Wenn jeder dem anderen helfen wollte, so wäre allen geholfen
Marie von Ebner-Eschenbach
Hallo, Ihr seid auf der privaten Homepage der Familie Bonitz aus Pleißa gelandet! Hier gibt es Infos über unsere Tiere, Fotoalben, Wandertipps Musik und Literatur, und auch das Zeitgeschehen wird betrachtet. Ab und zu reinschauen, es gibt immer mal was Neues...
Drei Tugenden der Weisheit:
Aller Dinge gewahr zu sein -
Alle Dinge zu ertragen -
Von allen Dingen entfernt zu sein The Book of Barddas
Atomstrom - Nein Danke!
Wir haben gewechselt: Naturstrom.de
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Wer ist Gerold Münster?
(Bildquelle: www.123people.de )
ich weiß es... und ich hoffe, dass den Lebenszerstörer eines Tages der Arm der Gerechtigkeit ereilt...
ACHTUNG! Der Mobber ist wieder da, und sein Helfershelfer Uhlmann noch immer!
Kommentare zum Zeitgeschehen:
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02.05.2013 – Die Vetter von Dingsda
Alle sind empört. Natürlich zu Recht. Wie sich die Abgeordneten der bayerischen Christlichen Selbstbedienungs-Union (CSU) ihr Mandat als Familienunternehmen bezahlen lassen, indem sie ihre Ehefrauen, die aus traditioneller Überzeugung bestimmt treusorgende Hausfrauen und Mütter sind – bei sich arbeiten lassen und ausbeuten, wenn sie für kleine Hilfsdienste im Büro (vielleicht Putzen) bis zu 5000 Euro aus dem Steuersäckel locker machen, geht auf keine allgäuer Kuhhaut. Hauptsache, man ist gegen den Mindestlohn für Putzfrauen, man kann ja marktüblich entlohnen, das heißt bei Politikern eben fürstlich. Auch Frau Leutberger-Schnarrenhäuser oder so, die FDP-Powerfrau, hat sich entsetzt gezeigt! Und zwar just in jenem Moment, als bekannt wurde, dass ihr Parteifreund Niebel in sein Ministerium mindestens 40 Parteimitglieder eingestellt hat. Aber natürlich waren das keine Vettern! Es waren die fachlich kompetentesten Bewerber. Wahrscheinlich alles Teppichhändler.
25.04.2013 – Von Gutmenschen und guten Werken
Er war nicht der erste, aber der populärste Gutmensch der jüngeren Geschichte: Christian Wulff. Er hat den Saubermann gespielt und die Selbstbedienung der Politiker (vor allem von der Opposition) angeprangert, dann ist er selber gestolpert. Nun wird wieder einer gewulfft: Uli H - Moralapostel,Nothelfer, Spitzenmanager. Obwohl seine Fans immer noch von der „Unschuldsvermutung“ ausgehen, hat er selber Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zugegeben. Und wie all die anderen Gutmenschen vor ihm kann er nicht wahrhaben, dass er damit ein Kapitalverbrecher, ein Krimineller ist. Er und seinesgleichen meinen immer noch, dass ihr Tun lediglich ein Fehler war, für den man sich entschuldigt und gut. Doch dafür gibt es Recht und Gesetz: wer Fehler macht, die eine schwere Rechtsverletzung darstellen, muss dafür bestraft werden. Das gilt für Otto Normalverbraucher, und es muss um so härter bei unseren gesellschaftlichen Vorbildern gelten. Dass dem oft nicht so ist, hat dazu geführt, dass ausgerechnet der „kleine“ Mann, der in so einem Fall nicht auf Milde hoffen darf, geneigt ist diesen Gutmenschen zu vergeben. Es ist schlecht bestellt um die Moral der Deutschen. Das zeigt nicht zuletzt der Fall des bayerischen CSU-Fraktionsvorsitzenden Schmid, der ja kein Einzelfall ist, sondern symptomatisch für unsere Spitzenpolitiker. In eigens geschaffenen Büros beschäftigen sie gute Bekannte, Verwandte oder gar die eigene Ehefrau. Und während Bürokräfte ansonsten nicht gerade üppig entlohnt werden, bezahlen diese selber nobel entlohnten Saubermänner ihren Ehefrauen Spitzengehälter. Nix mit 400 Euro oder so! Wie das geht? Neben einem Ehevertrag schließt man mit seiner Frau noch einen Werksvertrag. Dieser regelt eine Vergütung, die fällig wird, wenn die Frau für ihren Mann ein gutes Werk tut. Genau so, wie eine Prostituierte eben Anspruch auf Bezahlung hat.
20.04.2013 - Meine Oma und der Fortschritt
Meine Oma hat jetzt superschnelles Internet. Neulich kamen die Handwerker und haben in ihrer Wohnung eine Giganet-Anschlussdose gesetzt. Ich muss zugeben, meine Oma ist 88, sieht und hört nicht mehr so gut, und ich bin nicht sicher ob sie verstanden hat, wie dieser technische Fortschritt jetzt ihr Leben revolutionieren kann. MeineOma wohnt seit 30 Jahren in der Großplatte. Damals hatte die Stadt ihr Häuschen einfach abgerissen, weil es dem Straßenbau im Wege war. 3000 DDR-Mark hat sie dafür bekommen. Dasheißt, bekommen hat sie nichts, weil das Häuschen einer Erbengemeinschaft gehörte, wovon ein Teil im Westen wohnte, weshalb das Geld auf ein Sperrkonto kam, dessen Gebühren den Betrag aufgebraucht haben. Aber damals hätte sie sich ja auch nicht träumen lassen, mal Giganet zu haben. Naja, die Emaille-Badewanne ist nach 30 Jahren etwas rostbraun. Und die mitvermietete Einbauküche aus Sprelacart sieht inzwischen auch nicht mehr sogut aus.
Wärmedämmung ? Da hat der Vermieter wohl noch nichts von gehört. Manchmal pfeift der Wind aus den Steckdosen, weil irgendwelche Kabel in denGroßplattenfugen verlegt sind. Die Fenster nannte man damals Holz-Verbundglas-Isolierfenster oder so. Ja, sie sind noch ganz gut. Eingeklebte Schaumstoffstreifen und 2 zusätzliche Riegel aus dem Baumarkt sorgen für Dichtheit. Über Weihnachten war einer der beiden 30 Jahre alten Aufzüge defekt, es dauerte 4 Wochen, bis man das passende Ersatzteil fand. Zum Glück hielt der andere Aufzug durch, natürlich musste man bei 140 Wohneinheiten schon mal etwas Geduld mitbringen.
Die Balkonbrüstungen und Fassaden haben seit der Fertigstellung auch keine Anstriche gesehen, es sei denn die Mieter haben Eigeninitiative ergriffen. Manchmal fragt sie, ob ich nicht auf dem Wohnungsamt mal fragen könne wann mit einem Anstrich zu rechnen sei. Das Giganet kam einfach so. Klar, der Vermieter ist ein kühler Rechner: Wie lange wird es meine Oma noch machen? Und dann kann man endlich Studenten anlocken.
Übrigens wohnt meine Oma am Harthwald, das Haus der GGG war bei seiner Fertigstellung vor 30 Jahren mal als „altersgerecht“ deklariert worden. Aber „Alter“ ist ja ein relativer Begriff.
30.03.2013 – Quo vadis Hochschullandschaft
Eigentlich wollte ich mal wieder über Bundes- oder Europapolitik schreiben, etwa über neue Ideen zur Eurorettung, die Herr Dijsselbloem angesprochen hat, aber Sachsens CDU- Sparschweine geben einfachkeine Ruhe. Jetzt soll es nach dem Willen von Wissenschafts-Verweserin Frau von Schorlemer der Außenstelle Reichenbach der Westsächsischen Hochschule Zwickauan den Kragen gehen. Die betreibt dort das Institut für Textil- und Lederforschung sowie die international renommierte Fakultät Architektur. Man erwarte deutliche Einsparungen an Personal- und Verwaltungskosten. Die Kosten allein für die Liegenschaft würden komplett entfallen, so eine Ministeriumssprecherin. He tickt ihr noch? Das Institut soll nach Zwickau umgesiedelt werden, allein 8 Millionen soll das kosten, ohne die Kosten für ein noch nicht ausgesuchtes Gebäude! Und die wegfallende Liegenschaft ist ein landeseigenes Bauhaus-Denkmal, das für 8 Millionen saniert wurde. Eine Nachnutzung gibt es derzeit nicht. Ja, löst sich denn das in Luft auf? Nein, aber das Ministerium ist es in seiner Bilanz los. Kann sich ja dann eine andere Landesbehörde auf Kosten der Steuerzahler rumärgern.
Klar, die Architekturfakultät soll aufgelöst werden. Abgewickelt, wie es nach der Wende so schön hieß. Jetzt wickeln wir uns selber ab. Denn die Reichenbacher waren zu innovativ, ihr Ruf war zu gut, so dass sich angehende Architekten lieber in der vogtländischen Provinz statt in Leipzig oder gar Dresden einschrieben. Wo soll das hinführen wenn der Wettbewerb die Hauptstadt in den Schatten stellt? Das kann die Landesherrlichkeit nicht dulden. Leute, die CDU hat das Land nicht vom König geerbt! Wählt die rückwärts gewandten endlich ab!
26.03.2013 –Kohlenmief statt frischer Wind
Nach Fukushima waren sich die Deutschen einig: wir brauchen eine neue Energiepolitik. Was denn auch zur „Energiewende“ führte: Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien. Inzwischen ist der Otto Normalverbraucher ziemlich angefressen, weil die Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden,während sich die Energiemultis dumm und dämlich verdienen. Nun tritt Sachsenauf die Bremse. Die Länder sollen selber über den Bau von Windkraftanlagen entscheiden. Denn Sachsen will seine Landschaft und die Menschen vor Windrädern schützen. Minister Morlock argumentiert tatsächlich damit, dass es in anderen Bundesländern bereits genug Windkraftanlagen gäbe, die für die Ziele der Energiewende völlig ausreichend seien, und Sachsen deshalb seine Ziele reduzieren müsse. Natürlich sehen Windparks auf dem Erzgebirgskamm nicht schön aus, also baut sie lieber im Thüringer Wald oder in der Heide! Statt dessen will Sachsen zurück zur guten alten Braunkohle. Wie viel schöner sieht doch so ein richtiger 100 ha großer Tagebau aus, mit seinen gigantischen Schaufelradbaggern. Und wie würzig ist der Geruch, wenn die gute alte Braunkohle verbrannt wird und hellbraune Nebel über das Land ziehen. Es ist noch nicht so lange her, da hat die Braunkohle dazu geführt, dass der Erzgebirgskamm fast entwaldet war, ein gespenstischer Telegrafenstangenwald. Sieht so die Zukunft aus? Inzwischen werden elegante und effektive Rotorlösungen entwickelt,die sich harmonisch in die Architektur einfügen und selbst auf städtischen Hochhausdächern errichtet werden können. Statt düstere Kohlevisionen hätte ich mir einen Warp-Tower auf dem Landtag gewünscht, als Symbol für Sachsens Innovationsfreude. Statt dessen dürfenwir uns auf weitere, auf Kosten des Steuerzahlers (nicht der Energiekonzerne!) renaturierte Baggerseen freuen.
