab es auch Menschen... Eines vergisst Frau Herman auf jeden Fall: ihr gottgewolltes Weltbild einer Familie, mit einem Vater, der den Lebensunterhalt verdient, einer Mutter, die ihrem lieben Mann das Essen macht und sich rührend um zwei oder drei, manchmal auch sieben Kinder kümmert, ist erst imKapitalismus geboren worden, als Fabrikarbeiter in die Städte zogen. Nein, es gab es nicht seit Adam und Eva. Damals lebten die Menschen in Sippen, und die Frauen waren nicht bloß dazu da den Babys die Brust zu geben. Die Sippe war ein Kollektiv! Jeder hatte seine Aufgabe, und die Kinder wurden im Kollektiv erzogen. Und es ist noch nicht so lange her, da gab es die Großfamilie noch, mehrere Generationen und Verwandte unter einem Dach, und wenn die Mutter eine Aufgabe hatte, kümmerten sich Omas oder Tanten um die Kinder. Der Mensch ist trotz seiner Individualität ein kollektives Wesen. Die Isolation und Vereinsamung in der Anonymität der Großstädte ist ihm wesensfremd. Das haben vor 150 Jahren sogar manche Fabrikbesitzer begriffen und Kindergärten eingerichtet. Und die Ideen von Fröbel oder Pestalozzi hat Frau Herman wohl nie zur Kenntnis genommen. Überhaupt frage ich mich, wo die gute Eva alle ihre Erkenntnisse von Mutter und Familie her hat. Ist sie doch schon 4 mal verheiratet, und nur der dritten Ehe entsprang ein Sohn, der Eva aber durchaus nicht zurück an den Herd brachte. Wer sich um den Kleinen gekümmert hat, wissen wir nicht, hatte doch da ihre Fernsehkarriere ihren Höhepunkt erreicht. Ach nein, sie hat sich natürlich als billige Arbeitskraft politisch gewollt in die Erwerbstätigkeit drängen lassen.

 

15.04.2008 – Sachsen und dieKönigsmörder

Es ist vollbracht. Milbe hat das Handtuch geworfen. Damit hat auch der zweite Ministerpräsident in Sachsen seine Amtszeit vorzeitig beendet. Ein schlechtes Omen für Herrn Tillich, den designierten Nachfolger? Immerhin hat König Kurt es auf 12 Jahre Amtszeit gebracht, Milbe nur noch auf 6.  Beide waren Importe. Beide waren autoritär und von einem Hofstaat von Schmeichelleckern umgeben, ihre Stellung war eigentlich unantastbar. Beide stolperten über kleinere bis mittlere Affären, die vermeidbar gewesen wären. Kurt Biedenkopf machte Geschäfte mit Schulfreunden, die dem Freistaat 16 Millionen Euro Schaden brachten. Der Finanzexperte Milbradt vermochte es nicht, die sächsische Hofbank, die er beaufsichtigte, vor immensen Spekulationsverlusten zu bewahren, die letztlich zum Verkauf und Bürgschaften Sachsens in Milliardenhöhe führten. Obwohl beide ihr Königreich zu ersten Wirtschaftsmacht der neuen Länder machten, haben sie Millionen in den Sandgesetzt. Stanislaw Tillich verkörpert nun das ganze Gegenteil seiner Vorgänger. Er ist Sorbe und damit gebürtiger Sachse. Er ist jung, nett und adrett. Er ist auf europäischem Parkett gewandelt, gilt als Zuhörer und nicht als Besserwisser. Alles Eigenschaften, die seinem Vorgänger abgingen. Also besteVoraussetzungen für einen Neuanfang. Nur einen Haken hat es: Kurt und Milbe kamen vom Olymp, keiner wagte es sie anzutasten (außer der MdL Nolle, dem schon mancher zum Opfer fiel). Tillich aber wurde aus den Reihen der braven Jünger emporgehoben.  Das wird Neider auf denPlan rufen. Wie lange wird er durchhalten? Bleibt Sachsen das Land derKönigsmörder?

