Seit dem Start des Cosmic Background Explorer (COBE) 1989
haben 1000 Wissenschaftler an der Auswertung der Daten mitgearbeitet. Zwei von
ihnen, John C. Mather und George F. Smoot, haben nun den Nobelpreis für Physik
erhalten. Die Urknall – Theorie wurde weiter untermauert, das Alter unserer
Galaxie mit 13,7 Milliarden Jahren noch genauer bestimmt, und das Bild von den
Ereignissen bei der „Erschaffung der Welt“ noch farbiger und detaillierter
gestaltet. Andererseits wagt ja kaum noch jemand ernsthaft an der Theorie vom
Urknall zu zweifeln. Insofern wird eine akribische Fleißarbeit ausgezeichnet,
die nichts Neues bringt. Dabei gibt es so viele interessante Fragen, vor allem
natürlich die eine: Und was war vorher? Seit den Urreligionen kann sich
die Vorstellungswelt der Menschen nicht
mit dem Gedanken anfreunden, dass die Welt plötzlich aus dem Nichts geschaffen
wurde. Und genau hier gibt es zahlreiche Theorien, die sich dieser Frage
widmen, eine abenteuerlicher als die andere. Doch auch hier sagt der gesunde
Menschenverstand: die Lösung muss ganz einfach sein. War der Urknall nicht nur
Anfang, sondern auch Ende? Oder ist jedes noch so kleine Zeitintervall, mit dem
wir uns dem Beginn der Welt nähern, wiederum eine Unendlichkeit, so dass es uns
nie gelingen kann, den Anfang zu greifen, wie ein Schatten, der vor uns flieht
– so schnell wir auch laufen, er ist immer einen Schritt voraus. Eines Tages
werden wir hoffentlich den Nobelpreis wieder für revolutionäre Ideen vergeben
können.