09.02.06 – Stasi, Steuer und kein Ende
Jetzt, 2 Tage vor Turin, muss ich das Thema Steuer nochmals
aufgreifen. Warum versuchen die Herren Dr.Steinbach und Schwank derartig
penetrant - starrsinnig, einen der wenigen deutschen Erfolgstrainer von der
Bande fern zu halten und stellen dabei sogar die Kompetenz deutscher Gerichte
in Frage? Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen und habe auch keine
Erklärung dafür, es scheint sich zu einer fixen Idee entwickelt zu haben. Auch wenn es nun offensichtlich ist, dass
Steuer IM war, muss der Verfolgungswahn doch mal ein Ende haben! IM ist man
geworden aus Überzeugung, einer vermeintlich guten Idee zu dienen, weil man
erpresst wurde wegen Verfehlungen, die das Ende einer Karriere bedeutet hätten,
oder weil man jung und unerfahren war und dem psychischen Druck bei einer
Anwerbung nicht gewachsen war. Natürlich – keiner musste unterschreiben, doch
was viele offenbar nicht wissen: es war eine gehörige Portion Mut notwendig,
standhaft zu bleiben. Was werden Sie mit mir nun machen? Habe ich schon alle
Chancen auf beruflichen Erfolg verspielt? Werden Sie jetzt vielleicht Familienangehörige
terrorisieren? Werde ich keine Post aus dem Westen mehr bekommen? Ist der
Wohnungsantrag damit endgültig in die unterste Schublade gerutscht? Es waren
essentielle Fragen, und man musste innerlich bereit sein, irgendetwas in der
Art in kauf zu nehmen. Wer damit nicht konfrontiert war – zum Beispiel die 61
Millionen aus den „alten“ Bundesländern - sollte sich deshalb einmal selber
fragen: wie hätte ich reagiert? Und es waren oft junge Menschen, denen man
erklärte, was der Staat doch alles für sie getan habe, und eine klitzekleine
Gegenleistung sei doch da angemessen. Und dann hat man eben was aufgeschrieben,
alltägliches meist. Bisher hat sich offenbar niemand gemeldet, der durch Herrn
Steuer in Misskredit gekommen ist.
Natürlich muss man die bestrafen, die Schuld auf sich geladen haben. Und Herr
Steuer muss sich fragen, ob er nicht moralisch versagt hat. Doch damit muss er
selber zurechtkommen, moralische Schuld ist in einem Rechtsstaat kein
Verbrechen. Ist es also gerecht, einen derartigen Popelkram schlimmer zu
verfolgen als Mord? Sind hier öffentliche Bloßstellung bis hin zu Berufsverbot
immer noch angemessen? Selbst Gerichte sehen das nicht mehr so. Nur ein paar verbohrte, dogmatische
Moralapostel.