 

06.04.2008 – Die Porschefahrer und die Rente

Eine junge Frau heizt die Debatte um den Generationenkonflikt in Deutschland an und sorgt für Stimmung. Anja Kapfer, Vorsitzende der deutschen Wirtschaftsjunioren, redet über Bildung, über die Zukunftsaussichten Deutschlands, über das Bild der Unternehmer in der Öffentlichkeit und über die Rentenerhöhung. Wer sind diese Junioren eigentlich, die sich sozusagen in die Politik der Parteien einmischen? Der WJD ist die deutsche Kammer der JCI, der Junior Chamber International, die 1915 in St.Louis von einem Deutschstämmigen in Form der „Young Men’s Progressive CivicAssociation“ gegründet wurde. Credo war die Verbesserung der Gesellschaft, der Zugang zu gesellschaftlichen Problemen für junge Leute als Beitrag für Menschen aller Altersklassen. So zumindest ist es zu Lesen, wenn man ein wenig auf der Homepage sucht, auf der unter der Rubrik „Profil“ als erstes der WJD-Shop erscheint. Kein Wunder, dürfen doch nur Unternehmer oder Führungskräfte Mitglied werden! Sind sie also als Mitglieder hier traut vereint, treibt  Frau Kapfer in einem Interview wohl einen Keil in die eigenen Reihen. Für das schlechte Image der deutschen Unternehmer seien allein die schwarzen Schafe aus den Managerkreisen (also Führungskräfte)verantwortlich mit „ihrer persönlichen Gier“. Übrigens, Frau Kapfers unternehmerische Aktivitäten bestehen im Wesentlichen in der Ausbeutung ihrer Notargehilfin. Sie ist Chefin einer Notarskanzlei, und ich denke, dass ihre Angestellten den gleichen Hungerlohn erhalten wie unter Anwalts- undNotargehilfen üblich. Der Gipfel als Beitrag für alle Altersklassen aber war ihr Ausspruch „Ein Plus bei den Renten ist ein falsches Signal für die junge Generation und für die Unternehmen in unserem Land“. Während VW-Chef Winterkorn seine Bezüge von 2007 um gute 50% steigerte (ist er nun ein Unternehmer oder ein schwarzes Schaf?), wird den Rentnern ein durchschnittliches Plus von 5 Euro im Monat nicht gegönnt, denn die müssen schließlich von den Jungunternehmern erwirtschaftet werden. Wie sollen sie da ihren Porsche finanzieren? Als ich versuchte, das Grundsatzpapier „Rente“ auf der Homepage zu öffnen, wurde mir das leider verwehrt, da bleibt diese Elite lieber unter sich. „Sie haben keine Rechte auf diesen Download“, hieß es, aber immer noch besser wie „Sie haben keine Rechte auf Rente“.

 

30.03.2008 – Sport oder gesund

Die Stadt Chemnitz hat sich viele Jahre selbst als Sportstadt bezeichnet. Das lag wohl am damaligen OB, der als gelernter DDR-Bürger alter Schule eine Affinität zum Sport hatte und sich selbst engagierte. Leider hat er eines nicht geschafft: eine kommunale Struktur der Sportförderung zu schaffen. Viele Vereine, die Breitensport anbieten, müssen mit ein paar wenigen Euros aus dem Sozialhaushalt auskommen. Und da dort diesesJahr zusätzlich Mittel frei sind (ja, das gibt es!), will man dem Fußballclub (der CFC spielt übrigens in der Regionalliga – unter einem gewissen Hans Meyer,der später weiter westlich große Erfolge feierte, war man mal in der 2. Liga) mit einem erklecklichem Sümmchen unter die Arme greifen. Löblich – oder doch nicht? Warum gerade dem Fußball? Die Summe soll das 40-fache dessen sein, was der Schwimmclub bekommt, obwohl dieser 4 mal soviel Nachwuchssportler betreut. Da darf doch die Frage berechtigt sein, welchem Zweck die Förderung dient. Ist Fußball bei den Politikern einfach populärer? Da sollen sie doch Sponsoren suchen statt sich aus dem Steuersäckchen zu bedienen! Trotz Ajona und Robin bekommt der Eiskunstlaufnachwuchs kaum etwas ab. Die Eltern müssen nicht nur die Ausrüstung selber bezahlen, bei jedem Wettkampf und jeder Stunde Extratraining sind ein paar Scheine fällig. Nicht Leistung entscheidet, sondern wer es sich leisten kann. Ist es da ein Wunder, wenn der deutsche Sport eine Talfahrt macht? Heute glauben die meisten, der DDR- Sport hatte seine Erfolge nur wegen systematischem, wissenschaftlichem Doping. Ganz, ganz oben mag das so gewesen sein. Aber man hat auch immer wieder die Naturtalente gefunden, denn mit 50 Pfennig Mitgliedsbeitrag konnte jedes Kind Sport treiben, das Reservoir war schier grenzenlos.