19.03.2013 – Sachsen bleibt sitzen
Viele Länder, deren Bildungssystem als vorbildlich gilt, kennen keine Wiederholungen. Auch andere Länder wie Österreich wollen nun nachziehen, und in mehreren deutschen Ländern ist ebenfalls die Diskussion entbrannt: welchen Sinn hat das Sitzenbleiben? Dabei sind sich bei einem Aspekt alle einig: Sitzenbleiben kostet Geld. Dieses Geld sinnvoll in die Förderung leistungsschwacher Schüler zu investieren wäre besser, sagen die Gegner. Sitzenbleiben erhöhe die Chancen, den Abschluss zu erreichen, argumentieren die Befürworter. Doch wie es der Name sagt: Sitzenbleiber sind meist Zurückgelassene. Man entledigt sich derer, für die mehr Aufwand nötig ist. Denn wenn ein Kind leistungsschwach ist, ändert auch das Sitzenbleiben daran nichts. Meist bleibtes trotz des Sitzenbleibens hinter den Leistungen anderer zurück. Denn Sitzenbleiben ersetzt keine Förderung. Welchen Sinn macht es aber, erst sitzenbleiben zu lassen und dann zu fördern? Ist es nicht besser, gar nicht erst zu warten, bis das Kind im Brunnen ist? Diese Dinge erfordern ein gründliches Umdenken. Sachsen jedenfalls ist dazu leider nicht bereit. Und vielleicht ist das gut so, denn bei unserer einsparwütigen Regierung käme das eingesparte Sitzenbleiber-Geld bestimmt nicht einer zusätzlichen Förderung zugute, sondern würde einfach eingespart.
01.03.2013 – Zehn kleine Schwarzafrikanerlein
Otto Preußler ist tot. Angeblich hat er den Änderungen an seinen Büchern zugestimmt, aber vielleicht war ihm das auch zu viel. Denn nachdem unsere hübsche Miss Schröder erklärt hat, dass sie ihrer Tochter „Die kleine Hexe“ nicht vorlesen könne, überprüfen deutsche Buchverlage Klassiker der Weltliteratur, vor allem Jugendbücher, auf politisch korrekte Schreibweise. „Neger“ geht gar nicht, aber auch „Chinesen“ oder „Türken“ sollen laut Verleger Willberg ersetzt werden. Vermutlich ist dieser Verleger selber der Meinung,dass Türke irgendein Synonym für minderwertige Menschen sei, obwohl es doch nur Menschen einer bestimmten Herkunft bezeichnet. So werden Vorurteile erst erzeugt, statt sie zu verhindern. Warum das alles? Weil eine Mutter ihren Kindern erklären müsse was diese Worte bedeuten. Oh wie furchtbar. Oder Kinder könnten diese Worte ungefiltert in ihren Wortschatz übernehmen. Besser, wenn sie in Zukunft bei der Begegnungmit einem Angolaner auf der Straße fragen: „O Mami, ist das ein Schornsteinfeger?“ Aus Astrid Lindgrens „Negerkönig“ wird nun ein Südseekönig, weil wir unseren Kindern die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ersparen wollen. Lieber lesen wir heute die „Olchis“ vor, in denen es so ziemlich auf jeder Seite heißt „Fliegenschiss und Olchifurz“. Da müssen wir nichts erklären.
Wenn dann noch Klett Cotta in einem Anfall von Sprachmodernisierungswahn den treuen Diener Samweis zu Frodo „Boss“ statt „HerrFrodo“ sagen lässt, um dieses geniale Schlachtenepos authentischer, in unsere Zeit passend zu machen, setzt mein Kulturverstand aus. Jedes Buch gehört in den Kontext seiner Zeit. George Orwell lässt grüßen.
16.02.2013 – Stadt der vergammelnden Moderne
(fp). „Der Zustand der einst 45.000 Zuschauer fassenden Arena verschlechtert sich zusehends. Nach den Besuchertraversen sind auch der Marathonturm und die dazu gehörigen Arkaden wegen Baumängeln gesperrt worden. Großereignisse wie der Leichtathletik-Länderkampf DDR gegen USA 1982 mit jeweils 45.000 Zuschauern an beiden Wettkampftagen klingen heute wie ein sportliches Märchen. Das Hauptstadion…, in dem dieses und viele weitere Spektakel über die Bühne gingen, gleicht inzwischen einer Ruine.“
Die Rede in diesem Zitat aus der „Freien Presse“ ist vom Sportforum Chemnitz, ein ehemals imposanter Sportstättenkomplex. Der Marathonturm ist denkmalgeschützt. Doch die Stadt der Moderne lässt das Hauptstadion mehr und mehr verfallen, was um so unverständlicher ist als die ehemalige Großkampfbahn ja durchaus als Zeitzeuge der Moderne – mit der sich Chemnitz so gern identifiziert – gelten muss. Die Stadt hat kein Konzept und kein Geld. Denn sie muss ja ein neues Fußballstadion für mehr als 20 Millionen bauen, immerhin ist der Fußball drittklassig. Ein Witz, dass ausgerechnet FDP-Oberbürgermeisterkandidat Weis nun scharfe Kritik übt, obwohl sich der flachköpfige FDP-Fraktionsvorsitzender Meyer nach dem Beschluss für das neue Stadion auf dem Rathausbalkon im CFC-Trikot wie ein Held feiern ließ, statt ein Konzept einzubringen bei dem der Fußball und das marode Stadion hätten profitieren können. Aber solch plumpe Manöver sind ja heute normal. Man kann nur für die Chemnitzer hoffen, dass sie bei der nächsten Wahl nicht wieder darauf hereinfallen.
13.02.2013 –Deutschland mag doch keine Kinder
Laut einer Meinungsumfrage ist die Bundesrepublik das kinderunfreundlichste Land Europas. Während in Dänemark 90% der Befragten ihr Land als kinderfreundlich einschätzen, tun das nur 15% der Deutschen. Ist das nicht krass? Eigentlich ein Grund, dass die völlig überforderte Familienministerin Schröder ihren Hut nimmt. Denn was diese Frau bisher an Konzeptlosigkeit und Missachtung vor allem der ärmeren Familien gezeigt hat ist kaum noch zu überbieten. Auch die Richter, die mit ihren Entscheidungen zum Unterhalt völlig daneben liegen tragen dazu bei. Ich kenne mehrere alleinerziehende Mütter, die so gut wie keine Unterhaltsleistungen erhalten, sondern Sozialleistungen in Anspruch nehmen müssen obwohl sie berufstätig sind! Nicht zuletzt sind es viele Unternehmen,deren Management zunehmend aus Yuppis, Unternehmensberatern und Ex-Juristenbesteht, die einzig damit beschäftigt sind irgendwo die letzten 7 Euro 50 einzusparen und denen Familie ein Fremdwort ist. Ich kenne Mütter, denen das Weihnachtsgeld gestrichen wurde, weil sie ein krankes Kind pflegen mussten. Von Flexibilisierung der Arbeit ganz abgesehen, die sich lediglich wenige große Unternehmen tatsächlich leisten. Auch hier wäre die Politik gefordert, um die Rahmenbedingungen zu schaffen. Eines wundert mich daher gewaltig: Wieso wählen die meisten Deutschen immer wieder die gleichen, die dafür die Verantwortungtragen?
22.01.2013 – Wählt die Kandidaten der nationalen Front
So hieß es immer in der DDR, wenn irgendwelche Wahlen bevorstanden. Das war auch kein Problem, denn andere Kandidaten gab es gar nicht. Einziges Manko: man konnte nur alle im Block wählen, eine einzelne Partei konnte man nicht ankreuzen. Denn der Führungsanspruch war festgemeißelt. Heute nun hat der Bürger die Qual der Wahl. Er muss sich entscheiden. Und er darf sich entscheiden, er kann jenen, mit denen er unzufrieden ist, einen Denkzettel verpassen. So die Theorie. Und der Deutsche ist unzufrieden, wenn es um „unsere“ Politik geht. Sagt er wenigstens. Doch was macht der gemeine Niedersachse, wenn es darum geht, es „denen da oben“, die doch eh machen was sie wollen, zu zeigen? Er wählt die Nationale Front! Freiwillig! Ist das nun Dummheit oder Einfältigkeit, wenn eingefleischte CDU-Wähler ihre Stimme der FDPgeben damit die nicht rausfliegt? Und nun haben wir den Schlamassel. Eine Stimme hat Rot-Grün mehr als Schwarz-Gelb. Und wieder ist vorprogrammiert, dass es nicht darum geht, das Land vorwärts zu bringen und dem Volke zu dienen,sondern die eine Stimme zu sichern und damit die Macht. Wieder kann kein Abgeordneter nach seinem Gewissen im Sinne des Volkswillens abstimmen, denn das könnte die Macht ins Wanken bringen. Und das gleiche ist für ganz Deutschland vorrprogrammiert. Wenn die Parteien schlau wären, würden sie sagen: Gut, der Bürger will es so – also bilden wir eine Regierung der Nationalen Front, in der alle Blockparteien mitarbeiten. Dann wäre die Macht gesichert, und man könnte sich der Volkswohl widmen.
