17.12.2006 – Dienst am Kunden – nicht mit uns! (Motto des
Telekom-Kundenservice)
Statt eines Kommentars zum Zeitgeschehen habe ich heute ein Anliegen sozusagen in eigener Sache. „Wir freuen uns über Ihre Anfrage. Sie erhalten von unserem Serviceteam umgehend Ihre gewünschte persönliche Antwort und das «rund um die Uhr» an 365 Tagen im Jahr.“ So viel aus der Werbung im Service-Portal der Telekom.
Und nun möchte ich folgende Geschichte zum Besten geben. Sie
beweist, dass der Kundenservice der Telekom wohl einfach ein Moloch ist, der
vor allem mit sich selbst beschäftigt ist. Vor 8 Monaten hat ein Freund
erstmals versucht, einen DSL-Anschluss zu bekommen. Der Verfügbarkeits-Check
sagte: Nein, tut uns leid. Auf Nachfrage im T-Punkt bestätigte der nette
Mitarbeiter diese Auskunft nach Blick in seinen Computer und erläuterte das
Problem der Leitungslänge. Okay, von Limbach bis hier ist es schon ein Stück,
das sah er ein. Vor 3 Monaten, nachdem
in jeder Rechnung für Call&Surf geworben wurde, hakte er mal per
Kontaktformular nach. „Tut uns leid, leider nicht möglich“. Vor 2 Monaten hatte
einer seiner Nachbarn DSL, von 1&1. Ein anderer Nachbar bekam das T-Com
Paket und berichtete, dass sogar in der Tannmühle, etwa 800m weiter entfernt
von Limbach, DSL installiert sei (wenn auch nur die Light-Version, die ja
offiziell gar nicht bestellbar ist). Also dachte er: Ruf doch mal an!
Erster Versuch: T-online call back. DSL leider nicht
möglich. Warum? Dafür gebe es viele Gründe, er müsse das schon glauben. Zweiter
Versuch: die T-Com Hotline. Leider nicht möglich. Warum? Das müsse er schon
verstehen, das könne von Haus zu Haus verschieden sein. Nächster Versuch: Ein
Online-Anfrageformular. Einfach absenden, und es versinkt in den Tiefen des
Telekom-Netzes, ohne Reaktion. Wir recherchieren weiter, checken die
Telefonnummern aller Nachbarn im Wohngebiet. Das Ergebnis ist verblüffend: Alle
Häuser ringsum ergeben einen positiven DSL-Check! Nur seines nicht, eine
einsame Insel inmitten eines Netzes von DSL-Anschlüssen, die alle an der
gleichen Leitung nach Limbach hängen. Er macht eine Google-Earth-Aufnahme und
lege sie im T-Punkt vor. Ein paar lasche Versuche, dass es trotz allem so sein
könne, dass er Pech habe, dann setzt sich ein Mitarbeiter an den Computer und
gibt ein und gibt ein und gibt ein. Nach etwa 20 Minuten dann die Info, es sei
eine Überprüfung veranlasst, er würde informiert. Wieder vergehen 2 Wochen,
nichts, niemand meldet sich. Am 30.11. geht er wieder in den T-Punkt. Leider
ist keiner da, der sich an seinen Besuch von vor 2 Wochen erinnert. 4 (!)
Mitarbeiter versuchen zu erklären, wie kompliziert das sei mit dem DSL und das
es schon sein könne, das ausgerechnet bei ihm ein Problem vorläge. er kniet
nieder, fleht, doch einfach den Grund dafür zu erklären, dann wäre er ja schon
zufrieden. Vielleicht geht ja auch wenigstens DSL-light? Das muss doch heraus
zu finden sein! Da hatten die freundlichen Mitarbeiter noch jeder eine eigene
Theorie, die mit Sicherheit in diesem Fall zuträfe. Einen Techniker zu schicken
– das liege nicht in ihrer Macht, aber eine neuerliche Überprüfung haben sie
nach halbstündiger sinnloser Diskussion
versprochen. Doch aufgepasst, die Geschichte ist noch nicht zu Ende!
Schon am nächsten Tag klingelt es an der Haustür. Eine Frau im T-Com-Blazer!
Oh, denkt er, die wollen sich doch jetzt nicht wirklich um meinen Fall kümmern?
Er schaut sie fragend an. Die Telekom hat die Preise gesenkt, ob er das wüsste,
fragt sie ihn und zeigt einen Flyer. Und ob ihr’s glaubt oder nicht, sie will
ein Call & Surf-Paket verkaufen. Sie schickt der Himmel, sagt er, seit
Wochen will ich nichts anderes! Die gute Frau ist doch ziemlich verwundert,
dass ausgerechnet bei ihm kein Anschluss möglich sei, hat sie doch rundherum
schon mehrere Pakete an den Mann gebracht. Aber letztlich kann auch sie nichts
machen. Sie nimmt deshalb den Antrag schriftlich auf. „Dann muss sich ja jemand
melden und sich der Sache annehmen“, war sie zuversichtlich. Aber nichts
geschah. Also schilderte mein Freund das Problem nochmals per e-mail an den
Kundenservice. Statt einer Antwort
erhielt er nach ein paar Tagen eine Infratest-Umfrage. Wie zufrieden waren Sie
mit dem Kundenservice? Wie zufrieden waren Sie mit der angebotenen Lösung ihres
Problems? Nun, was soll man da sagen? Keine Antworten, keine Lösung, niemand,
der sich einfach bereit erklärte, der Sache nachzugehen und zum Beispiel
jemanden zu schicken, der eine Messung vornimmt – was wohl als einziges Aufklärung
schaffen würde. Was blieb übrig, als auf alle Fragen die schlechteste Bewertung
zu geben? Immerhin, am Ende hat die Umfrage-Software erkannt, dass er
unzufrieden ist. Ob er sich beschweren möchte? Und ob er das wollte! Also
öffnete sich ein online-Formular, wo er den Fall zum x-ten male schilderte. Als
Antwort kam eine Nachricht, dass man sein Anliegen weitergeleitet habe –
natürlich wie immer ohne Angaben an wen, ohne eine Kontaktmöglichkeit.
Und so wartet er heute immer noch auf irgendeine Erklärung,
was an seinem Haus und seiner Leitung so besonderes ist im Vergleich zum
übrigen Wohngebiet.
Bitte, liebe Leser, sollte irgendjemand einen Techniker der Telekom kennen oder jemanden, der einen solchen kennt, erzählt ihm diese Geschichte weiter. Vielleicht findet sich auf diesem Wege noch jemand, der auf diese Frage eine Antwort findet.