Apropos Sport. Ihm geht es nicht besser wie dem Gesundheitswesen: der Niedergang wird immer deutlicher. Die Schwimmer haben keinen Bock, zur EM zu fahren, obwohl sie genug Geld von meinem Freund, dem Innenminister, bekommen. Ärzte haben keinen Bock mehr, Kranke zu behandeln, weil sie zu wenig Geld von den Kassen bekommen. Es ist kein Märchen, mit einer Überweisung in der Tasche, bin ich neulich bei 3 Orthopäden abgeblitzt. Vielleicht sollte man die Verteilung unserer Gelder mal ernsthaft überdenken. An Schwimmern, die keine Leistung zeigen wollen, besteht kein Bedarf, an Ärzten, die sich noch an Hippokrates erinnern, schon.

 

19.03.2008 – Berlin, Moskau, Peking oder für Frieden undVölkerfreundschaft

Als die Kommunisten in Afghanistan an die Macht kamen, holten sie die Russen zu Hilfe, die 1979 das Land besetzten. Ein Aufschrei der Entrüstung gegen diese Invasion ging damals durch die „freie“ Welt. Die Olympischen Spiele 1980 in Moskau wurden auf Betreiben der USA boykottiert, auch von den (West-) Deutschen. Natürlich ging es nicht um Afghanistan, wo es ja nichts zu holen gab. Es ging gegen die Russen, die damals böse waren.

Seit 58 Jahren hat China das Land Tibet annektiert. Bereits 1955, 1959, 1987 versuchten die Tibeter, die ihnen damals in – aufgezwungenen -Verträgen zugesicherte Unantastbarkeit ihrer inneren politischen Struktur durchzusetzen. Mehrfach hat auch Deutschland die permanenten Menschenrechtsverletzungen durch die chinesischen Invasoren angeprangert. Und auch heute versuchen die Tibeter auf die Auslöschung ihres Volkes, ihrer Jahrtausende alten  Kultur durch die„Sinisierung“ mit Protestaktionen aufmerksam zu machen. Nicht nur die blutige Niederschlagung der Aktionen, auch die schleichende Vereinnahmung Tibets durch die Han-Chinesen kann als Völkermord bezeichnet werden. Doch man hört keinenAufschrei, bestenfalls ein paar gesetzte Beiträge, in denen man die Nutzung einer internationalen Großveranstaltung, die der Völkerverständigung dienen soll, als Plattform des Protestes diskutiert. Aber nein! 28 Jahre später hat die westliche, freie Welt dazugelernt. Ein Boykott der Olympischen Spiele in Peking kann keine Probleme lösen, so die Merkels, Schäubles, Rogges und (grünen!) Vespers. Woher der Sinneswandel? Als China noch als echtes kommunistischeRegime agierte hat man den Dalai Lama als Freiheitskämpfer hofiert. Doch was sind die Chinesen jetzt? Man macht Geschäfte mit ihnen und verdient sich goldene Nasen. Sie sind nicht mehr böse genug! Wen interessieren da noch die paar Lamas? Also lässt man die Chinesen ihre große Propaganda-Show abziehen. So wie man es 1936 einen gewissen Hitler hat tun lassen, der sich erst der Bewunderung der westlichen Welt für sein Regime bei der Olympiade versicherthat, um danach seelenruhig den größten Völkermord aller Zeiten vorzubereiten. Wie sich doch alles wiederholt – oder doch nicht?

 

11.03.2008 – Schwarz, rot, gold

Kennt ihr den Hähle Fritz aus Grüna? Wenn nicht ist es nicht schlimm. Er ist bloß Fraktionsvorsitzender der CDU im sächsischen Landtag, eine stille Erscheinung ohne Charisma, deshalb musste er wohl den Landesvorsitz abgeben. Als gelernter DDR-Bürger hat er eine ganz normale Karriere durchlaufen, POS, Ausbildung, Fernstudium, Promotion, Forschungsstelle an derTU Chemnitz, eigenes Häuschen in schöner Lage, was will man mehr. Inzwischen hat er ein Büchlein geschrieben, und manchmal liest man in der Presse seine Ergüsse. Sein Lieblingsthema ist der Gegensatz zwischen der ach so düsteren DDR-Vergangenheit und der strahlenden freiheitlichen Gegenwart. Die DDR reduziert er auf eine Wirklichkeit „mit heruntergekommener Wohnsubstanz, mit jahrelangem Warten auf die Zuteilung eines Autos, eines Platzes im Altersheim oder eine Bypass-OP, sowie Städte und Dörfer im Einheitsgrau, einer verpesteten Umwelt und einer zugemauerten Republik“. Und er schimpft über„Rotlichtbestrahlung“ und die Unterwanderungstaktik der Stasi.