09.01.2013 – Deutschland braucht doch keine Kinder
Die Richter in Dresden haben – wie die in Düsseldorf – den Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige auf pauschal 1000 Euro erhöht, unabhängig vom Einkommen. Der Kindesunterhalt hingegen ist gleich geblieben, nämlich einkommensabhängig. Kinder von Geringverdienenden benötigen also weniger als Kinder reicher Eltern. Doch immerhin, einem 6jährigen Kind stehen mindestens 364 Euro zu, einem 12jährigen gar 426, falls das Einkommen geringer als 1500 Euro ist. Also machen wir mal ein Beispiel. Ein Vater einer getrennt lebenden Familie hat 2 Kinder, 9 und 13 Jahre. Macht in der Mathematik eines Richters 1000 + 364 + 426 < 1500. Oder anders: bei einem Verdienst von 2100 Euro bleibt ein verfügbares Einkommen von etwa 1400 Euro. 1000 Euro stehen dem Unterhaltsschuldner zu, damit kann nun bestenfalls für ein Kind Unterhalt gezahlt werden. Für die Mütter (oder Väter), bei denen 2 Kinder leben sind damit oft unverschuldet Armut und Existenzangst an der Tagesordnung, Kinderarmutist vorprogrammiert. Dass die Richter in Dresden dabei ihren Kollegen in NRW folgen zeigt, wie abgehoben diese Menschen schon sind. Denn es scheint in diesen Kreisen nicht bekannt zu sein, dass die Einkommen in NRW um 30% über denen in Sachsen liegen, was gerade dann, wenn es um die verbleibenden dreihundert Euro für ein Kind geht, entscheidend ist. Aber rechnen konnten Juristen ja noch nie, deshalb werden sie auch gern als Geschäftsführer bestellt. Und wenn unser Ministerpräsident Sachsen zu Tode spart und sich mit den niedrigen Einkommen als Standortvorteil brüstet, wenn einer Familienministerin in Berlin weiter nichts einfällt als denen Geschenke zumachen, die es sich sowieso leisten können, muss man sich nicht wundern, wenn immer mehr junge Menschen zu dem Schluss kommen: Kinder kann ich mir nicht leisten.
16.12.2012 – Deutschland – das bin ich!
8 Minuten Applaus nach einer Rede, die so viel Tiefgang hatte wie ein Floß bei Ebbe.
„Es sind turbulente Zeiten. Und manchmal befinden wir uns sogar in schwerer, stürmischer See“ – so lautete ihr wie immer klares, analytisches Statement, eines Physikers würdig. Und ein Wahlergebnis von 97,94 Prozent – da denkt man doch glattweg an die guten Zeiten der Nationalen Front! Dafür hat man auch das Auszählverfahren von der DDR übernommen: Stimmenthaltungen wurden als ungültig gewertet, damit sie nicht mitzählen. Und das ganze ohne Stasi. Das Rezept ist ganz einfach: Lobe keinen deiner Kollegen, mache dich über deine Partner lustig, mache die Ideen deiner Gegner zu deinen eigenen, mobbe alle weg, die eine eigene Meinung haben und umgib dich mit Dummdödeln. Es soll keine(n) neben mir geben, und schon halten dich alle für Gottes Segen. Das ist das Prinzip unserer aller Mutti, unseres lieben Murkels. Sogar deine Gegner verstummen und sind von der strahlenden Aura geblendet, finden keine Worte. Ohne dass man erst eine Nationale Front ins Leben rufen muss springen sie alle auf den Zug auf, die überflüssige FDP, die sich selber suchende SPD und die zur Partei der bürgerlichen Mitte mutierten Grünen. Allenfalls wechseln sie mal das Zugpersonal aus, aber der Zug rast immer schneller in den immer tieferen Tunnel, um Dürrenmatt zu bemühen. Und manchmal denke ich, die Merkel ist von der Margot geschickt, als Honeckers letzte Rache.
04.12.2012 – Die da oben werden es schon richten
Mit diesen Worten gab Ministerpräsident Tillich seinerE nttäuschung darüber Ausdruck, dass es schwierig war, 200 Freiwillige zu finden, die am „Bürgerkompass Sachsen“ teilnehmen wollten. Ausgerechnet die Bertelsmann – Stiftung wollte für mehr Demokratie in Sachsen sorgen, und so hat man 140000Euro in die Hand genommen, um 200 Bürger einen Tag lang diskutieren zu lassen, wo uns der Schuh am meisten drückt. Denn das scheinen „die da oben“ wohl nicht zu wissen. Und deshalb hat der große blasse Schweiger Tillich in den nunmehr fast 5 Regierungsjahren nichts auf den Weg gebracht. In ein paar Jahren wird man sagen: Tillich? Wer war das? Und nur wenige werden sich erinnern: Ratdes Kreises Kamenz in der DDR, erfolgloser Unternehmer, als Politiker dann an der Verschiebung der Sachsen LB beteiligt und dafür vom Bock zum Gärtner gemacht, 25 Millionen Sozialkürzungen durchgepeitscht und einen Bildungsminister gefeuert, der auf eigene Verantwortung mehr Lehrer einstellen wollte.
Aber bald sind ja Wahlen, und da machen wir mal Demokratie. Die Ergebnisse der Diskussion waren übrigens eine totale Überraschung: kleinere Schulklassen, besser bezahlte Lehrer, mehr Polizeipräsenz und Mindestlöhne. Davon hatten wir bisher keine Ahnung! Und der ahnungslose Schweiger, der bisher auf Sparprogramme in den Schulen, Schließung von Polizeidienststellen und Niedriglöhne gesetzt hat, wird sich bis zur Wahl bestimmt was einfallen lassen, etwas zum Vergessen wie seine ganze Politik. Nein Herr Tillich, wir glauben nicht daran, dass Sie es richten werden, wir glauben dass Ihnen der Bürgerwille am Arsch vorbei geht.
28.11.2012 – Deutsche Mütter vor der Qual der Wahl
Selber putzen oder putzen lassen? Diese schwierige Frage wird demnächst vielleicht viele junge Mütter beschäftigen, denn der Kurs der deutschen Familienpolitik gleicht der Slalomfahrt eines Betrunkenen. Seitdem unser Murkel dafür gesorgt hat, dass die letzte deutsche Ministerin, die offensichtlich einem Ressort vorstand, von dem sie etwas zu verstehen schien, das Amt wechseln musste, ist die Familienpolitik endlich so geradlinig wie die gesamte Bundespolitik. Schließlich steht ja nun eine junge, hübsche, intelligente Powerfrau mit Familie am Steuer. Geradlinig hält diese auf jeden Abgrund zu und wundert sich, dass sie keine Freunde hat, weil diese lieber das Schiff verlassen. Erst verspricht sie den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab Sommer 2013. Davon rückt sie bis heute nicht ab, auch wenn längst klar ist, dass viele Kommunen vor allem im Westen die Infrastrukturdafür nicht haben werden. Dafür führen wir gegen massiven Widerstand mal schnell ein Betreuungsgeld ein, für die Mütter, die doch lieber zu Hause bleiben wollen. Vielleicht merken wir dann ja nicht, dass das Versprechen mit den Kindergärten eine Nullnummer war. Aber so einseitige Geschenke kurz vor der Wahl könnten vielleicht eine große Wählerschaft verprellen. Wie gut, dass es da noch andere Jungpolitikerinnen gibt, die dem Kristinchen eine Vorlage liefern: Mütter, die zu Hause bleiben, müssen ja auch Putzen, wie furchtbar. Doch Rettung naht für die, die keine Waschfrauenhände mögen: ein Gutschein für einePutzhilfe, falls man es sich doch anders überlegt und auf das Betreuungsgeld verzichtet. Vorausgesetzt, es gibt einen Kita-Platz.
07.11.2012 - Der leise Herrscher der Welt
In 26 von 51 Bundesstaaten der USA hat Obama gesiegt. Besonders die Industriestaaten im Norden und Westen haben bestätigt, dass Obamas Wirtschafts-und Sozialpolitik besser war als ihr Ruf. Dabei hat man Obama angekreidet, dasser die Hegemonie der USA verspielt habe. Und tatsächlich, während alle seine Vorgänger irgendwo in der Welt einen Krieg angezettelt haben, ist unter Obama außer dem Verbleib in Afghanistan im Rahmen der NATO kein neuer Einmarsch amerikanischerTruppen passiert. Zusammen mit Hillary Clinton hat er die Außenpolitik der USA endlich von Säbelrasseln zu Diplomatie geführt. Was heißt der Wahlsieg Obamas nun für Deutschland? Zunächst gar nichts, denn unser Murkel hätte sich mit Romney ebenso arrangiert, auch wenn Romney vielleicht gefragt hätte: wer is tMerkel? Eines aber gibt Anlass zur Hoffnung: währen der zweiten Amtszeit des Demokraten Clinton wurde Kohl von Schröder abgelöst. Während der zweiten Amtszeit des Republikaners Bush wurde Schröder von Merkel abgelöst. Setzt diese Serie sich in der zweiten Amtszeit des Demokraten Obama fort?
31.10.2012 – Ein Schelm wer Arges dabei denkt
Wegen Rückgangs der Einwohnerzahl soll Chemnitz bei den nächsten Wahlen 2014 einen Wahlkreis weniger bekommen. Statt bisher 4 sollen es dann – so der Wille der Staatsregierung in Dresden – nur noch 3 sein. Damit entfallen auf Chemnitz dann nur noch 3 Direktmandate für den Landtag. Nun muss man wissen, dass seit 2004 in Chemnitz 3 Wahlkreise immer an die CDU gingen, der vierte aber an die Linken. Nach monatelangem Kopfzerbrechen hat die Kommission endlich ein Konzept vorgelegt. Der linke Wahlkreis 4 wird abgeschafft. Mitten durch ein gewachsenes Wohngebiet, zu DDR-Zeiten als Heckert-Gebiet bekannt, wird eine Trennlinie gezogen. Damit geht man ganz sicher, dass nicht alle linken Stimmen in einen der verbliebenen Wahlkreise einfließen, sondern aufgeteilt werden. Man möchte eben auf Nummer sicher gehen.
25.10.2012 – Immer weniger sparen mehr
Volksbefrager haben gemeinsam mit einer Bank gerade heraus gefunden, dass die durchschnittliche Spareinlage in Deutschland von etwa 18300 in 2010 auf 19000 in 2011 gestiegen ist. Es wird also mehr gespart. Am meisten übrigens in Hessen, fast doppelt so viel. Wo lag doch gleich Frankfurt? Am wenigsten – dreimal dürft ihr raten – na klar: die Ostländer teilen sich die letzten Plätze. Klar, bei 25% unter deutschem Lohnniveau, aber das hatten wir schon. Aber das ist nicht das schockierende, denn das überrascht uns nicht. Dass aber 2010 immerhin 16% der Bevölkerung nichts sparen konnten und dieser Anteil jetzt 25% beträgt, ist die eigentliche Botschaft dieser Statistik. Das heißt, es sparen weniger Menschen, aber dafür immer mehr. Leider fehlt in der Auswertung die einzig schlüssige Erklärung dafür, denn natürlich will man uns weißmachen, dass es „den Deutschen“ gut geht. Doch schauen wir uns das mal näher an: Wenn von Tausend Menschen einer 18,5 Millionen auf der Kante hat und der Rest nur 500, dann ist der Durchschnitt etwa 19000. Alles klar? Der Millionär hatte letztes Jahr nur 17,8 Millionen – was soll‘s? Dem Rest ging es genau so dreckig wie dieses Jahr. Wenn diese Statistik uns überhaupt etwas sagt, dann das: wenige Reiche in Deutschland werden immer reicher, und viele weniger Bemittelte werden immer ärmer. Armes Deutschland!
