04.10.06 –
(k)eine Bilanz
Ein trüber
Herbsttag, immer wieder sorgen Regenböen für Erschauern. So präsentiert sich
der Tag der Einheit bei uns. Kein Wetter für Euphorie. Und weder bei der
Kanzlerin in Kiel noch beim Festakt in Dresden kommt diese auf. Am ehesten noch
in Washington, wo Herr Milbradt Sachsen als das dynamischste Bundesland lobt.
Ja, woher soll auch Euphorie aufkommen? Die Koalition hat mit dem Hickhack um
die Gesundheitsreform endgültig für ein Stimmungstief gesorgt, der Rückgang der
Arbeitslosenzahlen wurde kaum zur Kenntnis genommen. Und das, was vielen Ostdeutschen
immer noch einen faden Beigeschmack verursacht, die vielen Abzocker, die nach
der Wende in den Osten gekommen sind, Firmen für einen Äppel und ein Ei
erworben oder neugegründet haben, die Fördergelder abkassiert, den
Maschinenpark und das Know how ins „Mutterland“ transferiert haben und dann in
die Insolvenz gegangen sind, genau das passiert jetzt schon auf „globaler“
Ebene. Die Dummen sind diesmal 3000 ehemalige Siemens-Mitarbeiter, die durch
Dilettantismus ihres Vorstandes verkauft wurden. Ja, Chinesen lernen schnell.
Sie sind nicht so kreativ, aber wenn sie etwas kopieren, machen sie es perfekt.
Auch der Klaus Kleinfeld hat ja schnell gelernt und seine heftig kritisierte
Gehaltserhöhung gleich mal gespendet. Und was gab’s sonst noch? Zum Beispiel Neonazikrawalle.
Und wissen Sie, woran das liegt? Am Bevölkerungsrückgang, haben britische und
chinesische, aber auch Chemnitzer Wissenschaftler herausgefunden. Denn dieser
führt zu einem Männerüberschuss. Wahrscheinlich geht die Natur noch von der
irrigen Annahme aus, Geburtenrückgang durch mehr Zeugungskraft kompensieren zu
müssen. Doch was passiert wirklich? Die Frauen nutzen ihre zunehmende
Begehrtheit und heiraten die Schönen und Reichen, und die Minderbemittelten
Männer bleiben auf der Strecke. Und bauen ihren Frust mit Aggressivität und
Terror ab. Wenn wir den demographischen Prophezeiungen für Deutschland glauben
müssen, dann sehe ich schwarz – nein, braun.