22.12.05 – Die besten Ideen im Ruhestand

Da ist nun auch König Kurt mal wieder in Aktion getreten. Und zwar als Vorsitzender der Kommission „Familie und demographischer Wandel“ der Robert Bosch Stiftung (http://www.bosch-stiftung.de/).

Unter dem Titel „Starke Familie“ wurde ein Bericht vorgelegt, der zeigt, dass in Deutschland trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der Politiker, welche die Familie in den Mittelpunkt der Gesellschaft rücken, die Familie immer noch diskriminiert ist. Die Kommission stellte u.a. folgende Thesen auf:

- Das deutsche Steuer- und Sozialsystem diskriminiert die Familie

- Das Ehegattensplitting muß um das Familiensplitting erweitert werden

- Die Diskriminierung der Familie im geltenden Rentensystem muß beseitigt werden

- Die frühe Gründung von Familien sollte erleichtert werden

- Kündigungsschutz sollte familienfreundlicher gestaltet werden

- Die Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit muß selbstverständlich werden

Ich will aus seinem Bericht nur 2 Passagen zitieren, die zur Beweisführung dienen sollen:

„Familien tragen gegenüber Kinderlosen unverhältnismäßige Belastungen. Die

Kosten der Kinder werden weitgehend von den Eltern aufgebracht. Ihr „Nutzen“

kommt weitgehend der Allgemeinheit und damit auch all jenen zugute, die nicht

in Kinder investiert haben. Die Kosten der Kinder werden privatisiert, ihr späterer

Nutzen wird sozialisiert.“

„Hauptursache der Diskriminierung ist die durch Umlage finanzierte gesetzliche

Rentenversicherung. Sie läßt die Familienleistungen im Rahmen der Alterssicherung

weitgehend unberücksichtigt.“

Abgesehen davon, dass Prof. Biedenkopf noch die alte Rechtschreibung verwendet, ist alldem nichts hinzuzufügen. Nur eines macht mir Kopfzerbrechen: warum kommen Politikern solch klare Einschätzungen der Realität samt Vorschlägen zur Verbesserung erst dann, wenn sie im Ruhestand sind? Oder kennt Ihr einen, der so was während seiner Amtszeit begriffen hätte? Denn dann bräuchte es den Bericht heute nicht mehr.