10.10.2012 – In Würde morden
Richter Stump vom OLG Hessen hat es uns nun klar gemacht: Auch verurteilte Mörder und Kindsentführer haben Würde. Denn nur wer Würde hat, dem kann diese auch verletzt werden. Und dies sei der Fall gewesen, als Polizisten dem Mörder Gäfgen ein paar Schmerzen androhten, um ein vermeintlich in Lebensgefahr befindliches Kind zu retten. In letzter Instanz muss nun der Staat den Mörder dafür entschädigen. Keine Rede von den Schmerzen, die das Kind und seine Familie ertragen musste. Hier reichen keine Millionen, um den Schmerz zu entschädigen. Die Familie von Metzger zeigt wahre Würde. Ein guter Richter hätte dies abgewogen und wäre zu dem Ergebnis gekommen, dass die Würdeverletzung der Opfer um ein vielfaches schwerer wiegt als die des Täters. Auch wenn das für mich bisher kein Thema war – angesichts solcher unmenschlicher Urteile frage ich mich, ob in diesen Fällen die Todesstrafe nicht die bessere Alternative wäre. Der Mörder durfte sich im Gefängnis juristisch weiterbilden und sogar das Staatsexamen ablegen. Sein Wissen nutzt er nun, um die Familie des Opfers weiter zu demütigen. Nur der Tod hätte hier wohl für Gerechtigkeit gesorgt und die Familie davor bewahrt, dass sie sich mit ihren Steuergeldern noch an dieser makabren Spende für den Täter beteiligen muss.
05.10.2012 – Billige Krankheiten aus Fernost
Mehr als 11000 Kinder in Ostdeutschland sind an Brechdurchfall erkrankt, ausgelöst durch Noroviren. Und nun sind die Schuldigen gefunden, und alle atmen auf. Die Chinesen waren’s! Die haben an einen Händler tiefgefrorene Erdbeeren verkauft, und der hat sie an Sodexho geliefert. Und die haben vergessen, den Tiefkühlmatsch vor dem Servieren auch noch zu kochen. Klar, was da übrigbleibt, hat mit Erdbeeren nicht mehr viel zu tun. Aber es ist billig. Sehr billig wahrscheinlich. Denn wir müssen sparen, und da müssen die Schulen eben die billigsten Caterer nehmen. Und der muss natürlich am billigsten einkaufen. Und Kinder können sich nicht wehren. Doch, sie können das Essen verweigern. Unser Großer berichtet oft von kaltem oder „hartgekochtem“ Essen der Firma Karstens Gastro-Service. Also geht er lieber an die Dönerbude. Und in der Schule werden Projekte über gesunde Ernährung gemacht, denn das Kultusministerium hat ja eine Verantwortung! Wie wär’s, damit bei der Schülerspeisung anzufangen? Den Eltern kann man jedenfallsnur einen geschlossenen Boykott der Anbieter ans Herz legen, damit die Behörden endlich von ihrem Billigwahn abkommen.
28.09.2012 – Quo vadis, Sachsen
Sachsen darf sich rühmen, im Dynamikranking der Initiative neue soziale Marktwirtschaft auf dem Rang 2 aller Bundesländer zu stehen (www.bundeslaenderranking.de). Das heißt, Sachsen ist für die Wirtschaft eine Top-Adresse. Fragt man nach den Ursachen für diese vorbildliche Entwicklung, muss man nicht lange suchen. Auf den Internetseiten der „Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH“ liest sich das so: „Dank flexibler Tarifmodelle, einem moderaten Lohnniveau (25,6 % unter dt.Durchschnitt) und hoher Arbeitsproduktivität ist Sachsen aus Kostengesichtspunkten in jedem Fall erste Wahl.“ Mit anderen Worten: Sachsen ist ein Billiglohnland. Und tatsächlich: das Durchschnittsbruttoeinkommen ist in Sachsen mit 34000€ das zweitniedrigste in Deutschland. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist das Lohnniveau noch etwas geringer. In Bayern ist das Einkommen mit fast 52000€ um 50% höher, und selbst im „ärmsten“ westdeutschen Bundesland Schleswig-Holstein verdient man noch 23% mehr als in Sachsen. Doch was bedeutet das? Noch profitiert Sachsen von den in der DDR gut ausgebildeten, aber bescheidenen Ingenieuren, Wissenschaftlern und anderen Fachleuten. Aber immer mehr junge Leute haben keinen Bock mehr, Billigheimer zu spielen. Lehrerstellen bleiben unbesetzt, weil der Nachwuchs abwinkt. Arztpraxenmüssen schließen. Einzig (meist zweitklassige) Manager kommen noch nach Sachsen. Verzweifelt versucht Sachsen dem Mangel an Fachkräften zu begegnen. Ärzte werden aus Tschechien angelockt – aber das Gros an ausländischen Experten macht einen Bogen um Sachsen. Deshalb scheint die Frage berechtigt: Quo vadis, wohin gehst du, Sachsen?
12.09.2012 – Rüstung vor Bildung
In Zeiten des Kalten Krieges ging das Gespenst des Kommunismus um. Kein Wunder, dass die Verteidigung zu den wichtigsten Staatsaufgaben gehörte und Unmengen Mittel schluckte. Noch 1990 betrug der Verteidigungsetat der BRD umgerechnet 29 Milliarden Euro. Nun, die Zeiten sind Gott (?) sei Dank vorbei. Inzwischen wurde die Wehrpflicht abgeschafft, und vor wem müssen wir uns noch fürchten? Auch wenn die Islamisten heute verstärkt ihre Religion mit militärischen und terroristischen Mitteln verbreiten wollen, wie einst die Christen zu Zeiten der Kreuzzüge, ist die Gefahr eines direkten Angriffs auf Deutschland eher gering. Sollte man meinen. Doch offenbar sieht das unsere Regierung anders! Wie in den Jahren zuvor liegt der Verteidigungshaushalt hinter den Sozialausgaben, gemeinsam mit der Schuldentilgung, auf Rang 2 der Ausgabenposten. 33 Milliarden Euro sind für 2013 geplant, damit nimmt Deutschland hinter Ländern wie den USA, China, Russland einen Spitzenplatz in der Welt ein. Wir rüsten auf, doch gegen wen? Im Vergleich geben die Niederlande ganze 7 Mrd., Schweden und Norwegen 4, Dänemark und die Schweiz 3, und unsere Nachbarn in Österreich gar nur 2 Mrd. aus. Komisch, dass diese Länder in fast allen Statistiken zu Bildung, Gesundheit, und vor allem Lebensqualität vor Deutschland rangieren. Gibt es da einen Zusammenhang? Würden wir unsere Verteidigungsausgaben an das Niveau dieser Länder anpassen, hätten wir plötzlich 30 Milliarden Euro übrig und könnten z.B. die Ausgaben für Bildung und Forschung, Gesundheit, Wirtschaft und Technologie verdoppeln. Oder wir könnten in nie dagewesenen Dimensionen sparen (32 Milliarden sind an Neuverschuldung geplant!) und unsere Schulden abbauen. Oder wir könnten es den Griechen schenken, ohne davon etwas zu merken.
Übrigens: bei der Rede zur Vorstellung des Haushalts hat der Herr Finanzminister, den ich ganz besonders liebe, den Satz fallen lassen: "Der Gegensatz von Arm und Reich ist ein Hirn- gespinst". Wo hat der Mann nur diese Klarsicht her?
04. 09. 2012 – Arm, ärmer, Arschkarte
Eines der wenigen noch glaubwürdigen Mitglieder der Politikergilde,die gute Ursel, hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen. Schon in weniger als 20 Jahren wird jeder zweite Neurentner zum Sozialfall. Schuld ist die noch von Rot-Grün (!!!) beschlossene Absenkung des Renten-niveaus bis 2030. Nach jetzt vorliegenden Berechnungen wird dann ein Arbeitnehmer, der 35 Jahre ein Durchschnittseinkommen von 2500€ hatte, noch ganze 688€ Rente erhalten, dem derzeitigen offiziellem Existenzminimum. Bei 1900€ sind es gar nur 523€. Und wie viele verdienen gar nur 1200€ brutto? Das hat man schon gar nicht mehr ausgerechnet (gibt's wohl nur im Osten), geschätzt dürften um die 400€ rauskommen. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel? Doch ihr Ruf nach Korrekturen verhallt in ablehnendem Gemurmel der Volksparteien-Vertreter. Denn was ist die Alternative? Rentenbeiträge rauf statt runter? So was sagt man nicht, wenn Wahlen bevorstehen. Eine steuerfinanzierte Grundrente? Oh je, das wäre ja Kommunismus. Und überhaupt, man sagt es ja schon seit Jahren: selber vorsorgen heißt das Zauberwort. Dumm nur, dass ausgerechnet die, die es im Alter trifft, auch heute meist schon so arm sind, dass für Vorsorge nichts übrig bleibt. Egal, man lässt die Ursel allein im Regen stehen. Denn welcher Politiker muss sich schon Sorgen um seine Rente machen? Und 2030 ist ja noch so weit… Einzige Hoffnung: Unser Murkel plant auch für die nächsten 20 Jahre die Kanzlerwürde. Dann sollte sie heute schon Interesse an der Wählermehrheit von morgen heucheln.
28.08.2012 – Chemnitzer Bierförderung
Die Stadt Chemnitz leistet sich ein kommunales Unternehmen, welches den Namen „Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH“ (CWE) trägt. Was diese Leute konkret machen und wofür sie bezahlt werden ist den steuerzahlenden Bürgern nicht so ganz geläufig. Welche Rolle sie spielten, als die IAV, die 30 Millionen investieren wollte, vom Stadtrat verprellt wurde, ist auch nicht überliefert. Eigentlich ist nur eines bekannt: Dieser Verein richtet jedes Jahr das Chemnitzer Stadtfest aus. Na ja, sicher könnten das auch andere tun, denn ob mit einem Fest die Chemnitzer Wirtschaft gefördert wird ist auch nicht bewiesen. Zumal die Chemnitzer im Gegensatz zu Dresden oder Zwickau, die für ihr Stadtfest auch in Chemnitz Werbung machten, weder in Dresden noch in Zwickau Werbung machten. Eines aber ist gewiss: das Chemnitzer Braugewerbe wird beim Chemnitzer Stadtfest definitiv nicht gefördert. Denn schon zum zweiten Mal ging die Konzession nach Freiberg, während Einsiedel, Reichenbrand und Braustolz Kappel das Nachsehen hatten. Man habe sich angeblich nicht über die Sponsoring-Bedingungen einigen können, hieß es. Mit anderen Worten: es geht nicht darum, die Chemnitzer Brauwirtshaft zu fördern, sondern den Zuschlag erhält, wer die CWE am besten „fördert“.
