05.11.05 - „Jahrmarkt der Eitelkeit“

 – in diesem Roman lässt der englische Schriftsteller W.M. Thackeray die Puppen tanzen, und natürlich soll man in den Figuren auf der Bühne den einen oder anderen aus dem wahren Leben wiedererkennen. Mir kam dieser Titel spontan in den Sinn, als ich den Rummel wahrnahm, den die eitlen Possenspiele von Edmund und Münte hervorgebracht hatten.
Erst ist Müntefranz vergnatzt, weil ein paar Dorf-Politiker-Trottel nicht so wollten wie er wollte. Und schon schmeißt er alles hin. Nun, denke ich, vielleicht ist es besser so, statt einen Menschen mit einer derartig ausgeprägten Fähigkeit zur Konfliktbewältigung in höchste Ämter zu berufen. Was, wenn dort auch ständig so reagiert? Und siehe da, Edmund der Große Stoiber, lässt seinen Kumpel nicht hängen. Wenn der Münte nicht mag, mag ich auch nicht mehr, bockt er wie ein Kindergartenjunge. Und dann will Münte doch, wenigstens regieren will er, mit dem Parteikram soll man ihn aber in Ruhe lassen! Und plötzlich steht der Eddie alleine da, aus dem bockigen Junge wird ein dummer Junge, aber die Rolle liegt ihm ja sowieso, er hatte noch nie Probleme mit so mancher Dümmlichkeit, die über seine Lippen kam. Immerhin, im Gegensatz zu Franz bleibt er stur. Sehr zu Freude der einen, hat man doch bei manchem Politiker, vor allem aus der Union, den Stein der Erleichterung plumpsen hören. Und die anderen, die ihn jetzt heftig kritisieren, ärgern sich womöglich bloß, weil sie ihn zurücknehmen müssen? Uns Normalsterblichen wird es wohl ein ewiges Geheimnis bleiben, warum mache wollen aber nicht können, andere können aber nicht wollen, nur eins scheint mir ziemlich sicher: es sind die kleinen Eitelkeiten, von denen große Männer (oder die, die sich dafür halten) gelenkt werden.