12.11.06 - Nobelpreis Physik 2006

Seit dem Start des Cosmic Background Explorer (COBE) 1989 haben 1000 Wissenschaftler an der Auswertung der Daten mitgearbeitet. Zwei von ihnen, John C. Mather und George F. Smoot, haben nun den Nobelpreis für Physik erhalten. Die Urknall – Theorie wurde weiter untermauert, das Alter unserer Galaxie mit 13,7 Milliarden Jahren noch genauer bestimmt, und das Bild von den Ereignissen bei der „Erschaffung der Welt“ noch farbiger und detaillierter gestaltet. Andererseits wagt ja kaum noch jemand ernsthaft an der Theorie vom Urknall zu zweifeln. Insofern wird eine akribische Fleißarbeit ausgezeichnet, die nichts Neues bringt. Dabei gibt es so viele interessante Fragen, vor allem natürlich die eine: Und was war vorher? Seit den Urreligionen kann sich die  Vorstellungswelt der Menschen nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass die Welt plötzlich aus dem Nichts geschaffen wurde. Und genau hier gibt es zahlreiche Theorien, die sich dieser Frage widmen, eine abenteuerlicher als die andere. Doch auch hier sagt der gesunde Menschenverstand: die Lösung muss ganz einfach sein. War der Urknall nicht nur Anfang, sondern auch Ende? Oder ist jedes noch so kleine Zeitintervall, mit dem wir uns dem Beginn der Welt nähern, wiederum eine Unendlichkeit, so dass es uns nie gelingen kann, den Anfang zu greifen, wie ein Schatten, der vor uns flieht – so schnell wir auch laufen, er ist immer einen Schritt voraus. Eines Tages werden wir hoffentlich den Nobelpreis wieder für revolutionäre Ideen vergeben können.