02.07.2012 –Sportstadt ade
Unter einem bekannten Vorgänger von Frau Ludwig wurde der Slogan von der Sportstadt Chemnitz geprägt. Dass der OB von Chemnitz nicht mehr viel mit Sport am Hut hat zeigen die Aussagen von Hr. Rochold, die der Sportbürgermeister gegenüber der „Freien Presse“ machte. Um den Sport soll sich Bund und Land kümmern, so die Quintessenz, Chemnitz kann sich keinen Sport mehr leisten. Na ja, beinahe. Denn die 2 Millionen für 20 mittelmäßige Profikicker „müssten für die Stadt machbar sein“. Doch für das marode Sportforum sind „die Investitionsmittel nicht darstellbar“, und die 0,2 Millionen für die Nachwuchsarbeit in den Olympiastützpunkten haben wir auch nicht. Da stellt sich schon die Frage, ob Profifußball eine kommunale Aufgabe ist, während kommunale Einrichtungen reihenweise dicht gemacht werden oder verfallen und die Olympia-stützpunkte, die wenigstens ab und an für positive Schlagzeilen im Zusammenhang mit Chemnitz sorgen, in Gefahr geraten. Das so wichtige Hallenbad Bernsdorf wird dicht gemacht, das Freibad soll folgen. Und das, ohne dass Herr Rochold einen Plan hat, wie die fehlenden Sportstätten kompensiert werden können. Das „solle dann entschieden werden“ – d.h. erstmachen wir dicht, dann uns Gedanken. Da hätte ich einen Vorschlag: Einen Sportverhinderungsbürgermeister ohne Ideen braucht diese Stadt sich nicht länger leisten. Für das eingesparte Geld könnten die 11 Trainer für den Nachwuchs sicher weiterbeschäftigt werden.
22.06.2012 – Diesel Fahren kann tödlich sein
Nun haben die Forscher endlich nachgewiesen, was schon lange vermutet wurde: Dieselabgase sind krebserregend. Die Weltgesundheitsorganisation stuft diese in die gleiche Kategorie ein wie etwa Asbest oder Senfgas und vergleicht das Einatmen von Dieselabgasen mit Passivrauchen. Und nun? Die Verwendung von Asbest wurde damals verboten. Bei Arbeiten mit Asbeststaub sind Atemschutzmasken vorgeschrieben. Und wer asbesthaltigen Müll zu entsorgen hat wird zur Kasse gebeten. Und zum Schutz vor Zigarettenrauch wurden umfangreiche Rauchverbote erlassen. Der Verdacht, dass Dieselruß die gleiche Wirkung hat, bestand übrigens schon seit 25 Jahren, und es wurden damals schon weitere Untersuchungen angemahnt. Doch inzwischen kam der Dieselboom, und heute werden jährlich mehr Dieselfahrzeuge zugelassen als andere. Was wäre, wenn man schon 1990 von der Gefährlichkeit gewusst hätte? Und konsequenterweise Diesel – genau wie Asbest – verboten hätte? Jetzt heißt das Zauberwort Rußpartikelfilter, und man verharmlost die Gefahr – natürlich. Wer will schließlich gegen die Autolobby vorgehen? Autos sind ja keine Glühbirnen. Im Gegenteil, Mercedes Benz wirbt für seinen 85000 Euro teuren Geländewagen der G-Klasse mit 3l – Dieselmotor, der 11,2l / 100km verbraucht und 295g CO2 ausstößt, mit dem Slogan „BlueTec“!
Das ist ungefähr so, als würde man für eine Filterzigarette werben: „Der Genuss dieser Zigarette fördert ihre Gesundheit“. Stattdessen sollte an den Dieselwagen in großes Schild angebracht werden: „Der Betrieb dieses Fahrzeuges kann tödlich sein“.
13.06.2012 - Schwanensee und Abgesang
Limbacher Vogelkundler wundern sich in einem Artikel darüber, dass das Schwanenpaar im Stadtpark nur noch ein Junges hat. Für den Rückgang der Schwäne machen sie freilaufende Hunde und böse Menschen, die Eier mit Nadeln anstechen, verantwortlich. Natürlich, da hat man wenigstens ein Feindbild, das man pflegen kann. Als ich vor 12 Jahren nach Pleißa kam, faszinierte mich die Landschaft an den Limbacher Teichen. Unzählige Wasservögel, z.B. Blässhühner und natürlich Höckerschwäne, besiedelten die Gewässer. Das Land zwischen Pleißa und dem Teichgbiet war großenteils Grünland. Es gab neben Rehen einen Dachs- und einen Hermelinbau, und Feldhasen.
Auf einem kleinen Weiher am Waldrand brütete auch damals mehrere Jahre ein Schwanenpaar. Und dann war plötzlich – wir trauten unseren Augen nicht – der Teich abgelassen, das Schwanenpaar verschwunden. 2 Jahre später auch einer der größeren Mühlenteiche, auf dem bis dato Enten, Blässhühner und zeitweise 2 Schwanenfamilien sich tummelten. Der Teich lag das ganze Jahr trocken. Eine Nachricht an den Nabu, in der ich meine Besorgnis ausdrückte, blieb unbeantwortet. Die Genossenschaft Sachsenland begann, die Flächen bis unmittelbar an die Grenzen des Schutzgebietes intensiv als Ackerland zu nutzen. Und das sind keine Biobauern! Mehrmals im Jahr fahren schwere Maschinen und spritzen Herbizide und Pestizide. Die Feldhasen, Dachse und das Hermelin sind verschwunden, und die Zahl der Wasservögel hat abgenommen, auch die Möwen und Graureiher, die als Gäste vorbeikommen, sieht man seltener. Nein, es sind nicht die bösen Hundehalter, die Schuld haben, wenn unsere Natur zerstört wird. Mein Hund ist auf den Streifzügen durch das Teichgebiet immer dabei. Über Schilder wie: „Wildtiere haben Angst –bitte Hunde anleinen“ kann ich nur traurig lächeln. Feinde gehören seit Jahrmillionen zum Tierreich. In einer gesunden Natur kann ein Raubtier keinen Schaden anrichten. Aber wir zerstören die Natur und glauben dann die Wildtiere beschützen zu müssen, damit wenigstens ein paar übrigbleiben. Und da passt der Hundehalter ins Feindbild. Was, wenn die Wölfe auch zu uns zurückkehren?
16.04.2012– was gesagt werden muss
hat endlich einer gesagt. Mich deucht, dass alles, was er gesagt hat, nackte Tatsachen sind. Deshalb komme ich nicht umhin,mich dem Gesagten anzuschließen. Wir behaupten, der Iran habe oder baue die Atombombe, wie wir es vorher von seinem Nachbar behauptet hatten. Nach hunderttausenden Toten wurde damals nichts gefunden. Doch alleine die Behauptung reicht aus, uns das Recht für einen Angriff einzuräumen. Mit welchem Recht? Sind wir immer noch die Herrenrasse? Ob die USA oder Israel, was macht das für einen Unterschied? Israel hat ebenso die Atombombe, und wir wissen es. Und keiner kommt auf die Idee dort einzumarschieren. Doch kaum äußert einer seine Bedenken, Israel könne ein großes Unrecht begehen, an dem wir mitschuldig werden, wird er als „Antisemit“ beschimpft. Weil wir, die wir die Juden umbrachten, nun meinen, als Entschädigung dafür Israel dabei helfen zu müssen, Moslems umzubringen? Natürlich hat der, der es gesagt hat, dies vorhergesehen. Eines aber muss ich uns zu Gute halten: eigentlich sind es nicht mehr wir, die israelische Kriegstreiberei hofieren. Das sind nur einzelneSchreihälse. Denn die Mehrzahl aller Kommentare erklärte das Gedicht für richtig, und das gibt mir Hoffnung, dass wir doch etwas aus der Geschichte gelernt haben.
27.03.2012 - Sachsen macht Schule
ist der Slogan des Sächsischen Kultusministeriums seit einigen Jahren. Und in den Pisa - Vergleichen schneidet Sachsen tatsächlich so schlecht nicht ab. Und das scheint für den Onkel Stanislaus Grund genug zu sein, die Daumenschrauben fester zu drehen. Nachdem (Ex-) Minister Wöller versucht hat, die größten Löcher zu stopfen und ein paar Lehrer einzustellen, hat er das Personalthema zur Chefsache gemacht - alle Einstellungen nur über seinen Tisch - also keine mehr! Denn Sachsen will nicht nur Schule machen, sondern vor allem sparen, sparen, sparen. Man will es allen beweisen: Gute Schule geht auch trotz Einsparungen! Und deshalb bestimmt der Finanzminister, was Bildung uns Wert sein darf. Und für seine Initiative hat Wöller die Peitsche unseres sorbischen Reitlehrers zu spüren bekommen: er solle ein Konzept vorlegen, wie der Lehrermangel ohne Neueinstellungen zu lösen sei. Leider hatte der Wöller keinen Bock, Rapunzels Namen zu erraten und ist zurückgetreten. Seit fast einer Woche ist nun die eiserne Brunhild an seiner Stelle - und hat angekündigt, den Lehrerbedarf bei Sachsens Hauptbuchhalter einzuklagen.
Übrigens, um auf Pisa zurückzukommen: Nein, es sind nicht nur fehlende Migrantenkinder, die uns so gut da stehen lassen. Es ist auch eine rigorose Abschiebepolitik von förderbedürftigen Kindern. Wer den Durchschnitt senkt oder Probleme macht wird abgeschoben. Integrative Förderung ist in Sachsen ein Fremdwort. Autisten sind verhaltensgestört und gehören nicht unter "normale". Die Freistaaten, die in Pisa führen, sind die einzigen, in denen es zum Thema Autismus noch kein Material der Schulbehörden zu diesem Thema gibt.
01.03.2012 – Gleiches Recht für alle?
Ich kenne eine Diplom-Wirtschaftsingenieurin, die wurde vor Jahren von ihrem Chef so gemobbt, dass sie mit schweren Depressionen und einem Gutachten, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben könne, in die Arbeitslosigkeit entlassen wurde. Die Rentenversicherung hat eine Rente wegen Erwerbsminderung abgelehnt. Erst nach 3jährigem Rechtsstreit hat sie endlich Gerechtigkeit erfahren und eine Rente von 900 € zugesprochen bekommen. Da sie von irgendetwas leben musste, ist sie in der Zwischenzeit Putzen gegangen. Die paar zuverdienten Kröten werden jetzt auf die Rente angerechnet.