Nein,er war nicht verfolgt und auch kein Regimekritiker. Und sein Häuschen ist, soweit ich mich erinnern kann, auch heute noch grau angestrichen. Warum dann dieses düstere Bild? Es soll warnen vor den Linken! Warnen vor einer Zukunft ohne Arbeitslosigkeit, mit leidlicher medizinischer Versorgung für alle, genügend Krippenplätzen. Natürlich gab es zu viele dunkle Schatten in jenemLand. Aber die Probleme der Gegenwart sind für Hähle nicht existent, die immer weiter klaffende Schere zwischen Arm und Reich, die Slums in den Weltstädten, die vielen, die sich kein Auto oder nur „Schrottkisten“ leisten können, die sich herausbildende Zweiklassenmedizin, Kinderfeindlichkeit, Klimawandel. Und so kann er nicht begreifen, dass gerade in den ärmeren Regionen und Schichtendas Leben in der DDR gar nicht so furchterregend gesehen wird. Doch das wundert nicht, wenn man immer nur auf der Sonnenseite des Lebens gestanden hat. Ob seine These schwarz + rot = goldene Zukunft, d.h. die SPD müsse wegen dieser schrecklichen DDR-Realität, statt sich den Linken zu öffnen, stärker mit derCDU zusammengehen, auf offene Ohren stößt, bleibt eher fraglich.

 

27.02.2008 – Hutt River auf dem Balkan
Ohne dass es der Welt bewusst wurde, hat vor 38 Jahren ein australischer Farmer einen neuen Staat ausgerufen, das Fürstentum Hutt River (http://www.hutt-river-province.com). Irgendwie musste Australien nach einer Kriegserklärung des Fürsten auf Grund alter Gesetze den Sonderstatus akzeptieren, auch wenn völkerrechtlich keine offizielle Anerkennung erfolgte. Doch es gibt überall Botschaften (http://hrpp.gmxhome.de), und wenn Du keinen Bock mehr auf Deutschland hast kannst Du Huttriverianer werden. Das ist kein Witz! Und nun haben es auch die Kosovo-Albaner geschafft: sie haben ihre Unabhängigkeit erklärt, und alle haben still gehalten, alle außer den Serben. Doch die haben nun mal als Erben Titos keine Lobby in der Welt, bis auf die Russen, obwohl die früher keine Freunde waren. So ist der Status ziemlich umstritten, obwohl die USA die ersten waren, die den neuen Staat – anders als Hutt River - anerkannten. Das mag verwundern, denn damit wurde der Kampf einerTerrororganisation, wie es die UCK war, nachträglich legitimiert. Es ist kein Geheimnis, dass die UCK-Nachfolgeorganisationen den Kosovo beherrschen und eine wichtige Rolle im weltweiten Drogenhandel spielen. Damit könnte eine neue Speerspitze des islamistischen Terrors ausgerechnet von den westlichen Großmächten installiert worden sein. Und was, wenn andere diesem Beispiel folgen? Ermutigt die Völkergemeinschaft mit solchen Beispielen nicht andere, den Terror als probates Mittel zur Durchsetzung sezessionistischer Ziele zuverschärfen? Was, wenn die Basken nun endlich ihre Unabhängigkeit ausrufen, ganz zu schweigen von den vielen Stämmen Afrikas, die plötzlich erkennen, dass die durch die Kolonialzeit geschaffenen künstlichen Grenzen keinerlei Rücksicht auf ethnisch-soziale Gegebenheiten nehmen? Es hat noch nie funktioniert, wenn ganze Völker in fremde Staatsgebilde einverleibt werden, als Minderheiten unterdrückt werden oder ihre Heimat aufgeteilt wird. Waren bisher die Albaner eine Minderheit in Serbien, so sind es nun die Serben im Kosovo. Gerechterweise sollten sie nun den Staat Metohija ausrufen und sich unabhängig erklären dürfen. Schlimm ist nur, dass am Ende deutsche Soldaten für das Völkerrecht sterben. Am liebsten möchte ich in Anlehnung an Prinz Leonhard die Friedliche Bergrepublik Pleißa ausrufen, in der Waffen jeder Art abgeschafft werden.

