11.02.2007 – Mercedes, Merkel und das Klima

Endlich hat es auch die UNO begriffen: Der Erde droht eine Klimakatastrophe, und schuld daran ist der Mensch. So kamen die Experten zu dem Schluss, dass ein Temperaturanstieg um drei Grad für 400 Millionen Menschen den Hungertod bedeuten könnte - als Folge von Wasserknappheit und unfruchtbarem Land. Die Eisdecken in Grönland und in der Antarktis schmelzen nach den Untersuchungen schneller als bislang gedacht. Dies werde voraussichtlich zu einem Anstieg des Meeresspiegels von 0,4 bis zu sechs Metern führen, je nach Modell. Und die Temperaturen auf der Erde werden bis zum Jahr 2100 wahrscheinlich doppelt so schnell steigen wie im vergangenen Jahrhundert. Bis dahin könnte es um 2,4 bis zu 6,4 Grad wärmer werden. Erstmals einigte sich der Klimaausschuss der Vereinten Nationen auf eine Formulierung, wonach der Mensch schuld am Klimawandel ist.
Den größten Anteil an der CO2-Produktion haben die USA vor Kanada, Russland, Deutschland, Südkorea, Japan, Großbritannien. Absolut gesehen heißen die größten Umweltsünder Saudi-Arabien, Malaysia, China, während Schweden mit einer makellosen Bilanz führt. Bekanntlich zählen Autos zu den Hauptschuldigen, und da sind die Schweden leider keine Spitze. Zusammen mit Porsche, Chrysler, Jaguar, BMW und Mercedes gehören sie zu den Schlusslichtern in Sachen Umweltschutz, während Smart, Fiat, Citroen, Renault und Chevrolet führen, und Ford, Opel, VW und die Japaner sich im Mittelfeld tummeln. Die größten fahrenden Dreckschleudern kommen allesamt aus Deutschland: Mercedes ML, Porsche Cayenne, BMW M5, Audi R8 und VW Phaeton heißen sie, allesamt mit mehr als 350g / km Ausstoß. Immerhin, d
as deutsche Forschungs- und das Umweltministerium lobten den UN-Klimareport - und betonten die Notwendigkeit, zu handeln. Doch als aus der EU die Forderungen nach einem CO2-Grenzwert von 120g kam, und zwar deshalb, weil die deutsche Autoindustrie es nicht geschafft hat, ihre Selbstverpflichtung von 140g zu erreichen, kam ein Aufschrei des Entsetzens aus der Autoindustrie, und alle Lobbyisten stimmten ein. Tausende Arbeitsplätze seien bedroht – ach, wie leicht kann man doch ein Alibi finden! Und Frau Merkel? Sie wird natürlich Deutschland vertreten – das heißt die deutsche Autoindustrie. Mit ihr werde es kein EU Gesetz geben. Und natürlich auch kein Tempolimit. So also sieht unser Handeln aus! „Wenn wir so weitermachen, haben es unsere Enkel schwer“, so ein Kommentar aus dem Umweltministerium. Doch was schert’s Angela? Sie hat ja keine...