Ich kenne einen Ex-Bundespräsidenten, der war wegen ungezügelter Vorteilsnahme so untragbar, dass gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet wurde und er zurücktreten musste. Der bekommt jetzt einen „Ehrensold“ von 199000 € im Jahr, lebenslang. Dies hat sein eigenes Amt, geführt von Hr. Hagebölling, einem langjährigen Vertrauten, kurzerhand beschlossen. Rechtsmittel dagegen sind ausgeschlossen. Obwohl der Mann mit 52 im besten Alter steht, wurde u.a.begründet, dass es schwer sei, für einen Ex-Bundespräsidenten eine neue Beschäftigung zu finden. Na ja, beim Putzen spielt Qualifikation wohl keine Rolle. Und auch wenn er keine Arbeit mehr findet steht ihm noch ein Büro samt Personal, Dienstwagen und Chauffeur zu. Wahrscheinlich, um Bewerbungen zu schreiben.
Ja, so wird Herr Wulff vom Steuerzahler fürs Nichtstun mit etwa 10 Millionen € ausgestattet. Und sollte er wider Erwarten doch noch ein Gnadenbrot als Vorstandsvorsitzender in der Privatwirtschaft bekommen, wird das natürlich nicht angerechnet!
18.02.2012 - Es kann nur eine geben
Nun ist er weg. Ein wenig gekränkt übe das undankbare Volk, dass ihm keine Gelegenheit geben wollte, sein Amt gut auszuführen. Ich weine ihm keine Träne nach. Doch wer soll sich jetzt in das verschmutzte Nest setzen? Kein Minister, sagt die Opposition. Dabei hätte man mit der Ursula vielleicht einen guten Kompromiss nach vorne schieben können? Andere haben schon abgesagt. Also doch der Gauck? Damit könnten vielleicht alle leben, aber unser armes Murkel - sollte Sie doch vor 2 Jahren so falsch gelegen haben? Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Viele Bürger fragen ja: brauchen wir denn so einen? Wo wir den doch bezahlen müssen? Nun, da kann ich beruhigen: Auch wenn das Amt abgeschafft würde gäbe es keine Steuererleichterungen. Das Geld würde anderswo sinnlos verbrannt. Dann doch lieber den Schlämmer oder den Jauch! Übrigens habe ich meine eigene Theorie: schuld an der Misere ist Blaise Compaore. Kennen Sie nicht? Nun, das ist der Präsident von Burkina Faso. Den wollte Wulff nämlich nächste Woche besuchen. Ja und? Passt mal auf: im Juni 2010 wollte der damalige Horst Köhler dieses Land besuchen. Eine Woche vorher trat er zurück! Kann das Zufall sein?
Und da kommen wir zum entscheidenden Detail: Innerhalb einer Wahlperiode hat unsere Kandisbunzlerin 2 Präsidenten verschlissen. Auch das kann doch kein Zufall sein! Ich glaube einfach, dass hier Angies Motto erhört wurde: es kann keinen neben mir geben. Deshalb würde es mich nicht wundern, wenn in Zukunft das Amt des Präsidenten und der Kanzlerin in Personalunion wahrgenommen wird!
13.02.2012 - Eiszeit
Jetzt beginnen in Sachsen die Winterferien. Dank der lang anhaltenden Eiszeit sind viele Seen und Teiche zugefroren. Als wir Kinder waren, tobten da die Eishockeykämpfe, und manch einer versuchte sich am Axel. Heute sind die Eisflächen verwaist. Schilder und Satzungen warnen: das Betreten von Eisflächen ist streng untersagt. Was also ist heute anders als vor 40 Jahren? Liegt das an den Eigenschaften des Eises? Oder der Eltern? Natürlich, im schlimmsten Fall kann man auf dem Eis einbrechen, was meist ziemlich unangenehm ist. Früher hätte es da Schimpfe von den Eltern gegeben. Heute gibt es eine Klage gegen die Gemeinde, deshalb ist das so. Aber wieso soll die Gesellschaft gerade stehen, wenn einzelne sich in Gefahr begeben? Wenn man Eisflächen sperrt, weil da "etwas passieren" kann, ja, sogar im Extremfall mit schlimmen Folgen, wieso sperrt man dann keine Skipisten? Oder Badestrände? Oder gar die Autobahn? Überall können schlimme Dinge passieren, vor denen der Einzelne nicht geschützt werden kann. Nur beim Eis meint man, den Spaß verderben zu müssen. Dabei heißt es doch so schön: no risk no fun!
29.01.2012 – Wir schützen die Verfassung
doch vor wem? Das heraus zu finden ist Aufgabe einer auf Bundes- als auchLänderebene agierenden Organisation: dem Verfassungsschutz. Neulich habe ich ein Referat zum Thema Wirtschaftsspionage gehört, in der Reihe „Informationssicherheit“ einer großen deutschen, aber global agierenden Bank mit angeschlossenem Elektroladen. Der Herr Referent vom sächsischen Verfassungsschutz wollte uns erklären, wie gefährlich chinesische Wirtschaftsspionage ist. Da haben die Schützer tatsächlich in einer Delegation einen Verdächtigen identifiziert der heimlich Fotos von der Betriebseinrichtung gemacht hat! Ja, da habe ich doch gelacht, und wahrscheinlich auch unser ebenfalls anwesender Gast aus China, der gerade von uns angelernt wird, damit in Kürze die Produktion und die Qualitätskontrolle in China auf dem gleichen Niveau läuft wie hier. Ja, wir bringen ihm (auf Wunsch des Konzernvorstandes) alle unsere Geheimnisse bei. Denn es kann nicht sein,dass die Welt glaubt, Produkte aus China seien billig, aber von minderer Qualität. Wir als deutscher, aber global agierender Konzern, müssen natürlich darum besorgt sein, dass in Zukunft Produkte aus China nicht nur billig, sondern auch von hoher Qualität sind.
Mal nebenbei: der Verfassungsschutz überwacht Personen wie etwa Herrn Gysi und alle 27 Abgeordneten der Linken. Man hat ernsthaft Angst – ja, ernsthaft! , dass Herr Gysi unsere Kandisbunzlerin wegputscht und den Arbeiter- und Bauernstaat ausruft. Bei braunen Mördern hingegen rührt man nur in Scheiße. Deshalb schlage ich vor, dieses schwarze Steuerloch entweder ganz abzuschaffenoder die Männer auf die Löschers, Zetsches, Hiesingers anzusetzen, die bewusst um des Profites Willen deutsches Know how nach China schmuggeln.
05.01.2012 – Von Schweinen und Moral
Also dass dem Wulff nicht die Rolle des ersten – und damit, so hätte man es im Mittelalter formuliert, edelsten Mannes im Staat gehört ist wohl klar. Oder doch nicht? Er hat doch keine Straftat begangen, schreiben einige Leser der Freien Presse. Er hat doch nur gemacht was jeder „gute“ Deutsche auch gemacht hätte: wenn er gute Konditionen bekommt wäre er doch dumm die nicht anzunehmen, schreiben andere. Ja, so ist es um die Moral der Deutschen bestellt. Man ist zufrieden, dass er kein Krimineller ist! Alles andere sei Rufmord. Und natürlich, wenn einer gerade in einer Rede die Pressefreiheit als heiliges Gut lobt, um darauf die Veröffentlichung eines Artikels zu verhindern, und sich immer mehr in Lügen verstrickt – joa mei, woasis doa schoa doabei. Klar, wenn den Ersten des Staates der eigene Vorteil wichtiger ist als das Gemeinwohl, kann das Volk nicht anders denken. Da fällt mir nur noch das Lied der Prinzenein: Du musst ein Schwein sein. Vielleicht wäre Herr Krumbiegel ein besserer Präsident.
20.12.2011 – Eliten und das wahre Leben
„Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“ Mit diesen Worten forderte einst Christian Wulff den Rücktritt von Johannes Rau, dem vorgeworfen wurde, sich Privatflüge von derWest-LB finanziert zu haben. Rau blieb dank seines damaligen Anwalts Gernot Lehr im Amt. Wie sich die Geschichte wiederholt!. Nun wird Wulffs Rücktrittgefordert. Noch vor kurzem hatte dieser in mehreren Reden seine Sicht auf die Eliten des Landes – zu denen er sich selbstredend auch zählt – dargestellt: "Wer sich zur Elite zählt, zu den Verantwortungs- und Entscheidungsträgern, und sich seinerseits in eine eigene abgehobene Parallelwelt verabschiedet auch der wendet sich von dieser Gesellschaft ab.“Und das ist das Problem in Deutschland. Vorteilsnahme im Amt ist keine Randerscheinung, sondern bei unseren Eliten – allen voran den Politikern – an der Tagungsordnung. Unsere Eliten haben sich längst in eine Parallelwelt verabschiedet, so sieht es jedenfalls der Bürger auf der Straße. Deshalb wird Wulff wohl im Amt bleiben, auch mit Hilfe seines Anwalts Gernot Lehr. Es sei denn, seine First Lady Bettina bringt ihn zu Fall, eine ganz schlimme womöglich gar Ex-Prostituierte, die wohl daran schuld sein muss, dass der Saubermann den Anfechtungen aus dem wirklichen Leben nicht widerstehen konnte.
21.11.2011 - Des Wodkas reinste Krone
Da wollte wohl jemand das schnelle Geld machen. Schaut man auf die Website http://bearcrown.de, so heißt es dort: "Seit der Gründung im Jahr 2009 hat sich der Erfolg der Bärenkrone weit über den Erwartungen gesetzt. Dieser Erfolg ist unser Qualität zu verdanken eben rein und Pur wie die Natur." Nun, so schlecht wie das Schnapsmachen beherrscht man auch die deutsche Sprache. "Aber Gleiches finden Sie nicht, deshalb warten Sie zu lange!" heißt es da beim Bewundern der eigenen Qualität. Doch die Zeit seit der Fimengründung hat vor lauter Erfolg nicht ausgereicht, das Impressum fertig zu schreiben, so dass sich die Besitzverhältnisse der Bärenkrone GmbH & Co KG nicht nachvollziehen lassen. Eigentümer und damit Edelpanscher ist eine Verwaltungs GmbH, und es würde mich nicht wundern wenn deren Wurzeln nach Russland reichen. Ob auch das Destillat da her kommt bleibt leider ungewiss. "Probieren Sie eines unser Proukte, Sie werden nie wieder etwas anderes genießen wollen!". Klar, wenn man an Methanolvergiftung getorben ist...