 

20.02.2008 – Hieß Münchhausen in Wahrheit Zumwinkel?

Blättert man in den Mitarbeiterzeitschriften großer Unternehmen, erlebt man seit einigen Jahren eine der größten Volksverdummungsaktionen der deutschen Wirtschaftsgeschichte: das gegenseitige Schulterklopfen der sogenannten Führungskräfte, wie sich Manager und Vorstände gern nennen, wohl um von vornherein ihre Elitestellung klarzumachen. Doch je elitärer, desto wackeliger werden wohl die Stühle. Ein gewisser Herr Zumwinkel hat in der „Premium Post“ tatsächlich das Credo einer Führungskraft so beschrieben: Sie muss in ihrer Rolle als Vorbild Ergebnisse bringen, den Wechsel vorantreiben, Werte vorleben und Mitarbeiter fördern. Ergebnisse hat Zumwinkel gemacht, bei einer Liechtensteiner Stiftung namens Devotion. Mit Hingabe hat er Gelder am Fiskus vorbei ins Steuerparadies geschoben, um dort auch noch steuerfreie Erträge abzusahnen. Den Wechsel von der „staatlichen“ Post in eine Aktiengesellschaft hat er auch vorangetrieben, nicht zuletzt um im Dezember selber ein großes Aktienpaket „seines“ Unternehmens mit sattem Gewinn zu veräußern. Und Werte hat er vorgelebt: man spricht von einer Million Euro, die er eingespart hat, indemer sie als Steuerflüchtling dem Staat, den Bürgern vorenthalten hat. Und natürlich, die Mitarbeiterförderung ist ein voller Erfolg. Aus tausenden Mitarbeitern im Filialnetz der Post hat er durch Schließungen und „Outsourcing “Privatunternehmer gemacht, und einige haben es tatsächlich geschafft. In meiner ehemaligen Postfiliale kann man heute sogar Kaffee am Automaten trinken, während man Marken klebt. „Wir haben gut angefangen, aber es ist noch eineweite Reise“ soll er seinen Vorstands- Kollegen bei einem Manager-Kongress nochim Januar zugerufen haben. Nun heißt es Endstation. Und die Legende im Volksmund von der Doppelmoral der da oben hat sich wieder einmal bewahrheitet.

 

10.02.2008 – Rachegelüste bei Ebay

Ich stell mir gerade mal vor, ich komme im Supermarkt an die Kasse und die nette Blonde sagt: „Falls Sie mit unserem Service zufrieden waren, bewerten Sie mich doch bitte positiv! Dann bekommen Sie von mir natürlich auch einen grünen Punkt!“ Also drücke ich auf Grün, hole mein Bonusheft raus und bekomme meinen grünen Stempel... Oder ich gehe in die Apotheke. Drei hübsche Apothekerinnen stehen hinterm Ladentisch, ein Display zeigt an wie viel grüne oder rote Sterne jede gesammelt hat... Oder ich komme ins Autohaus, und der Händler sagt zu mir: „Zeigen Sie doch mal Ihre Bonuskarte – was, sie haben ja einen roten Stern! Tut mir leid, da verkaufe ich Ihnen nichts, sie machen doch bloß Ärger.“ Natürlich habe ich den roten Punkt, weil ich mich geweigert habe, beim Bäcker grün zu geben, nachdem er mir kundgetan hat: „was wollen Se? Brot? Hab ich nich, nehm’se doch Streuselkuchen!“

Der Bäcker wäre sicher bald pleite. So ist das nämlich im wahren Leben. Da heißt es: der Kunde ist König, sonst ist man weg vom Fenster. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber da kauf ich nicht mehr ein, auch ohne Bewertungswahnsinn. Und es heißt Lächeln, und ist der Kunde noch so’n Arsch...Da musst du durch.

Bei Ebay sehen sich die beiden ja nicht. Da geht der Kunde in Vorleistung und muss sich noch flapsige Sprüche gefallen lassen, wenn er unzufrieden ist. Wenn der Kunde nicht zahlt bekommt er logisch keine Ware, wenn der Kunde gezahlt hat und keine Ware bekommt hat er ein Problem. Und dann jammern die armen Verkäufer auch noch rum und faseln was von Gleichberechtigung! Wenn ich mal Zeit habe bedaure ich sie...

