01.06.06 – Kostenfaktoren zum Welt - Kindertag
Es ist noch nicht genug. Sachsen Buchhalter, welche die Bildung verwalten,
haben es genau ausgerechnet: Es gibt noch immer 30 Schulen zuviel, und weitere
16 dürfen keine 5. Klasse bilden. Denn das darf in Sachsen nur, wer mindestens
2 solche Klassen bilden kann. Eine ist keine. Da ist man knallhart. Na ja, der
Herr Milbradt hat das zum sächsischen Demographie-Gipfel 2004 deutlich gemacht:
„Unzureichend ausgelastete Schulen müssen geschlossen oder
zusammengelegt werden“ war einer seiner Sprüche. Und weiter: „Für die Menschen
sind diese Entscheidungen schmerzlich. Wir haben das in den vergangenen Jahren
bei jeder der mehr als 600 Schulschließungen in Sachsen erlebt.“ Inzwischen
gehen sächsische Kinder schon in thüringische Schulen, weil das einfacher ist.
Kinder stehen um 6 Uhr morgens an den Bushaltestellen, während die Lehrer eine
Stunde später in ihr Auto steigen. Und um 2 Uhr nachmittags sind die Lehrer zu
hause und mähen den Rasen im Garten, während die Kinder um 4 Uhr oder später
aus dem Bus steigen. Klar, bei den Lehrerarbeitszeiten ist eine
Unterrichtsstunde ein echter Kostenfaktor. Da sind Schulschließungen echtes
Sparpotential. Dass Familien und vor allem die Kinder selbst dadurch immer mehr
belastet werden, scheint den Herren Wurscht zu sein. Auch die Tatsache, dass
die Einnahmen eines Landes nicht von der Zahl seiner Kinder abhängen und es also unlogisch ist, die Ausgaben für Bildung
an der Zahl der Kinder festzumachen. Bildung ist eine Investition in die
Zukunft. Mehr Ausgaben für Bildung heute wird zu mehr Einnahmen in der Zukunft
führen, denn nur mit Förderung der Kinder auf allen Ebenen – auch der Bildung –
kann der Mut zur Zukunft und damit Mut zu neuen Kindern geschaffen werden. Doch
der Herr Ministerpräsident hat noch etwas gesagt: „Nicht zuletzt ist der Staat
bei seiner Familienpolitik darauf angewiesen, dass sich die Einstellung junger
Menschen ändert, dass sie Kinder nicht als Kostenfaktor, sondern als Bereicherung
für ihr Leben sehen.“ Endlich wissen wir’s! Unsere Menschen sind Schuld! Herr
Milbradt, wie wär’s damit:
Nicht zuletzt bedeutet Familienpolitik, dass sich die Einstellung des Staates
ändert, dass er Kinder nicht als Kostenfaktor, sondern als Bereicherung der
Gesellschaft sieht....