13.10.2011 – Je leerer die Taschen, desto leichter wirft man mit Millionen
Nein, es geht nicht um den Rettungsschirm! Da blubbern genug selbsternannte Experten in allen Medien herum, da halte ich mich raus. Nein, es ist die kommunale Misswirtschaft in meiner Heimatstadt, die mir wieder mal sauer aufstößt. Der Fußball ist drittklassig, aber für die Stadträte im CFC-Trikot ist es wie das Nirwana. Also muss ein neues Stadion her! Natürlich, der Haushalt gibt das nicht her. Und Frau OBLudwig, von der in den letzten 5 Jahren ungefähr so viele gescheite Ideen für ihre – unsere Stadt kamen wie vom Gartenzwerg mit Schubkarre in Nachbars Garten, verkündet: Yes we can! Lange habe ich drauf gewartet, dass ein deutscher Politiker sagt: wir schaffen das! Aber ich hatte dabei immer an die wichtigen Dinge gedacht: Kinder, Bildung, Energie, Umwelt. Nicht an Fußball. In Chemnitz fehlt es an 5000€ für ein Box- Turnier, an 20000€ für die Überdachung der Eisschnelllaufbahn, die Radrennbahn ist nur notdürftig geflickt, im Sportforum, einer historisch wertvolle Sportanlage, die auch als Fußball-stadion dient, sind von einst 60000 Zuschauerplätzen noch 6000 nutzbar, den Rest zerfrisst der Wildwuchs. Laut einer Studie der TU fehlen 7 Sporthallen vor allem für den Schulsport, und viele Vereine sind in 50 Jahre alten marodenBaracken aktiv – wenn die in den dunklen „sozialistischen“ Zeiten nicht gebaut worden wären, gäbe es heute nichts!
Es fehlt auch Geld für den Tierpark, für den Botanischen Garten mit dem Schulbiologiezentrum, für die Brunnen und Wasserspiele der Stadt. Noch im Frühjahr hieß es, dass in den nächsten 3 Jahren 176 Millionen fehlen werden. Aber die Finanzierung ist einfach: das Stadion für 25 Millionen lassen wir vom VEB Gebäudewirtschaft, pardon der kommunale Grundstücks- und Gebäudegesellschaft bauen, weil die Stadt selber das Geld nicht hat, und dafür zahlt die Stadt dann 40 Millionen an Miete. Ein Super-Modell, finde ich! Klar, die Mieter der GGG, die auf den Austausch ihrer 40 Jahre alten morschen Fenster im Plattenbau warten, warten eben etwaslänger. Und die Vereine, die auf ein paar Almosen für ihre Sportstätten warten, können aufatmen: In 20 Jahren wird der Mietvertrag mit dem Stadion auslaufen,dann ist vielleicht jede Menge Kohle übrig.
Und nun trauen sich die Piraten doch, den Beschluss anzufechten, weil ein paar Abgeordnete doch im Aufsichtsrat oder Vorstand des Clubs sind und im CFC Trikot abgestimmt haben. Da hat Ritter Runkel, unser Rechtsbürgermeister, eine klare Meinung: Von einem Interessenkonflikt könne keine Rede sein. Na dann hoffen wir. dass unser Fußball nicht gleich wieder viert- oder fünft-klassig wird. Und dass das Murkel endlich alle Banken zu einer Pflichtabgabe für den Rettungsschirm verpflichtet.
17.08.2011 - Der EU Rettungsschirm
Heute mal kein Beitrag von mir, aber er ist dafür zu schön...
Es ist ein trüber Tag auf Rhodos. Es regnet und alle Straßen sind wie leergefegt. Die Zeiten sind schlecht, jeder hat Schulden und alle leben auf Pump. An diesem Tag fährt ein reicher deutscher Urlauber durch Rhodos und hält bei einem kleinen Hotel. Er sagt dem Eigentümer, dass er sich gerne die Zimmer anschauen möchte, um vielleicht eines für eine Übernachtung
zu mieten und legt als Kaution einen 100 Euro Schein auf den Tresen.
Der Eigentümer gibt ihm einige Schlüssel.
1. Als der Besucher die Treppe hinauf ist, nimmt der Hotelier den
Geldschein, rennt zu seinem Nachbarn, dem Metzger und bezahlt seine
Schulden.
2. Der Metzger nimmt die 100 Euro, läuft die Straße runter und bezahlt den
Bauern.
3. Der Bauer nimmt die 100 Euro und bezahlt seine Rechnung beim
Genossenschaftslager.
4. Der Mann dort nimmt den 100 Euro Schein, rennt zur Kneipe und bezahlt
seine Getränkerechnung.
5. Der Wirt schiebt den Schein zu einer an der Theke sitzenden
Prostituierten, die auch harte Zeiten hinter sich hat und dem Wirt
einige Gefälligkeiten auf Kredit gegeben hatte.
6. Die Hure rennt zum Hotel und bezahlt ihre ausstehende Zimmerrechnung mit
den 100 Euro.
7. Der Hotelier legt den Schein wieder zurück auf den Tresen.
In diesem Moment kommt der Reisende die Treppe herunter, nimmt seinen
Geldschein und meint, dass ihm keines der Zimmer gefällt und er verlässt
Rhodos.
Niemand produzierte etwas.
Niemand verdiente etwas.
Alle Beteiligten sind ihre Schulden los und schauen mit großem
Optimismus in die Zukunft.
27.03.2011 - Hurra, hurra, der Dämpfer ist nun endlich da!
Erst die NRW Wahl 2010: CDU verliert 10% und ist auf SPD-Niveau. Dann gewinnt in Hamburg die SPD 15% hinzu, die CDU verliert 20%. In Sachsen-Anhalt ziehen die Grünen in den Landtag ein, die FDP fliegt raus. In Rheinland – Pfalz ziehen die Grünen mit Trara in den Landtag und eine rot-grüne Koalition lässt die CDU sich schwarz ärgern, weil die Gelben rausfliegen. Und in der CDU-Hochburg Baden-Württemberg passiert der wahlpolitische Super-Gau: Grün-Rot lässt Schwarz-Gelb zum ersten mal seit 58 Jahren alt aussehen. Wie hat Murkel gestern noch die Situation zu retten versucht: „Auch ohne Wahlkampf gebieten die Ereignisse in Japan ein Innehalten, das ist eine Frage des gesunden Menschenverstands!“ Wie wär es denn, letzteren mal bisschen öfter zu gebrauchen? Zum Beispiel, bevor man der Energielobby die Laufzeitverlängerung zum Präsent macht? Lange wird die Denkphase wohl auch nicht anhalten, und man wird den dummerweise im falschen Moment die falschen Signale setzenden Tsunami als Schuldigen identifiziert haben.
Vor einem habe ich aber trotz der ermutigenden Ergebnisse Angst: 2002 ließ ein gewisser Herr Trittin, seines Zeichens grüner Umweltminister (der sich in den letzten Tagen gern in vorderster Front zeigte), den Bericht des AKEnd (Arbeitskreis Endlagerung), den Experten in seinem Auftrag mit einem Budget von 2 Millionen erstellt hatten, in der Schublade verschwinden. Die Politik hatte sich mit der Atomlobby schon auf Gorleben geeinigt, und Trittin wollte keine Unruhe. Wann werden unsere Umweltbewahrer diesmal umfallen?
13.03.2011 Kein SuperGAU, solange Murkel uns beschützt!
10 Uhr 10: „Ich werde mir vorbehalten, weitere Abstimmungen mit den Fraktionen zu führen“. ??? Das war die Schlusssentenz einer Pressekonferenz der Kanzlerin zum SuperGAU in Japan. Alles klar? In höchster Vollendung präsentiert sie uns das, was sie wohl als einziges beherrscht: Reden ohne etwas zu sagen. Vermutlich wird sie den Fraktionen wieder mal unter die Nase reiben, dass unser Geschick in den Händen der Energieriesen liegt. Unsere Atommeiler sind sicher, das will uns die Regierung immer noch glauben machen. Hey, waren die Japaner Stümper? Sie wussten, dass Erdbeben auftreten können, und haben viel in Sicherheitstechnik investiert und an diesen Themen in einem Maße geforscht, wovon wir nur träumen. Und trotzdem ist es passiert, auch wenn man es zur derzeitigen Stunde immer noch nicht offiziell zugibt. Eine Kernschmelze kann nicht rückgängig gemacht werden. Und genau da liegt das Problem: Unsere Sicherheitstechnik ist nur in der Lage, eine Reihe von Faktoren zu beherrschen, die zu einer Kernschmelze führen können, und deren Folgen zu mindern. Mehr nicht. Leider reicht die Palette von Naturkatastrophen bis zu menschlichem Versagen, und es ist niemals auszuschließen, dass Umstände eintreten, die eben doch das Unwahrscheinliche zur Realität werden lassen, siehe Tschernobyl und jetzt Fukushima. Und solange es keine Technologie gibt, diese Kernschmelze prinzipiell zu vermeiden, so lange gibt es keine Sicherheit. Unsere Kandisbunzlerin behauptet, Physikerin zu sein. Doch bei so viel Murks glaube ich, dass sie ihre Diplomarbeit auch bloß abgeschrieben hat.
07.03.2011 – Deutschland vermisst den Superstar
Wir wollen unsren Gutti wieder – so ist offenbar die mehrheitliche Meinung der Deutschen, wenn man manchen Medien glaubt. Und das schlimme ist, dass es vermutlich auch noch stimmt. Ja, wir wollen Politiker, die lügen und betrügen. Und warum? Weil wir sowieso nicht an ehrliche Politiker glauben. Banker betrügen, Manager betrügen, Anwälte betrügen, Politiker betrügen, und keinem passiert etwas! – ist doch eine super Legitimation für den kleinen Bürger: natürlich darf er auch betrügen. Nur: die Kassiererin, die 30 Cent unterschlägt, wird entlassen. Herr zu Guttenberg, der sich einen Doktortitel erschleicht, wird gebettelt, doch zu bleiben. Doch er ist ein Mann! Er steht zu seinem Fehler (nicht gleich, aber zumindest als nichts mehr zu retten ist) und nimmt seinen Hut. Was für ein harter Hund! Und einen Job hat er gemacht – wie kein Minister je zuvor. Gut, dass da im Kundus einiges schief ging, dass besoffene Ausbilder auf dem Vorzeigeschiff der Nation Kadetten in den Tod treiben, das kann man ihm nicht anlasten. Er hat ja auch immer gleich die Konsequenzen gezogen. Doch langsam drängt sich mir der Verdacht auf, dass auch dieser Rücktritt einer seiner gut inszenierten Auftritte ist, die einzig dem Ziel dienen, mit noch mehr Glanz ins Licht der Politik zurückzukehren, gefeiert vom Publikum, dass endlich seinen gegelten, lächelnden Superstar zurückhat. Und den nächsten Kanzler wählen wir bei RTL, mit Bohlens Gnade.