Nun will Ebay den Bewertungs-Unsinn abschwächen. Verkäufer sollen keine Negativbewertungen mehr vergeben. Nicht gerade eine gewaltige Reform (die hier Not täte), aber schon gibt es den kollektiven Aufschrei der Verkäuferkaste.Getroffene Hunde bellen eben. Ich habe mal ins Forum geschaut, erschreckend was da so geschrieben wird. Solche wie der Goetz machen mir Angst, sie sind daswahre ebay – Problem. Sie beschimpfen die Kunden als Unterschichtenkäufer mit Migrantendeutsch und können das und dass nicht unterscheiden. Die nennen sich gewerbliche Verkäufer und schließen in den Geschäftsbedingungen jegliche Gewährleistung aus, und bei Ebay können sie noch Powerseller werden!

Übrigens machen andere Portale das ganz einfach: wer kauft, zahlt mit seinem guten Namen. Sterne gibt’s nicht, weil’s keine Nichtzahler gibt. Und der Händler, der nicht liefert, kriegt halt rot, ohne dass man über Rache streitet!

 

22.01.2008 - Wird Ypsilanti abgekocht?

Da hat sich der Koch mit seinen Kriminalitäts-Kampagnen einen Bärendienst erwiesen. Erst geht’s gegen (kriminelle) Ausländer, dann für Kinder ins Gefängnis, nun gegen die Kommunisten und gegen Schleier überhaupt. Dafür erntet er Beifall von ganz rechts, NPD und Reps jubeln. Cartoons zeigen Koch als Supermann mit Republikanerlogo. Seine Parolen wollen rechtspopulär sein, die Mehrheit der Bevölkerung indes scheint von solch schwarzbraunem Brei eher abgestoßen zu sein. Seine Umfragewerte sinken, und Ypsilanti steigt. Koch rudert verzweifelt und rührt immer mehr braunen Schlamm auf. Doch Frau Ypsilanti  kann daraus wohl keinen Nutzen ziehen. Ihre schärfsten Gegner nämlich sitzen ausgerechnet in der eigenen Partei. Der ehemalige SPD-Vize und Ex-Wirtschaftsminister Clement hat doch tatsächlich vor einer Wahl Ypsilantis gewarnt. Deren Energiepolitik sei wirtschaftsschädigend. Wen wundert’s, sitzt doch Clement im Aufsichtrat der RWE! Doch was tut man mit einem Genossen, der vor der eigenen Partei warnt? Egal, vermutlich können weder Koch noch seine Herausforderin die Wahl gewinnen. Und wahrscheinlich werden viele deshalb erst gar nicht hin gehen. Leider, denn herauskommen wird am Ende wieder eine jener unseligen Koalitionen, die nichts bewegen wird. 

 

