26.01.06 – Saubermänner für Turin

Da hat der Birthler – Besen mal wieder ordentlich gekehrt und nicht wenig Staub aufgewirbelt. 3 Spitzentrainer dürfen wegen vermeintlicher Stasi - Tätigkeit nicht mit nach Turin, darunter Ingo Steuer, der als Trainer für eines der erfolgreichsten deutschen Eiskunstlauf – Resultate seit der Wende gesorgt hat, die EM-Silbermedaille im Paarlauf.
Und er selbst hat 1998 für Deutschland bei Olympia Bronze gewonnen. Als Sportler war das okay.  Henry Glaß, Skisprung – Trainer, hat seit 1990 an allen Spielen als Trainer teilgenommen, und das ohne jegliches Aufsehen. Nach 15 Jahren meinen nun ein paar Wichtigtuer, mit einer Überprüfung irgendein Signal zu setzen. Und das, obwohl eine Trainertätigkeit grundsätzlich nicht der Überprüfung bedarf, da es sich um keine Funktion im öffentlichen Dienst handelt. Bedenkt man noch, dass Ende 2006 das Gesetz zur Stasiüberprüfung im öffentlichen Dienst ausläuft, ist die Motivation völlig unerklärbar. Ist es Missgunst? Frau Birthler führt als „guten Grund“ die potenzielle Gefahr an, so etwas könne während der Spiele ans Tageslicht kommen. Um ehrlich zu sein, außer in Deutschland selbst, wo man auch nach 15 Jahren nicht zu innerem Frieden bereit ist, würde das doch dem Rest der Welt  nicht mal ein müdes Lächeln abringen! Jedem vernünftigen Menschen sollte doch klar sein, dass in der DDR jeder Olympia- oder WM / EM – Teilnehmer nach seiner Rückkehr einen Bericht liefern musste. Und wenn ich auch die oft vorgebrachte Entschuldigung des Zwanges nicht akzeptiere – jedem stand es frei, Nein zu sagen, wenn er die Konsequenzen tragen wollte – kann ich es jungen, erfolgreichen Sportlern nicht verdenken. Um es deutlich zu sagen: ich hege tiefste Verachtung für die, die wissentlich und zum Schaden ihrer Mitmenschen für die Stasi gearbeitet haben. Aber es ist beschämend, dass Menschen wie Frau Birthler heute noch das Gefühl vermitteln, Menschen aus dem Osten seien schlechter als die aus dem Westen, denn darauf läuft es hinaus.  Nun stellt Euch vor, diese Herrschaften aus dem NOK hätten damals rein zufällig in der DDR gelebt! Glaubt irgend jemand im Ernst, das wären alles Märtyrer geworden? „Wir wollen keine Person outen“ hat das NOK verkündet. Nein, sie haben nur den Traum eines erfolgreichen Trainers zerstört, geoutet haben sie sich aber selbst.