14.02.2011 – Hochbezahlt und überflüssig
Wusstet Ihr, dass laut einer Studie die meisten Abgeordneten von Bundes- und Landtagen glauben, dass sie in diesem Staat keine Macht für gesellschaftliche Veränderungen hätten? Besonders im rechten Lager ist dieses Gefühl der Machtlosigkeit ausgeprägt: Nur etwa jeder 8. FDP- und jeder 4. CDU-Politiker glaubt, etwas bewegen zu können. Etwas optimistischer ist man im linken Lager: immerhin jeder dritte Grüne und jeder zweite Linke oder SPDler glaubt noch an das System der „repräsentativen Demokratie“, in dem die Bürger die Volksvertreter beauftragen, ihre Interessen wahrzunehmen. Diese Studie zeigt in erschreckender Weise, dass das parlamentarische System ein Auslaufmodell ist, sind doch die Abgeordneten offenbar nur noch Teil einer Abstimmungmaschinerie, die von Fraktionszwängen geprägt sind, hinter denen die Lobbyisten einiger weniger „Spitzenpolitiker“ stehen. Im Umkehrschluss könnte man nun meinen, bis zu 85% der Politiker fühlen sich demzufolge nutzlos. Wer also macht unsere Politik? Mit Ihrer Einschätzung, selber keinen Einfluss zu haben, mögen viele ja Recht haben, aber dass sie stattdessen meinen, das Volk selbst hätte mehr Macht, ist ja wohl ein Irrglaube. Zumindest in Deutschland, wo das Volk macht- und (meist) tatenlos zusieht, wie es über den Tisch gezogen wird. In einem aber sind sich alle Abgeordneten wohl einig: wenigstens die Macht, ihre Diäten selber zu bestimmen, lassen sie sich nicht nehmen! Somit sind die Diäten eine Luxusform von Sozialhilfe: Menschen, die für unsere Gesellschaft so unnütz sind wie ein Kropf, bekommen dafür eine exorbitante Beihilfe. Statt der vielen teuren Abgeordnetenhäuser sollte man deshalb einfach einen Computer aufstellen. Jeder Parteivorsitzende hat dann einfach eine Stimme, und der Computer berechnet das Abstimmungsergebnis anhand der Stimmverteilung bei der letzten Wahl. Das würde unseren Haushalt um Milliarden entlasten, das Ergebnis würde stets die Gunst der Wähler widerspiegeln, die jeweilige Meinung der Parteien wäre viel transparenter, und das Volk könnte sich die vielen Lügen, Ausreden und leeres Geschwafel seiner Vertreter ersparen.
21.01.2011 - ohne Worte
Tut mir echt leid, dass ich die Freunde dieser Kolumne erst mal enttäuschen muss, die da auf neue Beiträge warten. Wie schon im März angekündigt, muss ich diese Beiträge vorübergehend einstellen oder größere Pausen lassen. Dafür habe ich einen Tipp, der sicher mehr als nur eine Entschädigung ist. Unter dem Motto "politplatschquatsch. Wir sprechen verschiedene Sprachen, meinen aber etwas völlig anderes" gibt es Interessantes auf www.ppq.be zu lesen! Ich hoffe dennoch, dass ihr auch unserer Seite treu bleibt.
30.08.2010 – Kopftuchträger, Brillenträger und ein neuer Messias?
Auch wenn ich mich unbeliebt mache: der Sarrazin-Kult macht mir inzwischen Angst! Im Namen der Meinungsfreiheit darf man hier wieder rassistische Thesen verbreiten und wird dann noch bedauert, weil sich Journalisten, Künstler und andere Intellektuelle, aber auch mehr oder weniger intelligente Politiker gegen diese pseudowissenschaftlichen Thesen wenden. Meinungsfreiheit bedeutet doch nicht, dass einer, dem braune Brühe aus dem Mund sabbert, dafür bejubelt werden muss, sondern es bedeutet bloß, dass er dafür nicht eingesperrt wird. Von Berufsverbot ist die Rede, weil sich die Bundesbank, die einen internationalen Ruf zu bewahren hat, sich von ihm trennen will. Habt ihr vergessen wie das war in der DDR, als Bands nicht mehr auftreten und Schriftsteller keine Bücher mehr veröffentlichen durften? Dieser Retter der Nation darf sich überlall als Manager bewerben, ungestraft seine Bücher präsentieren, und bekommt noch Polizeischutz, während dieselbe Polizei jammert, dass sie keine Leute hat um den rumänischen, russischen oder litauischen Mafiabanden das Handwerk zu legen. Ja natürlich, die hätte ich auch lieber draußen! Aber nicht, weil sie einer minderintelligenten Rasse angehören, sondern weil Kriminelle – egal welcher Herkunft – nicht von einer verweichlichten deutschen Justiz beschützt werden müssen, einer Justiz, welche Täter oft genug zu Opfern stilisiert. Nein, nicht die Muslime sind schuld, sondern die Freiheit, die neben der Meinungsfreiheit auch die Freiheit kriminell zu sein einschließt. Was wäre, wenn der Lehrer in der Schule oder der Polizist auf der Straße wieder mehr Respekt erwarten dürfte? Die Probleme sind hausgemacht, doch Sarrazin macht Ausländer, vor allem Muslime, und Hartz-IV-Empfänger zu den Sündenböcken und schafft ein Ventil, welches von der eigenen Unfähigkeit der deutschen Politik ablenkt. Und Hartz-IV-Empfänger machen die Ausländer zu Schuldigen und jubeln über diesen dem Volk ach so aus der Seele sprechenden Bänker, der sich wahrscheinlich totlacht ob des Geldes, dass seine populistische Suppe einbringt. Leider haben die meisten Hartz-IV-Empfänger überlesen, dass dieser Edle aus der Oberschicht ihnen die Heizung abstellen will und Gutscheine für Pullover ausgeben will. Hey, wollt ihr das wirklich? Und viele Jubler haben auch nicht begriffen, dass es dieser Intelligenzkasper auf Menschen mit geringer Bildung abgesehen hat. Die meisten Jubelkommentare, die ich in Blogs und Foren gelesen habe, strotzen nur so von miesem Deutsch – man könnte meinen, es seien genau die Ausländer, denen der ganze Hass des Sarrazin (klingt irgendwie arabisch – oder?) gilt, die hier jubeln. Aber irgendwie hat dieser geistige Überflieger der Nation auch dafür eine Erklärung, dass inzwischen auch ein großer Teil der deutschen Jugend meint, Frankfurt am Main liege am Rhein. Die Unterschicht wird natürlich türkisch kontaminiert. Und dieser Bewahrer deutschen Erbgutes beklagt auch noch die Geburtenrate in der türkischen Bevölkerung als Grund allen Übels. Doch he, wer soll denn den Staat Deutschland erhalten, wenn die deutsche Nation ausstirbt? Sarrazin macht uns glauben, dass wir Deutschen wegen der Ausländer aussterben. Doch das ist falsch. Ohne Ausländer werden wir bald ein Volk von Pflegebedürftigen sein, denen niemand mehr das Bett sauber macht. Denn es sind wir selbst, die wir vor lauter Gejammere (wir Deutschen sind bloß noch die fünftreichste Nation der Erde, da kann ich mir Kinder einfach nicht mehr leisten!), vergessen, unser Überleben zu sichern. Seit Menschengedenken blühten Kulturen auf und verschwanden. Wieso sollten wir die Unendlichkeit gepachtet haben? Früher hat man versucht, mit Waffen das Überleben der Nationen zu sichern, zuletzt vor etwa 75 Jahren. Wollen wir das wieder? Oder akzeptieren wir lieber, dass heute nationale Abstammung nicht mehr wichtig ist, so lange wir glücklich und in Freiheit leben können? Eigentlich hat Sarrazin nur eines erreicht: man spricht über ihn, nicht über die Probleme und die Unfähigkeit unserer Politik. Sarrazin hat recht, jubeln alle, sogar die NPD im sächsischen Landtag, was beweist wes Geistes Kind er ist. Dabei hat er bloß eines gemacht, den Finger in eine Wunde gelegt. Er schlachtet seine Popularität aus, und die Inhalte werden zur Nebensache.
Also, husch in die Heia, und an einem neuen blonden Brillenträger gearbeitet!
14.05.10 – durch Geld wird man nicht klüger, besonders als Politiker
Unser sorbisches Pflänzchen Stanislaw Tillich, schweigsamer Ministerpräsident von unseren Gnaden, hat in den letzten Tagen tatsächlich ungefähr drei mal den Mund aufgemacht und dabei seine Eingebungen vom Baume der Erkenntnis der Öffentlichkeit präsentiert. Die erste These: „Mehr Geld macht nicht klüger“. Ja, richtig gehört, er fordert den Verzicht auf geplante Mehrausgaben für Bildung. Das Ziel, 10% des Bruttoinlandprodukts in Bildung und Forschung zu investieren, habe seine Bedeutung verloren, denn es trägt nicht zu besserer Bildung bei, postuliert er und erklärt sich solidarisch mit dem hessischen Dumpfschädel Koch. Doch das ist nicht alles, These Nummer 2: „Die Rente mit 67 ist unverzichtbar“. Schließlich gebe es ja viele Menschen, die selbst mit 80 noch arbeiten, wie etwa der letzte Sachsenkönig Kurt. Klar, bei der kleinen Rente muss man sich ja noch was dazuverdienen.
Und nicht zuletzt These 3: „Wir brauchen keinen Mindestlohn“. Denn der gefährde die sächsischen Betriebe in ihrer Existenz durch die Konkurrenz aus Polen und Tschechien. Lieber Dumpinglöhne und staatliche Aufstockung. Da hätte ich auch ein paar Vorschläge zu machen: Wir gleichen die Einkommen der sächsischen Abgeordneten an die ihrer Nachbarn in Polen an: statt 5445€ sind 2750 völlig ausreichend. Die eingesparten 4 Millionen stecken wir in die Bildung. Doch da die Leute davon nicht klüger werden, wie Herr Tillich beweist, ernennen wir jeden 65jährigen zum Professor und verschaffen ihm einen Job als Berater, damit er nicht in Rente gehen muss.
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