18.01.2008 – Geschäfte, Schwarzgeld, Komplianz

Wird das neue Jahr  ein Jahr der Krisen oder des Umdenkens? Neuerdings macht Siemens Werbung im Privat-TV. „Wir geben Antworten auf die großen Fragen der Menschheit“. Auf Fragen, die keiner stellt oder die Siemens gleich selber dazuliefert. Erste Zeichen des Umdenkens? DasGeld aus den Schmiergeldtöpfen (irgendwie ist es ja da und muss vertan werden) wird in teure Werbespots umgeleitet. Ob das die gleichen Erfolge bringt? Immerhin, die Geschäftszahlen der Jahre, in denen Bestechung offenbar zum guten Ton gehörte wie EPO beim Radsport, sind so gut wie nie, schon 3 mal in Folge war das laufende Jahr das beste in der Geschichte. Aber nun wird mit neuen Besen durchgekehrt. Erste Maßnahme: wir reorganisieren. Das ist die einfachste Methode, schwarze Schafe im Management loszuwerden, ohne sie bloßzustellen. Einem Mitarbeiter kann man kündigen. Oder wenigstens eine Disziplinarstrafe aussprechen, wenn er für 10€ telefonisch Material bestellt, um einen kritischenTermin zu retten, ohne dass die Bestellung durch 3 Instanzen geprüft wurde. Ein Manager, der seiner Firma einen Millionenschaden zufügt, wird entweder weggelobt oder bei einer Umstrukturierung geopfert, nicht ohne ordentlich entschädigt zu werden, am besten aus den eigenen Schwarzgeldkonten. Und ein anderer Teil von diesen wird in deren Bekämpfung gesteckt. 1,4 Milliarden € investiert Siemens in „Compliance“. Dem Unkundigen sei erklärt, dass darunter die Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Gesetze zu verstehen ist. Was beim normalen Bürger als selbstverständlich vorausgesetzt wird, nämlich dass er nicht gegen Gesetze verstößt, ist in Großunternehmen zu einer Art eigenem Geschäftszweig geworden. Siemens hat extra ein Ressort für Recht und Compliance geschaffen. Damit soll eine neue Kultur der Geschäftstätigkeit Einzug halten. Eine andereKultur aber, die der Sprache und Verbundenheit zur Region, geht im Zuge der Globalisierung endgültig den Bach runter. „Recht und Compliance“, zwei Sprachen bunt gemischt, beherrschen den Umgangston. Nur wenige Mitarbeiter verstehen noch die Sprache der fernen oberen Schichten. „ Die in den Supply-Chain- und Procurement-Prozessen angestoßenen Veränderungen sind schon bemerkbar, so standen beispielsweise im ersten Corporate-Responsibility-Tag für Lieferanten von Siemens Building Technologies ein klares Responsibility-Anforderungsprofil und Themen wie der Code of Conduct im Mittelpunkt.“ Alles klar? Vielleicht ist das ja die Antwort von Siemens auf die Frage, wie eine künftige globale Verständigungskultur aussieht.

 

30.12.2007 – Klima, Kochen, Kindermord

Und wieder geht ein Jahr zu Ende. Keine Jahrhundertflut, keine Monster – Tsunamis, keine Katastrophen, auf die es lohnt zurückzublicken.  Mancher erinnert sich bestenfalls an die wütenden Waldbrände in Südeuropa und – wie immer – Kalifornien. Und sonst? Natürlich, die Klimagipfel – durch die Beharrlichkeit unserer Frau Kanzlerin sah sich sogar Mr. Bush genötigt, dieses Thema aufzugreifen, so dass uns dieses Jahr als das Jahr des Umbruchs im klimapolitischen Denken in Erinnerung bleiben könnte, vorausgesetzt, das endlich nun Aktionen folgen. Erste sind schon angedacht, die Autohersteller sollen mit einer Klima – Strafsteuer belegt werden. Zuviel CO2 muss bestraft werden. Aber halt – wie immer, wenn EU-Politiker rumpfuschen dürfen, darf man natürlich schummeln, und Daimler darf natürlich die Emission eines Maybach mit der eines Smart verrechnen.

Und der Aufschrei des Entsetzens der deutschen Politiker, die auf ihre geliebte und gelobte deutsche Autoindustrie schwere Zeiten zukommen sehen, verpufft fast ungehört.
Noch zwei Dinge sollten charakteristisch für 2007 sein: Die Kochshows und das Kindersterben. Auch wenn die Quotensieger Handball-WM-Finale, Wetten das und die Boxkämpfe der Klitschkos waren, bei der spendierten Sendezeit lag das Kochen weit vorn. Man kocht um die Wette, um Punkte, um die Ehre, gegen Profis, es kochen Nobodies und Promis (die kein Mensch kennt), man kocht auf allen Sendern – man könnte meinen die Medien hätten sich gegen Burger&Co verschworen.  Weiter so! „Um GottesWillen – haltet ein!“ möchte man hingegen beim anderen Medienhighlight ausrufen. Tote Kinder, ein Vater erschießt seinen Sohn, eine Mutter erstickt ihreTochter, Kinder verhungern, werden zu Tode geprügelt – keine Woche vergeht ohne einen neuen Aufsehen erregenden Fall. Wie tief muss man sinken, um sich an den eigenen Kindern zu vergehen, sei es, indem man sie ihrem Schicksal überlässt, sei es durch Misshandlung bis hin zum Mord? Hier ist die Gesellschaft mal wirklich gefordert. Zumal heute die gesamtgesellschaftlichen Kinderbetreuungsansätze der DDR verrufen sind und die heile Familie als Nonplusultra gilt. Doch wie heil sind unsere Familien wirklich? Das Kindersterben wird weitergehen, auch in 2008.      
 

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